Höllische Verführung ! (Satire) [1]

Rettet, was noch zu retten ist !

Als wir auf unserer Suche im Netz nach gleichgesinnten Verteidigern des Glaubens auf die Homepage eines in christlichen Gemeinden weithin bekannten und beliebten Bibellehrers stießen, entdeckten wir dort Ansichten über das Heilige Wort Gottes, die wir nur mit mit tiefer Besorgnis, ja mit Entsetzen zur Kenntnis nehmen konnten, Ansichten, die von allen, die nach Bewahrung der reinen Lehre streben, nur als eine schwere charakterliche und geistliche Verirrung beurteilt werden können.

Dieser verirrte Bruder hat doch tatsächlich behauptet, der vierte Vers des fünften Kapitels des Johannesevangelium, der von einem wundertätigen Engel berichtet, “gehöre nicht zur Heiligen Schrift.”

Schon der erste genannte Grund ist fragwürdig: der Satz wäre “nicht echt”, denn er sei ja nicht in den ältesten Handschriften enthalten, sondern nur in den viel jüngeren Handschriften, die der gesegnete Reformator Martin Luther für seine Bibelübersetzung verwendet hat. 

Bereits hier wird die mangelnde Sensibilität des gefallenen Bruders für die willkürliche Ausstreichung vieler wertvoller Teilsätze deutlich. Es dürfte wenig Zweifel daran bestehen, dass hier ein Weg beschritten wurde, der direkt in die ewige Verdammis der Hölle führt. “Und wenn jemand etwas wegnimmt (!) von den Worten des Buchs dieser Weissagung, so wird Gott ihm seinen Anteil wegnehmen am Baum des Lebens und an der heiligen Stadt, von denen in diesem Buch geschrieben steht.” (Offb. 22,19)

Viel verheerender als die fragwürdige Beurteilung der Handschriften ist die Tatsache, dass der verirrte und glaubensschwache Bruder sich der ungeheuerlichen Anmaßung schuldig gemacht hat, INHALTLICHE Gründe gegen den aus der Heiligen Schrift gewaltsam herausgerissenen Satz anzuführen.

Er behauptete, der Satz “passe nicht” zur Theologie des Neuen Testamentes, denn “nirgends sonst berichte die Bibel von Wasser, das ohne einen ausdrücklichen Befehl Gottes Wunder gewirkt habe”. 

Wem liegt da nicht die Frage auf der Zunge: “Du bist ein Lehrer in Israel und weißt das nicht?” (Joh 3,10) Berichtet nicht die Apostelgeschichte, dass es genügte, das “Taschentüchlein des Petrus auf Kranke zu legen“, um sie gesund zu machen? (Apg 19,12) Wo ist hier von einem besonderen Wort Gottes die Rede? Wenn nun die bloße Berührung mit dem Tuch des Apostels Petrus genügte, um zahlreiche Heilungswunder zu vollbringen, warum soll dann das Wasser in Bethesda nicht heilen können, nachdem es von einem Engel berührt worden war? Diese Schlussfolgerung sollte doch naheliegen. Heißt es nicht in der Heiligen Schrift, dass sogar ein Leichnam wieder lebendig wurde, nachdem ihn Leute auf das Grab des Propheten Elias geworfen hatten? (2. Kö 13,21) O dieser ewig schwächelnde Glaube! Die Gläubigen aller  Zeiten haben mehr Glauben bewiesen als dieser unberufene Bruder, der meint, andere über die Bibel belehren zu müssen, denn sie haben mit großem Aufwand die Gebeine der heiligen Apostel und aller ihrer Kleidungsstücke, wo immer man ihrer habhaft werden konnte, zu heiligen Stätten und Kirchen gebracht, damit die Gläubigen allerorten der wundertätigen Wirkung teilhaftig werden konnten. 

Diese Überlegungen sollen uns aber nicht davon abhalten, unseren Blick auf den verderblichen und fluchbeladenen Entschluss dieses Bibellehrers zu richten, der meint, inhaltliche Kritik (!) an einem Satz der Heiligen Schrift  üben zu müssen und zu verkünden, er “passe nicht zur Heiligen Schrift.” 

Bibellehrer und Bibelkritik! O Greuel über Greuel im Allerheiligsten! Wurde nicht jeder, aber auch jeder wahrhaft bibeltreue Gläubige immer wieder von berufenen Lehrern eindringlich gewarnt, dass INHALTLICHE EINWÄNDE einer Verwässerung des Glaubens Tür und Tor öffnen und deshalb ausnahmslos und mit aller Entschiedenheit bekämpft werden müssen?  

Die Frage, ob vollkommenes göttliches Wort durch Missverstehen oder geistige Fehlleistung des Hörenden oder auch durch spätere Hinzufügungen und unsachgemäße Deutung gelegentlich verunreinigt worden sein könnte, ist ABSOLUT TABU. 

