Buchstabentreue


 

Buchstabentreue

1. Die Form ist eine Hilfe, sich an den wichtigeren Inhalt zu erinnern!
2. Vergessene neutestamentliche Gebote
3. Der gemeinschaftsstiftende Charakter von Formvorschriften
4. Gemeinschaft stärken durch liebevolles Entgegenkommen
5. Buchstabenterror
6. Hundertprozentige Buchstabentreue ist eine Illusion

1. Die Form ist eine Hilfe, sich an den wichtigeren (!) Inhalt zu erinnern!

Gott gibt in seinem Wort Gebote und Empfehlungen, die wichtige Glaubenswahrheiten symbolisieren. Die bekanntesten Beispiele sind die Taufe und das Abendmahl. Die Symbolik erinnert daran, dass die Welt Gottes zwar unsichtbar, aber nicht weniger wirklich ist. Die Taufe macht deutlich: so wie der Körper jetzt ins Wasser getaucht und wieder aufgerichtet wird, so hat Christus dein altes Leben in den Tod und dir dafür ein neues gegeben. Das Abendmahl erinnert: der Leib Christi wurde für dich zerstört, so wie du jetzt das Brot brichst. Sein Blut wurde für dich vergossen. So wie du jetzt das Brot brichst und den Wein trinkst, so nimmst du das Opfer Jesu für dich in Anspruch, das dich rettet und zu einem Zweig am Gottes Weinstock macht.

Symbolische Gebote verdeutlichen außerdem, dass Christen der “Leib Christi” sind (1.Kor 12) , d.h. von Christus durch die Bekehrung vom alten Leben und durch die Sündenvergebung zu einer neuen unauflöslichen Gemeinschaft zusammengefügt worden sind.

Symbolische Gebote haben also eine private und eine öffentliche Bedeutung.

Die Voraussetzung des Gehorsams gegenüber einem symbolischen Gebot ist stets die Tatsache, dass die symbolisierten Inhalte tatsächlich vorhanden sind. Sinn macht die Beachtung eines symbolischen Gebotes nur, wenn diese göttliche Regel treu beachtet wird: “Der Inhalt ist wichtiger als die Form!” “Denn nicht der ist ein Jude und gehört zum Gottesvolk, der die äußerlichen Merkmale eines Juden zeigt, auch ist nicht die Beschneidung, die man äußerlich am Körper vornimmt, das wirkliche Bundeszeichen. Nur der ist ein Jude oder gehört zum Gottesvolk, der es inwendig verborgen ist, und das tatsächliche Bundeszeichen ist der im Gläubigen wohnende Heilige Geist und nicht ein Ritual, das buchstabengenau nach Vorschrift durchgeführt wurde. Es kommt darauf an, was Gott richtig und gut findet, während die Anerkennung durch Menschen nichts bedeutet.” (Rö 2,28-29)

Zur Zeit Jesu wurde großer Wert auf die Beachtung mosaischer Speise- und Reinigungsvorschriften gelegt, da man damit seine Zugehörigkeit zum erwählten Volk und die unüberwindbare Kluft zu den römischen Besatzern betonte.

Der Wunsch nach Reinheit war jedoch überwiegend äußerlich. Innerlich strebte man nicht danach. Dort sollte alles beim alten bleiben. “Dies Volk ehrt mich nur mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir…” (Mt 15,8)

Das zeigt, dass die Beachtung äußerliche Formvorschriften auch gefährlich sein kann, wenn sie nämlich dazu dient, sich über den inneren Zustand hinwegzutäuschen.

Da das Volk Israel den Messias nicht erkannte, obwohl doch das mosaische Gesetz auf ihn vorbereiten sollte, wurden im Verlauf der weiteren Gemeindegeschichte so gut wie alle mosaischen Formvorschriften über Bord geworfen. Man beschränkte sich auf vier Gebote, um den jüdisch geprägten Christen keinen Anstoß zu bieten (Apg 15). Auch strengste Gebote, wie das Sabbatgebot und die Beschneidung wurden schließlich für entbehrlich gehalten. “Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, so wird euch Christus nichts nützen. Ich bezeuge abermals einem jeden, der sich beschneiden lässt, dass er dann das ganze Gesetz erfüllen muss. Ihr habt Christus verloren, die ihr durch Erfüllung der göttlichen Normen gerecht werden wollt, und habt auf die Gnade verzichtet.” (Gal 5,2-4).

