Verletzungen vermeiden!

mann flieht feuer

Wer zur “Gemeinschaft der Heiligen” zählt und sich durch Gottes Heiligen Geist leiten lässt, setzt sich gerne für ein friedliches Miteinander von Gläubigen und Mitmenschen ein: “Glücklich zu nennen sind die Menschen, die Frieden stiften (ειρηνοποιοι), denn sie werden Gottes Kinder heißen.” (Mt 5,9)

1. Gewusst wie: Wie vermeidet man überflüssige Verletzungen ?

2. Gewusst wie: Wie geht man konstruktiv im Geiste Jesu mit Andersdenkenden um ?

3. Gewusst wie: Wie verfasst man einen Beschwerdebrief, der überzeugen kann ?

4. Gewusst wie: Was kann man bei schwelenden Konflikten in der Gemeinde tun ?

1. Gewusst wie: wie vermeidet man überflüssige Verletzungen ?

Wie weh können doch Konflikte tun – gerade wenn sie in der Familie entstehen ! Ein hartes Wort gibt das andere. Unüberlegte Worte und falsche Einschätzungen können tief verletzen. Bald sind Verleumdung und Übertreibung im Spiel. Zu guter Letzt ist das gegenseitige Misstrauen so tief, dass man nicht mehr miteinander sprechen kann.

Muss das bei Christen auch so sein ? Es gibt hier doch so viele wunderbare Hilfen in der Bibel, die uns Jesus Christus geschenkt hat. Man sollte sie rechtzeitig anwenden, bevor Schlimmeres entsteht.

Wenn Du Streit hast in deiner Familie und verletzt worden bist, dann ist es sehr hilfreich, für das nächste Gespräch mit Hilfe der Qualitätsmaßstäbe Jesu “Fairness-Regeln” zu vereinbaren. Es sind nur ganz wenige Punkte, die Du unter der Überschrift “Dich selbst” im Hauptmenü erfahren kannst.

Wenn es dir schwerfällt, deinen Gegner zu respektieren, wenn du ihn als moralisch minderwertig, als unterlegen, schwach und unwert empfindest, dann bedenke, dass Jesus ihn nicht weniger liebt als dich. Gerade weil er schwach und verletzbar ist, wird sich Jesus schützend vor ihn stellen: “Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.” (Mt 25,40) Stelle dir vor, dass ihm eine unsichtbare Person zur Seite steht: der göttliche Anwalt, der Heilige Geist, der Gläubige vertritt, die sich nicht selbst verteidigen können, und der eines Tages all deine Motive und Hintergedanken ans Licht bringen wird. “Es ist nichts verborgen, das nicht offenbar wird, und es gibt nicht Heimliches, das man nicht eines Tages wissen wird.” (Mt 10,26)

Lösche das Feuer, das die Zunge anzünden kann! Lösche rechtzeitig und lasse niemals Glut im Verborgenen schwelen! Es sind schon komplette Familien, ganze Gemeinden an solchen Bränden zugrundegegangen!

Weise und tiefgründig ist der Rat des alten Salomo! “Wenn man Milch stößt, so macht man Butter daraus; und wer die Nase hart schneuzt, zwingt Blut heraus; und wer den Zorn reizt, zwingt Hader heraus.” (Spr 30,33) Wieviel sinnlose Konflikte entstehen wieder und wieder – einfach schon dadurch, dass man aus seiner Verletztheit heraus mit Härte gesprochen hat. Dabei hat es der andere vielleicht noch nicht einmal böse gemeint. Die Missverständlichkeit seiner Bemerkung hat er auch nicht gesehen. Man hat einfach ein gutes Stück falsch verstanden. Und jetzt fühlt sich der andere ungerecht beurteilt und meint im Namen der Gerechtigkeit aus allen Rohren feuern zu müssen. Da wird es erst manchmal dem anderen plötzlich siedendheiß bewusst: im Himmels willen, wie konnte er so ungerecht und taktlos sein. Man beisst sich noch nachträglich auf die Zunge – zu spät!

O wenn es uns doch täglich bewusst wäre: die Zunge ist ein messerscharfes, gefährliches Werkzeug! Ein Wort, das die Zunge verlassen hat, oder das geschrieben worden und abgeschickt ist, ist ein geschichtliches Faktum. Niemand und nichts ist imstande, es wieder zurückzuholen. Es ist wie ein Geschoß, das unfehlbar einschlagen wird. Man kann die Wirkung nicht mehr vermeiden, sondern allenfalls nachträglich mildern.

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Wie gut wäre es doch, wenn wir einige Sicherheitsmaßnahmen beachten könnten, die solche gefährlichen Fehlschüsse vermeiden helfen.

2. Gewusst wie: Wie geht man konstruktiv im Geiste Jesu mit Andersdenkenden um ?

Dieser Beitrag befindet sich in dem Artikel Irrlehre/Sektierer

3. Gewusst wie: Wie verfasst man einen Beschwerdebrief,
der überzeugen kann ?

Bei Briefen, die Ermahnung oder eine Beschwerde enthalten, ist folgendes unbedingt zu empfehlen:

