Heilsgewissheit versus Vertragspflichten

Wird die Heilsgewissheit durch überfordernde Vertragspflichten eingeschränkt?

Was wird dem Gläubigen für die Zukunft zugesichert?

Der Vertragszweck: Rettung vor dem Schicksal der ewigen Gottesferne, Befreiung von drückenden Schuldgefühlen, Freude über die enge Verbindung mit Gott, Leben im Vertrauen auf Ihn und in Seiner Kraft: ewiges Leben.

So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.” (Joh 3,16)

Denn so du mit deinem Munde bekennst Jesum, daß er der HERR sei, und glaubst in deinem Herzen, daß ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet.” (Rö 10,9)

Rettung heißt Befreiung von aller Schuld und Schuldgefühlen: “das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.” (1.Jo 1,7). “Wir können nun zu Gott kommen mit aufrichtigem Herzen und völligem Vertrauen, denn das Blut Jesu Chrti hat uns vom bösen Gewissen befreit und uns völlig reingewaschen.” (Hebr 10,22)

Rettung heißt Auferstehung nach dem Tod und ewige Freude bei Gott in der unsichtbaren Welt: “sie werden sein Volk sein, und er selbst wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.” (Offb 21,3-4)

Wer nicht gerettet ist, hat eine schreckliche Strafe zu erwarten: ein ewig dauerndes Leben fern von Gott: “Der Verzagten aber und Ungläubigen und Greulichen und Totschläger und Hurer und Zauberer und Abgöttischen und aller Lügner, deren Teil wird sein in dem Pfuhl, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der andere Tod.” (Offb 21,8)

Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben” (Mt 25,46)

Diese Rettung ist ein Geschenk, dass auch dem Unwürdigsten gegeben wird, sofern er nur auf die Gnade Gottes vertraut: “Denn aus Gnade durch den Glauben seid ihr gerettet geworden, und das nicht durch euch selbst: Gottes Gabe ist es, die man sich nicht verdienen kann, damit sich niemand seiner Leistung rühme.” (Eph 2,8-9).

Vertragspflichten:

Das Geschenk des Heils, die Annahme des Gläubigen an Kindes Statt (1.Joh 3,1), ist nicht nur ein juristischer Akt, der das Leben des Gläubigen unberührt lässt und quasi “über seinen Kopf hinweg” entschieden wird.

Die geschenkte Würde soll das Leben des Gläubigen zum Guten verwandeln und prägen. Sie soll den Gläubigen dazu bringen, Gottes Gnade im eigenen Leben Raum zu geben, die Freundschaft mit Ihm durch den Lebensstil deutlich werden zu lassen und seine Liebe an Mitmenschen weiterzugeben.

Der Ephesertext fährt deshalb fort: “… Denn wir sind sein Werk, geschaffen
durch Christus Jesus, um ein Leben voll guter Werke zu führen, für das uns Gott vorbereitet hat” (Eph 2,10).

An vielen Stellen redet die Bibel von der Aufgabe des Gläubigen, Gott würdig zu repräsentieren: “wir haben euch bezeugt, dass ihr würdig vor Gott leben sollt, der euch berufen hat zu seinem Reich und zu seiner Herrlichkeit.“ (2.Thess 2,12)

Die Liebe Gottes soll Frucht bringen zum Segen für die Mitmenschen: “Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun.” (Joh 15,5)

Frucht ist etwas Lebendiges, etwas das göttliche Qualität hat, und selbst wieder Geschenk und Gnade ist. Sie ist etwas, was durch eigene Anstrengungen nicht erzwungen werden kann und nur in der lebendigen liebevollen Verbindung zum Weinstock, zu Jesus Christus entsteht.

Die Gebote verdeutlichen die äußerlichen Merkmale der Frucht. Man sieht an ihnen, dass das Leben zur Ehre Gottes mit erheblichen Einschränkungen hinsichtlich Egozentrik, Habgier, Vergnügungssucht und Triebhaftigkeit verbunden ist.