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2. Vergessene neutestamentliche Gebote

Bei dem Gebot, die Brüder mit dem “heiligen Kuss” zu grüßen (1.Kor 16,20) wird ein Auseinanderfallen von Form und Inhalt als besonders unangenehm empfunden. Wer es nicht von Herzen gut meint mit seinem Bruder und ihn dennoch küsst, wird an den Kuss des Judas denken. So erinnert dieser Brauch daran, dass der Gläubige seinen Bruder von Herzen lieben soll, so sehr, das er sogar bereit ist, das “Leben für ihn einzusetzen” (1.Jo 3,16).

Man kann nicht sagen, dass diese Funktion unwichtig ist. Auffällig ist, dass dieses Gebot in Gemeinden, die ihren Mitgliedern viele Formvorschriften aufladen, die gar nicht in der Bibel stehen (einzig zulässige Liturgie, einzig zulässiges Liederbuch usw.), sehr oft für entbehrlich gehalten wird.

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3. Der gemeinschaftsstiftende Charakter von Formvorschriften

Geistliche Symbole wie das Abendmahl sind sehr wichtig, um an wesentliche Glaubensinhalte zu erinnern, an die eigene Sündhaftigkeit, an die Sündenvergebung und Liebe Gottes, an die Notwendigkeit der Heiligung, und die Einheit des Leibes Christi. Die Gemeinde ist eine Neuschöpfung der unsichtbaren Welt und viel mehr als ein unverbindliches Zusammentreffen religiös Interessierter, womit sie oft verwechselt wird.

Um sich das bewusst zu machen, ist es auch sehr wichtig, “das Brot in den Häusern” zu brechen (Apg 2,42), sooft wie möglich. Alle paar Wochen das Abendmahl zu halten, wie es in der Volkskirche üblich ist, ist sicherlich zu wenig.

Darüber hinaus wird das Zusammengehörigkeitsgefühl einer Gemeinschaft auch noch durch weitere Merkmale geprägt, die sich nicht zwingend aus der Bibel ergeben, sondern aus der Tradition stammen.

Sein persönlichen Stil zu wählen, ist nicht falsch. Doch ist hier immer zu beachten, dass man die Christen, die sich in anderen Gemeinschaften mit anderen Stilen zusammenfinden, mit gleicher Liebe als vollwertige Glaubensgeschwister ansieht.

Ist diese Liebe nicht da und verdeckt der Formalismus diesen Mangel, dann ist es besser, dem Vorbild der Urgemeinde zu folgen und sich von irreführenden oder missbrauchten Formen zu verabschieden.

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4. Gemeinschaft stärken durch liebevolles Entgegenkommen

Manche Gemeinden erwarten, dass der Gläubige für den Gottesdienst festlich anzieht (Ps 29,2), oder dass Frauen Röcke (5.Mo 22,5) oder Kopftücher (1.Kor 11,13) tragen. Solche Regeln stehen in einer gewissen Nähe zu biblischen Geboten, wobei angesichts des neutestamentlichen Umgangs mit strengen mosaischen Formvorschriften nicht sicher nachzuweisen ist, ob diese Regeln zeitbedingt sind oder nicht.

Das Vorbild des Paulus weist uns hier den richtigen Weg, der sich bemühte “dem Juden ein Juden zu sein und dem Griechen ein Grieche, um alle zu gewinnen.” (1.Kor 9,20)

Was kostet es, wenn man sich gut anzieht, als Frau auf Kopfbedeckung achtet, um zu zeigen, dass man den Stil einer Gemeinschaft respektiert? Unnötigen Anstoß gilt es zu vermeiden. Nur wenn der Stil dazu dient, Korruption und Verlogenheit zuzudecken, dann kann es sinnvoll sein, zu zeigen, dass die Formen mangels Inhalt nicht respektiert werden müssen – ähnlich wie es Jesus und die Apostel getan haben.