1. Nie aus dem Gefühl der Verärgerung heraus schreiben, sondern etwas Zeit verstreichen lassen, bis sich die eigenen Emotionen abgekühlt haben.
2. Von vornherein kann man alle Spitzen, Anzüglichkeiten, Ironie, herabsetzenden Formulierungen streichen. Überprüfe, ob sich eine anklagende oder deprimierende Aussage möglicherweise in positiver Form oder als Frage formulieren lässt.
3. Titulierungen des Empfängers als aggressiv, lieblos, unehrlich, hartherzig usw. sind überflüssig. Der Schreiber hat mit diesen Eigenschaften genauso zu tun. Verhaltensweisen sollte man so kritisieren, als ob sie nicht zu dem Empfänger passen. So ist das Bemühen erkennbar, dass man unter allen Umständen den Empfänger positiv sehen und wertschätzen will. Wenn man selbst als moralische “Lichtgestalt” auftritt, die den anderen von hoher Warte aus abkanzelt und erwartet, dass er sich zum eigenen Niveau emporarbeitet, dann ist die Ablehnung unvermeidlich. Überzeugen kann man nur, wenn die Worte das Herz des Empfängers erreichen, sonst nicht.
4. Es ist dumm zu glauben, dass man mit verstärkter Aggression einen größeren und nachhaltigeren Eindruck erzeugen könnte.
5. Aggression entsteht oft aus Ungeduld. Liebe überzeugt mit Geduld. So kann die Liebe auch eine schiefe, unreife und z.T. verkehrte Sicht des anderen schweigend mittragen. Es muss nicht alles geklärt werden, es muss “nicht die ganze Wahrheit rausgelassen werden”, wenn man es nicht im Guten und gegenseitigen Vertrauen tun kann. Man muss manche Dinge “in der Schwebe” lassen. Ein “Machtwort sprechen” führt evt. dazu, dass man ohnmächtig vor der Situation steht, dass der andere einem nicht mehr zuhört.
6. Habe deshalb an einen Brief oder ein Gespräch keine andere Erwartung, als dass das geschehen soll, was Gott in seiner Weisheit für richtig befindet. Habe nicht die Erwartung, dass der Empfänger deinen Idealvorstellungen entsprechen oder deinen Wünschen folgen müsste. Bete darum, dass du wenigstens ein Detail mitteilen kannst, dessen Wert der Empfänger erkennen kann.
7. Beschwerde-Briefe sollten grundsätzlich vorher von einem zweiten Gläubigen, der dem Empfänger wohlgesonnen ist und ihn gut kennt, gelesen und ggf. korrigiert werden.
8. Wenn man bei einer Mitteilung das Gegenüber nicht sehen kann (Telefon, Email oder Brief), dann ist größte Zurückhaltung im Urteil angebracht. Mit dem “moralischen Knüppel” kann man den Empfänger unabsichtigt gesundheitlich schwer schädigen (Depression, Herzinfarkt, Schlaganfall). Man hat überhaupt keine Rückmeldung, was sich im Gesicht des anderen abspielt. Es ist deshalb immer vorzuziehen, mit Eindrücken statt mit vermeintlichen Tatsachen (“bei mir kam das so an, dass…”), und mit vorsichtigen Einschätzungen zu argumentieren: (“ich könnte mich irren, aber …). Viel besser ist es auch, mit Fragen statt mit Behauptungen zu argumentieren und mit Hoffnungen statt mit Forderungen (“Es würde mir sehr helfen , wenn…”)
9. Bei allem Urteilen ist immer die Frage an sich selbst zu stellen: tue ich alles, was ich zugunsten des anderen fairerweise tun müsste…?
10. Wenn sich der andere entschuldigt, die Entschuldigung annehmen und nicht hinterfragen, um mit der moralischen Überlegenheit aufzutrumpfen. Diese existiert nicht.

4. Was kann man bei schwelenden Konflikten in der Gemeinde tun ?

Soll man das hinnehmen, wenn dann Christen einander nicht mögen, aneinander vorbeisehen, schlecht übereinander reden, oder gar einander hassen und verabscheuen…?

Kann eine solche Gemeinde den heiligen Gott würdig repräsentieren ?

Wie viel mehr Frieden wäre im Haus Gottes, wenn Gläubige die hohe Kunst erlernen und beherrschen könnten, die Zunge, dieses unruhige und giftige Übel, ganz in der Gewalt zu haben. Wie gut, wenn man diese Kunst schon in jungen Jahren erlernen könnte, anstatt nicht so viel teures Lehrgeld zu zahlen.

Ist “das Kind in den Brunnen gefallen”, ist schwere Schädigung die Folge von offenbarem Unrecht, so erfordert die Lösung wesentlich mehr Aufwand. Dies ist die hohe Schule der Konfliktbewältigung, die besonders der Leitung durch den Heiligen Geist bedarf. Die Gemeinde gewinnt in dieser Schule erheblich an Verantwortungsgefühl, Rücksichtnahme auf die Schwachen, Urteilsvermögen und Glaubwürdigkeit.

Konflikte können zur Chance werden. Gott kann Gnade geben, dass Beziehungen geheilt und erneuert, Wunden verbunden werden. Es ist dann ein Wunder vor unseren Augen – zum Lobe der Herrlichkeit Gottes. Unsere kleine Broschüre Liebe ohne Fairness (pdf-Datei)will aufzeigen, wie man auch in schweren Konfliktfällen wieder auf den biblischen Weg zurückfindet, damit Jesus Christus, wenn er kommt, seine Gläubigen im Frieden antrifft…

Einige dich mit deinem Bruder, solange du noch unterwegs bist …” (Mt 5,25)

Auch wenn du nicht selbst durch Unrecht betroffen bist: durch diese Broschüre wird dein Blick für Manipulation und Machtmissbrauch in der Gemeinde geschärft, sodass du dich vor diesen unguten Einflüssen weitgehend schützen kannst.

Seit der April-Version der Broschüre wurden viele wichtige Verbesserungen eingefügt, insbesondere zur werkgerechten Wiedergutmachung. Auf eine Gefahrenordnung wurde in allen folgenden Versionen verzichtet. Ersatzweise wurden die Kapitel “Frommer Filz” und “Typische Methoden des Machtmissbrauchs” aufgenommen.

Artikel aktualisiert am 25.04.2018

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