Verbreitung von Legenden


Beispiele für übliche fromme Märchenerzählerei:

1. Selektive Wahrnehmung bzw. Leugnung geschichtlicher Fakten
2. Selektive Wahrnehmung biblischer Geschichte.
3. Verbreitung von Ansichten, die Jesus selbst kritisiert hat
4. Phantastereien über angeblich wunderbare Ereignisse und Heilungen
5. Abstreiten der destruktiven Folgen buchstabenhöriger Theologie
6. Etabliertes, aber intellektuell unredliches Verständnis alttestamentlicher Messiasprophetie.

 

1. Selektive Wahrnehmung bzw. Leugnung geschichtlicher Fakten:

Bis heute wird über Luther wird in evangelikalen Kreisen durchweg positiv berichtet. Eine Distanzierung von den schweren Verbrechen, die in seinem Amt auf sein Betreiben hin jahrelang begangen wurden, geschieht kaum: die Verfolgung und Ermordung von tausenden baptistischen Glaubensbrüdern, gewissenhaften evangelischen Predigern ohne fürstliche Lizenz, Andersdenkenden und Juden.

Typische Reaktion eines Pfarrers: “Das kann man der Gemeinde nicht zumuten!”

Muss man das Unsägliche “taktvoll” übergehen, weil man Luther als untadelige Ikone braucht?

Wie kurzsichtig ist das! Wird er dadurch etwa untadelig? “Ein geschöntes Geschichtsbild” mag ja den Zuhörern erhebende Gefühle verschaffen.  Es ist de facto ein Linsengericht, für das der weitaus höhere Schatz der Glaubwürdigkeit eingetauscht wurde.

Ist es glaubwürdig und ehrenhaft, den Holocaust zu leugnen? Wo ist der qualitative Unterschied zu einer Bagatellisierung der üblen Taten Luthers?

Dabei ließe sich aus den düsteren Fakten eine Menge über Machtmissbrauch von Theologen lernen.

Auch theologisch ergeben sich wichtige Fragen: wieviel kann ein Mensch, der sich so verhält, von christlicher Freiheit verstanden haben? Luther hat es irgendwann in einer Tischrede auch einmal zugegeben, dass er Mühe hatte, die unangemessene Handhabung des Gesetzes zu erkennen. “Kein Mensch auf Erden ist, der da kann und weiß das Evangelium und Gesetz recht zu unterscheiden. Wir lassen es uns wohl dünken, wenn wir hören predigen, wir verstehen es; aber es fehlet weit, allein der heilige Geist kann diese Kunst. … Ich hätte wohl auch gemeint, ich könnte es, weil ich so lange und so viel davon geschrieben habe; aber wahrlich, wenn es ans Treffen geht, so sehe ich wohl, dass es mir es weit, weit fehlet! Also soll und muss allein Gott der heiligste Meister und Lehrer sein!” (Martin Luther, Tischreden, ausgewählt von Karl Gerhard Steck, München 1959, S.42.)

Dennoch geistert unter Evangelikalen bis zum heutigen Tag die Behauptung herum, dass die Not mit dem Gesetz “ein überwiegend katholisches Problem” sei, dass dank der evangelischen Theologie nicht mehr existiere.

Eine falsche Behauptung, die sich leicht wiederlegen ließe (“Giftige Theologie“). Wenn  man bereit wäre, sich Gegenbeweise anzusehen. Wenn! Das Interesse ist in der Regel gleich Null. (“Blinder Fleck“).

Ist es verwunderlich, dass man dann ebenso unfähig ist, über aktuelle Begebenheiten ehrlich und ungeschönt zu berichten? Ja, nicht wenige Gläubige, die sich an diesen Trend angepasst haben, sind so unverfroren, dass sie Versuche der Richtigstellung als “Sünde”, als “Angriff auf die Ehre der Gemeinde” diffamieren.