Auch wenn dieser Weg nicht leicht ist, so ist sein Zweck immer die Vertiefung der Liebe zu Gott, zum Nächsten und zu sich selbst. Wer sich in einen anderen Menschen verliebt hat, wird selbstverständlich freudig Einschränkungen auf sich nehmen, die den Partner erfreuen. Eben denselben Zweck, Liebe und Vertrauen zu vertiefen, hat die “Heiligung” auch.

Schädliche Reaktionen:

Nun können Gläubige in zweifacher Weise in fataler Weise auf die Gebote Gottes reagieren.

Entweder sie leben so wie alle Welt. Sie wollen zwar nach dem Tod von Gott als die Seinigen anerkannt werden, hier auf Erden soll man sie möglichst nicht als Christ erkennen. Folglich gibt es für sie auch keine Pflicht, Gott würdig zu repräsentieren. Einschränkungen ihres Egos betrachten sie als unzumutbar.

Diese Menschen warnt die Bibel: “Es werden nicht alle, die zu mir sagen: HERR, HERR! ins Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.” (Mt 7,23) Nur “dran glauben”, genügt nicht: “Versteht ihr nun, dass der Mensch den Gehorsam braucht um von Gott anerkannt zu werden, und dass es nicht genügt, einfach nur an Gott zu glauben ….Denn so wie der Körper ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Gehorsam tot.” (Jak 2,24+26) “Denn wenn ihr wie alle Welt lebt, so werdet ihr sterben müssen; wenn ihr aber durch den Geist die Aktionen des Fleisches tötet, so werdet ihr leben.” (Rö 8,13)

Die andere fatale Reaktion von Gläubigen ist, dass die Angst vor eventueller Ungnade Gottes sie in blinden “Gehorsam” hineintreibt. Ihre Angst hindert sie zu verstehen, dass Gott nur an “lebendiger Frucht”, interessiert ist. “Lebendige Frucht” gedeiht nur nur in Liebe und Freiheit und ist mit der Willenskraft allein nicht zu erzwingen.

Sie erkennen auch nicht, dass sie mit ihrem Verhalten bezeugen, dass eine Pflicht zum “nachträglichen Abarbeiten des Heils” besteht und dass dieses “Zeugnis” eine Beleidigung der freien Gnade und Liebe Gottes ist. Deswegen wirkt dieses “Zeugnis” auch auf die Mitmenschen in keiner Weise einladend. Von einem würdigen Repräsentieren Gottes kann keine Rede sein. Doch diese Tatsache erreicht das Gewissen oft nicht mehr.

Deswegen ist der Gehorsam aus Angst nicht nur sinnlos, er ist selbst Sünde und führt das herbei, was er unbedingt vermeiden will, die Gefährdung des Heils! “Ihr habt Christum verloren, die ihr durch die Erfüllung der göttlichen Normen gerecht werden wollt, und seid von der Gnade gefallen.” (Gal 5,4)

Mit einem Gleichnis lässt sich die Situation verdeutlichen. Wer Christ wird, nimmt teil an einem Segel-Wettbewerb. Er muss sein Segel aufziehen und steuern, um das Ziel zu erreichen. Er darf sich dabei nur der Kraft des Windes bedienen. Der Wind ist der Heilige Geist, der Vertrauen und Liebe schenkt. Der Einsatz eigener Körperkraft (Rudern) ist verboten. Wenn der Wind abflaut oder aufhört, so muss er geduldig warten. Wer ungeduldig wird und doch Ruder einsetzt um das Schiff zu bewegen, wird disqualifiziert. Dem faulen Christen entspricht der Teilnehmer, der am Startplatz verbleibt und alle Annehmlichkeiten dort genießt in der Haltung: das Segel aufziehen ist viel zu unbequem – es kommt ja doch kein Wind.

Gläubige die unter ständiger Angst leiden, brauchen eine verlässliche Antwort auf die Frage, ob Unvollkommenheit das Heil gefährdet.

Artikel aktualisiert am 25.04.2018

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