Ist ihm nicht bekannt, dass nach Auffassung aller wahrhaft Bibeltreuen das rechte Vertrauen in Gott nur dann möglich ist, wenn wir unbeirrbar an ein fehlerloses Hören, fehlerloses Verstehen, fehlerloses Zusammenstellen und Sammeln und fehlerloses Abschreiben glauben? Jeder bibeltreue Gläubige weiss, dass nur der unerschütterliche Glaube an ausnahmslos ALLES, was zwischen den Buchdeckeln der heiligen Urkunde geschrieben ist, den Zugang zum wahren Glauben und zu emotionaler Geborgenheit eröffnet. 

Deswegen sind INHALTLICHE EINWÄNDE GRUNDSÄTZLICH NIE erlaubt. Unser Verstand ist ALLEM Geschriebenen in der Heiligen Urkunde UNTERZUORDNEN.  Alles was wir aus der heiligen Urkunde erfahren, ist heilig, richtig, vollkommen und uns zum tieferen Verständnis der göttlichen Persönlichkeit gegeben. Deswegen hat der Gläubige gelernt und muss lernen in jedem Fall “Gott sei gelobt!” und “Wie groß ist unser Gott!” zu rufen, nicht nur bei Massenschlachtungen männlicher Säuglinge, sondern auch bei Zwangsverheiratungen (Num 31,17) und erst recht beim Händeabhacken (Deu 25,12). Auch die Empfehlung eines großen Vaters im Glauben, “kleine Kinder an einem Felsen zu zerschmettern” (Ps 137,9) ist nichts weiter als eine Übung, niemals zu zweifeln, sondern zu wahrer Glaubensstärke heranzuwachsen.  Nur auf diesem Weg der vorbehaltlosen Zustimmung kann der Gläubige zu charakterlicher Reife, zu reinster Gottesliebe und zu seligster Gewissheit finden.

Deshalb müssen wir, die wahrhaft Gläubigen, in aller Liebe, aber auch in aller gebotenen Schärfe vor dem durch Satan verblendeten Bruder warnen, der nicht begreifen kann, dass “Bibelkritik light” nichts anderes ist als eine Entwürdigung des Heiligsten, die die Zerstörung des Glaubens, den wir von unseren Vätern in Christo gelernt haben, fahrlässig in Kauf nimmt. Solche Mitchristen, die die Liebe zur Wahrheit verleugnet haben (2. Thess 2,10), sind gemäß der Offenbarung unseres allliebenden Gottes dem Untergang geweiht (Offb  22,19) O trennt das räudige Schaf von der Herde, auf dass nicht der Rest der Herde mit der Fäulnis des Unglaubens angesteckt und verderbet werde! Und habt acht auf die Verführten – vielleicht kann manch einer von ihnen doch noch an der Schwelle des Abgrundes stehend durch massiven sozialen Druck und Unfreundlichkeit zum Nachdenken und zur Umkehr bewegt werden – getreu den Bibelworten: “Habt keine Gemeinschaft mit ihnen!” (2.Kor 6,15) “Grüßet sie nicht”  (2. Jo 10) “Verabscheut sogar den Kontakt mit ihrer Kleidung!” (Jud 23) “Schafft die Unreinen hinaus vor das Lager des Volkes Gottes!” (Lev 13,46 / 1.Kor 5,13)

Zur Zeit unseres großen Reformators Martin Luther war es viel einfacher, angefochtene Zweifler zum rechten Glauben zurückzubringen. Er empfahl, Prediger ohne Lizenz gleich dem “Meister Hansen” (= dem Henker) zu übergeben. Der Schrift gehorsam, sah er es als seine Pflicht,  ihren “Leib der Vernichtung zu übergeben, damit einst die Seele gerettet werde.” (1.Kor 5,5) Erfahrungsgemäß gab es nur sehr wenig Unbelehrbare, die Henkersschwert, Daumenschrauben und Scheiterhaufen nicht überzeugen konnten. Auch wenn wir heute auf die bewährten Erziehungsmittel eines Gottesstaates nicht mehr zurückgreifen können – so sollten sich doch alle wahrhaft Gläubigen herausgefordert sehen, in der Wahl der Mittel nicht allzu zimperlich zu sein, wenn die Glaubwürdigkeit der frohen Botschaft auf dem Spiel steht.


[1] zur Zeit der Reformation leider keine Satire. Nach 30 Jahren Religionskrieg, der 70% der deutschen Bevölkerung das Leben kostete, war die bis dahin selbstverständliche Dominanz  der Religion in Gesellschaft und Politik endlich überwunden.

 

P.S. Diese (Real-)Satire gibt es auch zum Ausdrucken als Briefbeilage!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Artikel aktualisiert am 10.11.2018

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