Bericht Anonyma-22042017

Es gibt Menschen, die nach religiösem Missbrauch selbst nicht mehr reden oder für ihre Rechte kämpfen können, sei es aus Erschöpfung oder weil sie sich suizidiert haben, vor Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung – oder sie werden als Schizophren oder mit anderen sogenannten Diagnosen in der Psychiatrie „entsorgt“. … Manfred Lück (Psychiater) hat in einem Interview gesagt: Es landen ca. 70 % wegen zwischenmenschlicher Probleme in der Psychiatrie (er schrieb das Buch „Ist ja irre, wir behandeln die Falschen“).

Ich selbst weiß auch nicht, ob ich es schaffe diesen Wahnsinn der realen Unmenschlichkeit gegen einzelne Opfer (die dann zum Psychiatriefall / Drehtürpatient werden), als Sündenböcke für schizophrene sogenannte Christen überleben werde – und ob ich es schaffe irgendwie wieder in ein halbwegs oder ganzes normales Leben zurück zu finden. Nun versuche ich den Samstag irgendwie zu überstehen, danach den Sonntag, Montag, usw. ES ist ein täglicher Über-Lebens-Kampf mit wie ich es empfinde, einer zu schweren Last und zu vielen Problemen als Baustelle (PTBS-Symptome, völliger Erschöpfung oder Hochspannung, Schlafstörung und Albträumen, ständiger Kampf mit Selbstregulierung, Suchtproblem, Fressattacken noch ohne Erbrechen, finanzieller Überlebenskampf, Einsamkeit, Messiewohnung seit der Zeit nach der Traumatisierung …, die Mauer des Schweigens aushalten wie eine seelische Folter, die mir die Luft zum Atmen nimmt, Kampf gegen Suizidvorstellungen oder dem Wunsch nach Sterbehilfe; sich fragen wo man eine kleine Insel des Weiterlebens aufbauen könnte, mit dem schweren Rucksack in der Seele im Gepäck). Leid, Leid und nochmals Leid, das man mir hätte ersparen können – aber wen interessiert es in der Gemeinde!

Artikel aktualisiert am 25.04.2018

1 thought on “Bericht Anonyma-22042017”

  1. Hallo Anonyma…
    …dein Bericht spricht mir zutiefst aus der Seele!!! Deine Beschreibung über deinen Überlebensk(r)ampf – entspricht dem meinen – fast wie ein identisches Spiegelbild. Deine Worte sprechen das aus, was auch ich seit 2008 durchmache und es hört bis jetzt nicht wirklich auf… Ich war schon lange nicht mehr auf dieser Internetseite. Umso mehr macht es mir Mut die Berichte zu lesen, die hier veröffentlicht sind. Es sollten immer mehr Betroffene ihr Schweigen brechen, denn das ist es ja was Täter, Mitläufer und Gemeinden wollen: Eine Mauer des Schweigens aufrecht erhalten, wo es zu Missbrauch egal in welcher Form auch gekommen ist. Ein Fachmann für Betroffene von häuslicher Gewalt und Missbrauch sagte mir einmal: Missbrauch gibt es überall wo Menschen sind, das ist die Realität mit der wir leben müssen und die wir anerkennen sollten. Ich empfehle die Internetseite gottes-suche.de von Erika Kärstner. Sie ist auch eine sehr gute Ansprechperson, die sich mit den destruktiven Strukturen gerade in Kirche bzw. Gemeinden auskennt, speziell wenn es um Missbrauch egal in welcher Form auch geht.

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