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5. Buchstabenterror

Die Schriftgelehrten belauerten Jesus, ob er am Sabbat heilen (Mk 3,2) und sich damit den Vorwurf der Sabbatschändung aussetzen würde. Obwohl sie es behaupteten, ging es ihnen gar nicht um die Ehrfurcht vor Gott. Der wahre Grund war: sie wollten mit ihrem religiösen Ego über die Gläubigen herrschen, die Nummer Eins sein, und deswegen konnten sie die konkurrierende Autorität Jesu nicht dulden. Durch zahlreiche überflüssige Vorschriften, die sie sich selbst ausgedacht hatten (Mt 23,4), prüften sie die Bereitschaft der Gläubigen, sich ihrer Leitung zu unterwerfen.

Die fehlende geistliche Motivation ist zu erkennen an ihrer Inkonsequenz. Jesus erinnerte sie daran, dass sie sehr wohl ein eigenes Tier, das am Sabbat in die Grube gefallen war, unverzüglich wieder herausholen würden (Mt 12,11). Ein hilfreicher Hinweis zur Selbsteinschätzung, doch den Pharisäern ging es nicht um Wahrheit oder Selbsterkennnis. Da ihnen die Argumente ausgingen, planten sie die Ermordung Jesu (V.14).

Gesetzlicher Formalismus ist ein Problem der christlichen Gemeinde geblieben: “Wenn ihr nun mit Christus gestorben und damit den Mächten der Welt nicht mehr unterworfen seid, was lasst ihr euch dann Satzungen auferlegen, als ob ihr der Welt weiter unterworfen wäret: “Du sollst das nicht anfassen, du sollst das nicht kosten, du sollst das nicht anrühren? Müsst ihr euch wirklich noch nach menschlichen Meinungen richten? Möglich, dass manche die danach leben, den Anschein von Weisheit erwecken, zumal sie sehr Gott hingegeben und demütig wirken und bei asketischen Übungen ihren Körper nicht schonen. Doch mit Ehrfurcht vor Gott hat das nichts zu tun. Es dient auschließlich menschlichem Ehrgeiz und menschlicher Eitelkeit.” (Kol 2,20-23). Immer wieder tauchen Gläubige auf, die mit Sondervorschriften eine exklusive Gemeinschaft inerhalb der Gemeinde Jesu bilden wollen, und dort zusätzliche Gebote aufrichten, wo die Bibel Freiheit lässt.

Nicht selten wird allein aus dem möglichen Missbrauch einer Sache das grundsätzliche Verbot abgeleitet (Fernsehen, Internet, nicht-kirchliche Musik usw.). Was den Gottesdienst betrifft, so reagiert man auf jede Abweichung von den Formvorschriften der Tradition mit Angst oder Aggression.

Manchen Gläubigen mit dieser Einstellung kann man die Gemeinschaft durch liebevolle Anpassung erleichtern. “Dem Juden bin ich ein Juden geworden um ihn zu gewinnen.” (1.Kor 9,20) Manchen aber genügt selbst das nicht, da sie es nicht ertragen, dass sich andersdenkende Gläubige, wenn sie unter sich sind, einer größeren Freiheit erfreuen. Sie begegnen diesen Geschwistern von vornherein mit grundsätzlicher Abneigung. Dass sie das wichtigste Gebot, die Liebe, dabei missachten und den Leib Christi mit ständiger Spalterei zerreißen (Phil 3,2), stört sie nicht.

Paulus stellt Parteiungen (Διχοστασαι) oder das Abspalten von Mitgliedern der Gemeinde (αίρέσεις) in eine Reihe mit schweren Sünden wie wie “Hurerei und Götzendienst“, von denen er sagt, “dass die, die solches praktizieren, keine Erben des Königreiches Gottes sein werden.” (Gal 5,21)

Parteiung und Abspalterei ist lebensgefährlich ! Es ist eine Missachtung der Würde Jesu Christi, eine Geringschätzung seines Opfers, das Er auch dem andersdenkenden Bruder zuliebe auf sich genommen hat.

