Religiosität

Gott möchte, dass seine Kinder ihre hohe Berufung, ihre Freundschaft mit Gott, im Lebensstil zeigen. (“Heiligung“) Er will ihren Charakter formen, damit sie Menschen Mut machen können, Gott zu vertrauen. Der religiöse Mensch lehnt das ab, will aber auf religiöse Gefühle nicht verzichten. Der christliche Glaube soll nur noch emotionales Gewürz sein, eine verfeinernde Zutat zur Hauptmahlzeit, d.h. zur einer weitgehend materialistischen Lebenseinstellung. Kosten darf der christliche Glaube nichts mehr.

Religiosität ist ein Aberglaube, der leider auch in der lutherischen Volkskirche weit verbreitet ist. Man denkt dann in etwa so: “Wer glaubt, dass Jesus alles erledigt hat, der hat das Heil sicher, ganz egal ob er Heiligung wünscht oder darum betet.” Voltaire hatte einst zynisch gesagt: “Jesus muss ja sowieso vergeben. Es ist ja nun einmal sein Job”. Ein gefährlicher Irrtum! Mit Lippenbekenntnissen und Heuchelei kann man sich das Heil nicht aneignen! Es gibt kein Heil ohne Heiligung !

Die Bibel sagt es ausdrücklich: “Ohne Heiligung wird niemand den Herrn sehen !” (Hebr 12,14) Mögen etliche Prediger auf den Kanzeln das Gegenteil versichern – auch wenn sie sich damit sehr beliebt machen, handeln sie nicht im Auftrag Jesu. Es wäre dumm, sich auf Menschenmeinung zu verlassen.

Religiosität kann eine Form der Resignation sein bei Menschen, die sich jahrelang sinnlos mit Werkgerechtigkeit herumquälen mussten. Gott wird diese Menschen sicherlich viel barmherziger beurteilen als solche, die die wohltuende Natur des Glaubens erkannt und ihn dennoch verworfen haben. Man kann immer wieder nur warnen, dass der Gläubige mit Werkgerechtigkeit keine Kompromisse machen darf, da sie für die Beziehung zu Jesus Christus äußerst gefährlich ist: “Ihr habt Christus verloren, die ihr durch die Erfüllung einer Norm gerechtwerden wollt – ihr seid aus der Gnade herausgefallen“. (Gal 5,4)

Artikel aktualisiert am 25.04.2018

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