Soll man das im Ernst glauben, dass “frisierte”  Glaubenszeugnisse oder Missionsberichte irgendetwas zur Glaubwürdigkeit des Glaubens und zur “Ehre der Gemeinde” beitragen können?

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2. Selektive Wahrnehmung biblischer Geschichte.

Auch die Wahrnehmung der Persönlichkeit König Davids ist in evangelikalen Kreisen häufig sehr einseitig, da man sich von tradierten Wunschvorstellungen nicht lösen kann. Die Untersuchung der “no-comment-Texte” in der Königsgeschichtsschreibung offenbaren sehr dunkle Seiten seines Charakters, aber sehr lehrreiche. Üblicherweise werden diese Texte ignoriert – und so lernt man daraus nichts.

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3. Verbreitung von Ansichten, die Jesus selbst kritisiert hat:

In gewissen frommen Gruppen wird unbeirrt Krankheit als Beweis für hartnäckige Sünde und mangelnden Glauben angesehen. Wäre man nicht so blind und selbstgerecht, könnte man sehen, dass dies eine pharisäische Denkweise ist, die längst von Jesus kritisiert worden ist. (Bericht von der Heilung des Blindgeborenen: Joh 9,2-3). Man könnte dann erkennen, dass man mit solchen Lehren kranken Menschen Geringschätzung entgegenbringt und zusätzliches Leid aufbürdet. (s.a. der Vortrag von Siegfried Zimmer “Gott und das Leid”. Sehr empfehlenswert!)

Wem fällt es noch auf, dass die Regeln der christlichen Gemeinde von einer Tradition bestimmt sind, die in wichtigen Punkten erheblich von dem abweicht, was Jesus und die Apostel für richtig hielten?

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4. Phantastereien über angeblich wunderbare Ereignisse und Heilungen.

Es kommt auf ganz natürliche Weise immer wieder zu falschen Heilungsberichten:

Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, dann könnt ihr zu diesem Berge sagen “Versetze dich an einen anderen Ort!” so wird sich der Berg versetzen; und euch wird nichts unmöglich sein” (Mt 17,20) In vielen Gemeinden ist die Anschauung verbreitet, man könne am besten unerschütterlichen Glauben beweisen, indem man die Erfüllung des Gebetes öffentlich als bereits geschehen verkündet. So kommen Leute in krankem Zustand im Gottesdienst nach vorne und bezeugen öffentlich eine Heilung, die nicht stattgefunden hat, aber sehnlich erwartet wird. Wenn die Heilung trotz des Bekenntnisses nicht stattfindet, dann wäre eigentlich eine öffentliche Richtigstellung am Platz. Doch dazu fehlt der Mut, umso mehr, als dann die Gläubigen dem Bekennenden unterstellen, dass das Festhalten an Sünde an irgendeiner geheimen Schlechtigkeit für das Ausbleiben der Erhörung verantwortlich sein könnte. Der Kranke muss also zusätzlich zu seinem Leid noch die Missbilligung von Glaubensgeschwistern ertragen. So bleibt sein “Zeugnis” unkorrigiert. (Dazu eine Buchempfehlung: Yancey, Philipp, Von Gott enttäuscht, SCM-Brockhaus Verlag)

Wenn Gemeindelehrer falsche Berichte unkorrigiert stehen lassen, obwohl sie gut darüber informiert ist, dass sie nicht stimmen. (s.Interview mit einem Pastor: “Das gehört dazu”), dann fördern sie damit eine Kultur des Selbstbetruges und der Manipulation auf Kosten der Glaubwürdigkeit und Wahrheitsliebe.

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5. Abstreiten der destruktiven Folgen buchstabenhöriger Theologie

Auf diesem Auge sind evangelikale Hardliner bekanntlich blind (“Blinder Fleck“). Dabei sind die schädlichen Wirkungen leicht nachzuvollziehen (“Giftige Theologie“). Ein hilfreiches Gegenkonzept ist verfügbar. Doch wem kann es nützen? Nicht einmal an einer kritischen Diskussion – geschweige denn an einer Bekanntmachung – besteht in den Kreisen, die es angeht, ein nennenswertes Interesse.  Die seelische Not der Betroffenen wird nach wie vor nur als privates Problem gesehen, das niemanden etwas angeht – obwohl sie ohne theologische “Belehrung” höchstwahrscheinlich nie entstanden wäre.

