sisyphusDestruktive Theologie hinterlässt bei den meisten Gläubigen keine dauerhaften Schäden.  Nachdem sie eine Zeitlang ihrem  deprimierenden Einfluss ausgesetzt waren, schütteln sie ihn irgendwann ab und ergreifen die Initiative, um ihr Leben ohne Bevormundung positiv zu gestalten. Wie gut, wenn das so einfach geht!

Es sind nur relativ wenige Gläubige, die diesen Einfluss nicht abschütteln können. Sie haben eine Theologie erlernt, die die kritische Überprüfung überkommener Glaubensvorstellungen als „Sünde“ verteufelt. Sie können ihr übersteuertes Gewissen nicht widerlegen, das sie immer weiter verdammen, quälen und verknechten wird – ohne Aussicht auf Befreiung. Sie werden sich jeden Tag ihres Lebens von einem maßlos fordernden und richtenden Gott bedroht fühlen, bis Seele und Gesundheit völlig verschlissen sind.

Unser Arbeitskreis hat viele und gute Gedanken zusammengetragen, um die vermeintliche „Autorität“ eines übersteuerten Gewissens mit soliden Beweisen zu demontieren. Als ebenso wichtig sehen wir auch die Prävention an, die Aufgabe, destruktive Potentiale im Bibelverständnis zu untersuchen und zu entschärfen.

Etlichen Betroffenen wäre vielleicht geholfen, wenn sie denn nur die einschlägigen Argumente kennen würden!

Doch in vielen Gemeinden, ob sie sich nun als „rechtgläubig“, „bibeltreu“ oder als „christustreu“  betrachten, sind wir immer wieder mit Gleichgültigkeit oder gar mit Widerstand konfrontiert – ein Resultat des hartnäckigen Wahns, damit dem „positiven Image“ des Christentums zu dienen.

Die Verzweifelnden verlassen die Gemeinden und diese wiederum interessieren sich für das weitere Schicksal dieser Menschen nicht. Es spielt letztlich für sie keine große Rolle, ob die von ihnen im Stich gelassenen Gläubigen sich selber töten oder fortan als seelische Krüppel in irgendeiner „zuständigen“ Einrichtung dahindämmern.

Wichtigstes Anliegen für viele „bibeltreue“ Gemeindeleiter ist vielmehr, dass immer neue Leute für die Glaubensgemeinschaft angeworben werden können. Dieses Konzept hat sich bestens bewährt, da  viele Leute schlecht informiert sind und auch schlecht informiert bleiben wollen.

Die flächendeckende Außenwirkung dieser Haltung, die man in solchen Gemeinden prinzipiell nicht berücksichtigt,  ist verheerend: Jugendlichen, die sich heute über das Internet gut informieren können, sorgfältig denkenden Menschen sowie gutwilligen Menschen mit nicht-christlichem religiösem Hintergrund wird immer wieder unfreiwillig  bezeugt, dass christlicher Glaube auf Unehrlichkeit und Selbstbetrug nicht verzichten kann.

Die negative Reaktion Außenstehender verursacht offenbar wenig Bedenken. wer möchte, kann sie sogar positiv als „unverschuldetes Leiden um der Wahrheit des Glaubens willen“ betrachten: Jesus habe ja vorausgesagt, dass „die Welt seine Jünger hassen werde„. (Luk 21:17 / 1.Joh 3:13) Die Frage, ob eine ablehnende Reaktion bei vielen Menschen mit etwas mehr Ehrlichkeit und Fairness vielleicht zu vermeiden gewesen wäre…, diese selbstverständliche Frage stellt sich vielen „linientreuen“ Gläubigen offenbar nicht.

Wir bedauern, die Ergebnisse unserer Untersuchung nicht in einer emotional ansprechenden Weise präsentieren zu können, die der aktuellen frommen Wellnesskultur entgegenkommt. Das ist Menschen, die selbst schwere Schäden durch vermeintlich christliche Theologie erlitten haben, nicht unbedingt gegeben. Aber wir wissen, wovon wir reden.

Deswegen bitten wir dich, lieber Besucher! Wenn es dir selbst gut geht und du selbst solche Einflüsse hast überwinden können, vergiss nicht diejenigen deiner Brüder und Schwestern, die die Folgen vermeintlich „bibeltreuer“ Indoktrinierung zeitlebens auslöffeln müssen.

Wir würden uns sehr freuen, wenn du helfen möchtest, diese Webseite bekanntzumachen.

Wenn Kinder und Jugendliche über die Erscheinungsformen werkgerechter Theologie informiert sind („giftige Theologie„), sind sie vor derartigen Einflüssen von vornherein gut geschützt.

Zweifellos: Prävention ist keine „dankbare“ Aufgabe! Es gibt wohl kaum spektakuläre Erfolgserlebnisse. Gläubige, denen aus schwerer seelischer Not geholfen wurde, haben nicht unbedingt das Bedürfnis, den Erfolg mitzuteilen. Andere, die die Informationen nutzen, ahnen in der Regel gar nicht, welches große Leid  (psychische Labilität, chronische Depression, Familienkonflikte, Verlust der Arbeitskraft) ihnen u.U. erspart geblieben ist. Insbesondere durch die Angst vor der unvergebbaren Sünde sind Gläubige schon komplett zerstört worden. Die angebotenen Hilfen sind häufig nach wie vor auf einem dilettantischen Niveau.

Dennoch: Prävention ist eine Arbeit, die zweifellos langfristig auch der eigenen Seele wohltut: denn sie bekräftigt auf praktische Weise die ausnahmslose Gültigkeit der Maßstäbe Christi – und erschließt so den Freiraum, der für das Wachstum des inneren Menschen und für das Gedeihen echter Freundschaft und Gemeinschaft notwendig ist.