Um so schlimmer ist es, immer wieder erleben zu müssen, wie leichtfertig Gläubige Gräben zwischen Christen aufreißen um völlig nebensächlicher Punkte willen, über die man sich nicht einigen kann. Für manchen genügt ja schon die Verwendung einer anderen Bibelübersetzung, anderer Urtexthandschriften oder die Verwendung eines Liedes, das nicht zum bisherigen Stil der Gemeinde passt. Man tut so, als ob hier gar keine Gefahr bestünde, sich mit unangemessener Enge schwer zu versündigen. Gemeindelehrer sollten über diese Gefahr angemessen informieren.

Durch Buchstabenterror braucht sich der Gläubige nicht einschüchtern zu lassen. Wenn jemand Gläubige mit Aggression oder Kälte behandelt, weil sie seinen engen Vorstellungen von wortwörtlichem Gehorsam nicht entsprechen, dann ist es nicht schwer, ihm zahlreiche Bibelworte entgegenzuhalten, die er selbst notorisch missachtet, z.B.: Gal 5,15: “Wenn ihr euch aber untereinander beißt und freßt, so seht zu, daß ihr nicht einer vom andern aufgefressen werdet.” Oder 1.Kor 10,29b: “Denn warum sollte ich das Gewissen eines andern über meine Freiheit urteilen lassen?” Oder 1.Joh 4,20: “Wenn jemand spricht: Ich liebe Gott, und haßt seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann er Gott lieben, den er nicht sieht?” Auch für den, der andere mit dem Buchstaben terrorisiert, gilt: “wer nur eines der Gebote nicht einhält, hat damit das ganze Gesetz gebrochen” (Jak 2,10).

Schon ganz einfache Gebote wie der heilige Kuss (1.Kor 16,20) dürften Christen, die ihre Umwelt mit ihrem frommen Ego terrorisieren, gewaltig schwerfallen. Gewöhnlich sehen solche Leute auch über Ungehorsam der eigenen Leitung hinweg.

Wie kann man hier helfen ? Am besten verhält man sich so, wie Jesus es getan hat: man macht ihnen ihre Inkonsequenz bewusst. Denn hundertprozentig buchstabentreu lebt so gut wie kein Christ, wenn es auch sehr, sehr selten als Ausnahme vorkommen mag. Absolute Buchstabentreue ist eine Illusion.

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6. Hundertprozentige Buchstabentreue ist eine Illusion.

Es ist sicher angemessen, ihn darauf hinzuweisen, was Jesus unter “Vollkommenheit” verstand: “Wenn du vollkommen sein willst…” (Mt 19,21).

Wer dieses Gebot in vollkommener Weise erfüllen will, der wird – wie Paulus und andere Apostel – praktisch auf Sozialhilfeniveau leben, um möglichst viel Geld für das Reich Gottes einsetzen zu können oder um vom Hungertod oder anderen humanitäten Katastrophen Betroffene zu retten und niemandem Hilfe schuldig zu bleiben; Er würde – wie Paulus und andere Apostel – nur soviel arbeiten, dass die Grundbedürfnisse – Essen und Obdach – abgedeckt sind und die übrige Zeit der Mission widmen, um möglichst viele Menschen vor der Hölle zu retten.

Er wäre entsprechend diesem Gebot verpflichtet, das Evangelium dorthin zu bringen, wo die Menschen am wenigsten davon hören, d.h in ein Land, in dem dieser Versuch mit Todesstrafe bedroht ist.

Wer sich hier beklagt, dass wäre zu hart oder übertrieben, dem ist das Wort Jesu entgegenzuhalten: “Wer sein Leben gewinnen will, der wird es verlieren, aber wer es verliert um meines und um des Evangeliums willen, der wird es gewinnen” (Mk 8,35).

Die ersten Afrikamissionare haben manchmal ihren Sarg gleich mit auf die Reise genommen, da sie damit rechnen konnten, binnen weniger Jahre an einer unerforschten Tropenkrankheit zu sterben.