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6. Etabliertes, aber intellektuell unredliches Verständnis alttestamentlicher Messiasprophetie.

Da wird doch tatsächlich immer wieder behauptet, dass sich die Unfehlbarkeit der Heiligen Schrift dadurch “beweisen” lasse, dass alle Prophetien des Alten Testamentes auf den Messias präzise eingetroffen wären.

Ist das wirklich gemeint, wenn es im NT heißt: “auf dass erfüllt würde….”

Wenn man ein wenig genauer lesen würde, dann würde man sehen, dass diese Interpretation ein Missverstehen ist.

Mt 2,14-15:  “Mitten in der Nacht brach Josef mit Mutter Kind nach Ägypten auf. Dort lebten sie bis zu Herodes’ Tod und es traf ein, was Gott durch den Propheten vorausgesagt hatte:     “Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen”.

Im AT sucht man aber vergeblich nach einer Prophetie, die einen aus Ägypten kommenden Messias ankündigt.

Die einzige ähnlich lautende Stelle, die hier gemeint sein könnte, steht in Hosea 11,1. Dort heißt es: “Da Israel jung war, hatte ich ihn lieb und rief ihn, meinen Sohn, aus Ägypten. Aber wenn man sie (die Israeliten) jetzt ruft, so wenden sie sich davon und opfern den Baalim und räuchern den Bildern. Ich nahm Ephraim (=Israel) bei seinen Armen und leitete ihn; aber sie merkten es nicht, wie ich ihnen half. Ich ließ sie ein menschliches Joch ziehen und in Seilen der Liebe gehen und half ihnen das Joch an ihrem Hals tragen und gab ihnen Futter. Sie sollen nicht wieder nach Ägyptenland kommen, sondern Assur soll nun ihr König sein; denn sie wollen sich nicht bekehren.”

Unschwer zu sehen: in der zugeordneten Hosea-Stelle geht es gar nicht um Prophetie. Es geht um einen Rückblick auf die Befreiung Israels aus der ägyptischen Sklaverei. Gott hoffte auf Dankbarkeit, aber Israel (bisweilen auch pars pro toto) “Ephraim” genannt, enttäuschte ihn. Die Leute wollten sich nicht ändern. Passt diese Aussage denn wirklich auf den Messias, der von sich sagte: “Wer von euch kann mich einer Sünde zeihen?” (Joh 8,46)

Wer ehrlich ist, stellt fest: es passt vorne und hinten nicht. “Erfüllt” bedeutet bei Matthäus offenbar nicht: “Präzise angekündigt, präzise eingetroffen.” Wenn wir einen “Beweis” erwarten, dann kann dieses Beispiel allenfalls als Beweis für einen Irrtum in der Bibel taugen. 

Wir können natürlich annehmen, dass es tatsächlich einmal eine konkrete Prophetie gab, die vorhersagte, dass es niemand anders als der Messias selbst sein wird, der aus Ägypten gerufen werden wird, eine vorzeigbare Prophetie also, die aber leider in einem Text stand, der verlorenging. Dies wiederum würde bedeuten, dass der Kanon unvollständig, d.h. mangelhaft bzw. verbesserungsbedürtig ist.

Doch das ist reine Spekulation. Wir haben nur den Hosea-Satz. Wenn wir davon ausgehen, dass Matthäus sich tatsächlich auf die Hosea-Stelle bezieht, was kann dann “erfüllt” bedeuten? Wir können es eine “Vorschattung” nennen. Ein Zusammenhang ganz eigener Art, der aber zum “Beweis” für Nichtgläubige sowenig taugt wie für “Wahrscheinlichkeitsrechnungen”.

