Schiedsgerichtlicher Dienst

Da die Gemeinde “geheiligt” (Eph 6,26-27) worden ist, d.h. göttliches Eigentum geworden ist, sollte Feindschaft in ihr nicht geduldet werden. (Eph 5,11) Sie ist der “Leib Christi“, in dem die “Körperteile” füreinander verantwortlich sind.  (1.Ko 12, 26Deswegen sollte eine Gemeinschaft gläubiger Menschen die Schädigung eines Mitgliedes nicht ignorieren, sondern solidarisch und angemessen reagieren.

Sowohl Jesus wie Paulus sagten, dass Rechtsstreitigkeiten in der Gemeinde nicht ignoriert werden (Mt 18,17 /1.Ko 6,1 ff), sondern durch geeignete Gläubige der Gemeinde nach biblischen Maßstäben geschlichtet werden sollen. Dazu haben wir ein einfaches und sinnvolles Verfahren vorgeschlagen, das die Autorität der Gemeindeversammlung angemessen respektiert.

Sofern man dieses Verfahren noch nicht eingerichtet hat, sollte man dem Geschädigten das Recht zugestehen, seine Sache den Ältesten einer nicht beeinflussbaren anderen bibeltreuen Gemeinde vorzutragen, die den Beschuldigten hört und ihre Beurteilung in der Mitgliederversammlung vorträgt. Dieser simple Weg ist immer möglich!

Der schiedsgerichtliche Dienst bearbeitet (nur!) einzelne Fälle, in denen jemand mutwillig durch ein Gemeindeglied geschädigt worden ist und deshalb Anspruch auf Hilfe hat (Straftaten wie Betrug, Diebstahl, Verleumdung, Mobbing, Körperverletzung). So etwas kommt gottlob selten vor, sollte aber glaubwürdig geklärt werden – wenn Gläubige die Qualitätsmaßstäbe Jesu “Barmherzigkeit, Liebe zum Recht, Treue und Ehrlichkeit” (Mt 23,23) als wichtigste Gebote respektieren. Der schiedsgerichtliche Dienst ist eine Notordnung, da die Gemeinschaft der Gläubigen durch Duldung von Straftaten unglaubwürdig wird.

Ist nach Erkenntnis des schiedsgerichtlichen Dienstes ein Anspruch auf Hilfe entstanden, so ist der Schadensausgleich die vorrangige Aufgabe des Verursachers. Solange dieser diese Aufgabe vernachlässigt, sollte Gemeinschaft weder Spenden noch Mitarbeit des Verursachers zulassen. Darüber hinausgehende Sanktionen stehen der Gemeinde nicht zur Verfügung. Sie stellt also nur den Tatbestand fest und appelliert an das Gewissen. Auch der faire Ausgleich bleibt eine freiwillige Entscheidung.

Erbschaftsstreitigkeiten, die bei jedem Todesfall eintreten können, regelt die Gemeinde nicht (Luk 12,14). Nach biblischer Sicht verfügt der Erblasser über sein Einkommen so wie er will. Die Frage, wem der Erblasser was hätte hinterlassen müssen, wird von Gläubigen in der Regel unterschiedlich beantwortet werden. Ein Rechtsanspruch, der klar definiert ist und “vor die Gemeinde gebracht” (Mt 18,17) werden kann, entsteht dadurch nicht.

Artikel aktualisiert am 12.02.2020

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