Wenn es klar und deutlich verlangt wird, “sein Leben zu verlieren“, dann muss man hier keine Einwände erheben, zumal Jesus und seine Apostel und später etliche Missionare dazu bereit waren.

Heute müssen viele Missionare auf einem sehr niedrigen materiellen Niveau leben, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Sie sind gezwungen in primitiven Hüten zu schlafen, in gefährlichen Gegenden zu leben, manchmal weit entfernt von ärztlicher Versorgung, oder von unsauberem Geschirr zu essen, falls sie eingeladen werden. Sie habn gelernt, “sich an Nahrung und Kleidung genügen zu lassen” wie es der Apostel Paulus forderte. (1.Tim 6:8) Mit ihrem Verzicht kommen sie dem Ideal der vollkommenen Liebe sehr nah: “niemand hat größere Liebe als der, der sein Leben opfert für seine Freunde.” (Jo 15,13)

Nun sieht man aber bei nicht wenigen Gläubigen, die andere mit der Bibel terrorisieren, dass ihr Lebensstil weit über diesem Nivau liegt und auch ganz selbstverständlich beansprucht wird.

Warum kommt ihnen dann nie der Gedanke, wie barmherzig Jesus mit ihnen trotz ihrer unvollständigen Erfüllung des göttlichen Willens umgeht? Warum können sie sich daran nicht ein Beispiel nehmen und ihrerseits barmherzig mit Christen umgehen, die sich nicht so eng an Traditionen und Formen gebunden fühlen?

Wenn Gläubige keine klare Vorstellung von der Freiheit des Christen haben, dann können sie unter diesen Forderungen zerbrechen bzw. in selbstzerstörerische Werkgerechtigkeit hineingeraten.

Grundsätzlich gilt: ein Totalopfer muss völlig freiwillig sein, denn wesentliches Merkmal der Vollkommenheit ist die Freiwilligkeit. Wer vom schlechten Gewissen getrieben statt von der Liebe zu den Mitmenschen bewegt alles opfert, hat nur den äußerlichen Anschein der Vollkommenheit, innerlich aber ist alles beim alten geblieben. Sein Egoismus hat sich nur vom materiellen auf den religiösen Bereich verlagert.

Dann ist zu bedenken, dass der Gläubige durch zu starke Betonung eines Bibelwortes in Konflikt mit anderen Bibelworten geraten kann.

Ein einfaches Beispiel: in manchen Gemeinden wird großer Wert darauf gelegt, dass man gutgekleidet zum Gottesdienst erscheint, so wie man auch seine beste Kleidung anlegen würde, wenn man die Einladung eines Königs folgen würde. Dieser Stil kann sich auf 1.Chr 16,29 berufen: “Bringet dar dem HERRN die Ehre seines Namens, bringet Geschenke und kommt vor ihn und betet den HERRN an in heiligem Schmuck!“.

In anderen Gemeinden wird überhaupt kein Anstoß daran genommen, wenn jemand in Alltagskleidung zum Gottesdienst kommt. Hier liegt die Betonung auf dem Gedanken: “Ich darf zu Jesus kommen, so wie ich bin. Jesus hat niemanden abgewiesen, bloss, weil er unansehnlich oder arm war.” Bei diesem Stil fällt es Menschen aus den untersten Gesellschaftsschichten viel leichter, zum Gottesdienst zu kommen. Dieser Stil darf sich auf Röm 12,16 berufen: “Seid eines Sinnes untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den geringen.” Oder auf 1.Tim.2,9-10: “Die Frauen sollen unauffällig und schlicht gekleidet zum Gottesdienst kommen. Sie sollen sich weder durch besondere Frisuren noch durch Goldschmuck, Perlen oder auffällige Kleider hervortun. Der wahre Schmuck der Frauen ist, Gutes zu tun. Damit zeigen sie, dass sie Gott lieben und ehren.”

Was ist nun richtig, sich schön und festlich zu kleiden oder so schlicht, dass sich arme Menschen aus den unteren sozialen Schichten zu Hause fühlen?

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Artikel aktualisiert am 25.04.2018

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