Seltsamerweise blieb die Zeit der christlichen Gemeinde den alttestamentlichen Propheten verborgen. Und doch ist sie der Fokus der Weltgeschichte. Frühere Ereignisse dienen dazu, der Gemeinde wichtige biblische Wahrheiten in symbolisierter, teilverschlüsselter Form einzuprägen.

Im Gesetz Mose’s steht geschrieben: “Du sollst dem Ochsen nicht das Maul verbinden, der da drischt.” Sorgt Gott für die Ochsen? Oder sagt er’s nicht vielmehr um unsertwillen? Denn es ist ja um unsertwillen geschrieben.” (1.Kor 9,9-10) Sicher ist Gott auch das Wohl der Ochsen wichtig. Gott fühlt Erbarmen auch mit den Tieren (Jona 4,11) Doch die Hauptaussage zielt auf die christliche Gemeinde und ihre Leiter, die angemessen versorgt werden sollen. “Also hat auch der HERR befohlen, daß, die das Evangelium verkündigen, sollen sich vom Evangelium nähren sollen.” (1.Kor 9,14)

Was immer im Alten Testament geschieht, Gott denkt damit zugleich an den Neuen Bund, der durch Jesus Christus mit Menschen geschlossen wird. Selbst wenn es im AT um die Fütterung der Ochsen geht.

Nach dem Exodus aus Ägypten war es Israel möglich, nach der Sklaverei ein Leben in Freiheit zu beginnen. Auch Jesus kam aus Ägypten zurück und gab allen in Israel, die an ihn glaubten. die Chance auf Freiheit von der Sklaverei der Sünde. In beiden Fällen wurde ein ganz neues Kapitel der Geschichte des Gottesvolkes begonnen.

Einen ähnlichen Zusammenhang finden wir in Matthäus 2,23: “(Jesus)  ließ sich in einer Stadt namens Nazaret (Ναζαρετ) nieder. So sollte sich erfüllen, was die Propheten sagten: Er soll Nazōraios (Ναζωραιος) genannt werden.”

Auch dieser dem Propheten zugeschriebene Satz findet sich nirgends im AT. Dem Messias wird aber vom Propheten das Wort “Spross” (hebr. N-e-Z-e-R) zugeordnet. Wörtlich heißt es dort: “es wird ein Spross aufgehen vom Baumstumpf Isais … auf dem der Geist des HERRN ruhen wird, …. Er wird .. mit Gerechtigkeit die Armen richten … und wird mit dem Stabe seines Mundes die Erde schlagen und mit seinem Atem den Gottlosen töten.” (Jes 11,1) Hier geht es ohne Zweifel um den Messias, der über die Erde richtet und mit einem bloßen Wort töten kann. (vgl. Offb 1,16: “er hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Gesicht leuchtete wie die helle Sonne.”)

Hier sagt Matthäus der gläubigen Gemeinde: In Nazaret wuchs Jesus auf. Viele, die ihm hier vor seinem Wirken begegneten, erlebten, dass hier eine große Persönlichkeit heranwuchs. Sollte er der verheißene NEZER sein? Eine unzerstörbare Hoffnung, die unversehens aus einem abgestorbenen, totgeglaubten Baumstumpf hervorwuchs und einst über alles triumphieren würde? Der Name des Ortes schien diese Ahnung zu bekräftigen: NaZaRet.  Gott hatte sich diesen Ort ausgewählt, um den Gläubigen, die den Messias erwarteten, einen Hinweis zu geben.

Gott gibt einen Hinweis, der dem Gläubigen genügen kann, aber keinen “Beweis”, der Nichtglaubende zwingt, der Bibel Unfehlbarkeit zu bescheinigen. Dann hätte der Satz, so wie Matthäus ihn zitiert, auch in der Prophetie stehen müssen.

Eine ähnlich vorsichtige Beurteilung ist angebracht bei der “Prophezeihung” des Kindermords von Bethlehem (Mt 2, 16-18 / vgl. Jer 31,15-16) und der Geburt in Bethelehem (Mt 2,4-6 / vgl. Micha 5,1) u.a.

Eine sehr starke Prophetie dagegen ist die Danielprophetie, die ankündigt, dass der Gesalbte nach 69 Jahrwochen nach dem Wiederaufbau Jerusalems hingerichtet werden wird. “So wisse nun und merke: von der Zeit an, da ausgeht der Befehl, daß Jerusalem soll wieder gebaut werden, bis auf den Gesalbten, den Fürsten, sind sieben Wochen und zweiundsechzig Wochen… Und nach den zweiundsechzig Wochen wird der Gesalbte ausgerottet werden” (Dan 9,25-26)

Im 20ten Regierungsjahr des persischen Königs Artaxerxes, d.h. im Jahr 445 v.Chr. erging der Befehl die Stadt Jerusalem wieder aufzubauen. (Neh 2,1-8) Die Hinrichtung des Messias, des “Gesalbten”, sollte 7 + 62 = 69 “Jahrwochen” d.h. 7 x 69 = 483 Jahre später erfolgen, d.h. etwa im Jahr 31 n.Chr.

Die Folge dieser Prophezeiung war eine allgemeine starke Messiaserwartung in Palästina zur Zeit Jesu, wie sie später nie mehr entstehen sollte. In dieser Zeit traten allerdings etliche Persönlichkeiten auf, die als Messias verehrt wurden und umgebracht wurden (wie z.B. Bar Kochba)

Eine zweite Prophetie, die stark über den Kreis der Jünger hinauswirkte, war die Ankündigung des stellvertretend leidenden Gottesknechtes. “Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sah auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn.”  (Jes 53,4-6)

Noch heute wird das Lesen dieser Prophetenworte in vielen Synagogen vermieden, da sie die Befürchtung wecken, dass der Prophet den Opfertod Jesu voraussagt.

Auf wen könnten diese Prophetenworte denn zutreffen, wenn nicht auf Jesus?

Jesus war die einzige Persönlichkeit mit weltweiter und heute noch andauernder Wirksamkeit, auf die die Datumsangabe des Propheten Daniel zutrifft.

Doch “Beweise” im zwingenden juristischen Sinn liegen dennoch nicht vor. Im Gegenteil: die erstgenannten Beispiele können – fehlt die geistliche Deutung – durchaus als Belege für fehlerhafte Prophetie dienen. Erst recht ist es unseriös und absurd, auf diese Aussagen eine “Wahrscheinlichkeitsrechnung” zu gründen. Leider gibt es immer noch viele Gläubige, die solche unhaltbaren Behauptungen ungeprüft nachplappern, in Büchern und Traktaten drucken sowie auch noch die Internet-Foren damit beglücken müssen.

Menschen, die dem christlichen Glauben fernstehen, werden daraus eigentlich nur den Schluss ziehen, dass Glauben etwas mit Selbstbetrug zu tun hat, mit Wunschdenken, dass erwachsene Menschen durch Religion nur kindisch und leichtgläubig werden.

Auch Gläubigen kann manipulative und unehrliche Bibelinterpretation schaden. Es schmerzt,  die Manipulation wahrzunehmen, aber auf Richtigstellung verzichten zu müssen, weil sie als Angriff auf den Glauben gesehen wird. Umgekehrt wird der Ehrliche die Erwartung, Falsches einfach zu ignorieren, als Angriff auf seine Würde und Integrität empfinden. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit, der Einigkeit im Geiste, wird unter diesen Bedingungen immer weiter schrumpfen. Unehrlichkeit ist nicht verhandelbar. Sie reißt einen Graben auf zwischen den, die an ihr festhalten und denen, die sie überwinden wollen.

(Siehe zu weiteren Details des Themas “biblische Prophetie” auch die Diskussion um den Aufsatz von Klaus Schmeh “Beweisen eingetroffene Prophezeiungen, dass die Bibel das Wort Gottes ist?“]

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Artikel aktualisiert am 17.11.2018

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