Benignus – ein klares Ziel

Lieber Bruder, du gibst mir viel zum Nachdenken. Doch treffen die Befürchtungen zu? Mein Anliegen ist nicht, nach allen Seiten Rundumschläge zu verpassen und Hinz und Kunz zu kritisieren, weil sie von der „rechten Lehre“ abgewichen sind. Mir genügt vollauf das kleine Paket der 5 Heilstatsachen als „rechte Lehre“ , und in diesen 5 Punkten bin ich ja wohl mit Christen aller Couleur einig. Wenn mich Gläubige kritisieren wollen, dann gebe ich ihnen auf der Webseite ausreichend Gelegenheit dazu. Ich dagegen kritisiere niemand namentlich. es sei denn, er ist wie Luther schon ein paar hundert Jahre tot. Es genügt völlig, wenn man das Verhalten kritisiert. Wer jemanden persönlich angreift, nimmt dem anderen den Mut zur Selbstprüfung und macht es ihm u.U. schwer, sich von fragwürdigem Verhalten zu distanzieren. Und wenn ich kritisiere, dann sollte immer die Selbstprüfung dabei sein, denn wie man weiß, kann es die Wahrnehmung erheblich verzerren, wenn man kritisiert, um eigene Fehler zu entschuldigen.

Ich halte mich nicht für alle Fragen für zuständig und habe auch nicht den Wahn, ich könnte sie für andere verbindlich beantworten, z.B: Stellungnahme zu politischen Themen ist nur ein Punkt. Ich habe auch weder Zeit noch die Energie wie Karl Barth eine 21-bändige Dogmatik zusammenzuschreiben, die zu fast jeder Frage Stellung nimmt (in Studentenkreisen wird diese in weißen Umschlag eingebundene Dogmatik scherzhaft als „der weiße Wal“ bezeichnet.)

Mir geht es einzig darum, dass der Informationsfluss zu Fragen der seelsorgerlichen Praxis nicht willkürlich gestört wird, sondern dass über religiösen Missbrauch, über Erpressung mit der Bibel ehrlich berichtet werden darf. Ich möchte durchsetzen, dass Schadensberichte ausgewertet werden und die Lehre daraus Lehren zieht. Dass insbesondere jeder Gläubige über die Gefährlichkeit der Irrtumslosigkeitsdoktrin informiert wird, die destruktive Bibelstellen aufwertet, und damit bei gutwilligen Christen gleichzeitig Vertrauen weckt und wieder zerstört. Ich möchte erreichen, dass in allen evangelikalen Gemeinde offen und ehrlich über die schlimmen Nebenwirkungen der Chikago-Erklärung informiert werden kann. Das ist mein bescheidenes Ziel, und da ich die besten Chancen habe, dem etablierten Schriftgelehrtentum zu widerstehen, wenn ich mir Autorität leihe, leihe ich sie mir eben von höchster Stelle, von Jesus, von seinem wichtigsten Gebot in Mt 23,23.

Das Prüfen mit Mt 23,23 gibt mir sehr schnell die nötige Klarheit, die üblichen Lügen ( siehe Menüpunkt „Kurzsichtiger Selbstbetrug„) zu durchschauen, ohne zuvor 1600 Seiten des Predigers Hofacker durchgeackert zu haben. Solange die buchstabenhörige Fraktion nicht bereut und sich von all diesen etablierten und am jede Generation weitergereichten Lügen verabschiedet, solange darf man ihnen entgegenhalten: ihr habt kein Recht, Menschen zur Umkehr aufzurufen und ihnen dieselben Lügen beizubringen.

Zu der Frage, ob Christen kindlich denken und glauben dürfen, habe ich im Beitrag „Scheinbare Demut“  Stellung bezogen und klar gestellt, das ich nichts dagegen habe, wenn Gläubige kindlich denken und auch noch die unwahrscheinlichsten Geschichten glauben. Ich werde es ihnen sicher nicht ausreden. Es kann auch einmal etwas wahr sein, was wir für ganz unwahrscheinlich halten, und ich bin nicht Doktor Allwissend, dass ich die ganze Welt erklären konnte.

Ich werde nur wild, wenn man mit Lügen arglosen Menschen seelischen Schaden zufügt. Bei widersprüchlichen Informationen zur Heilsgewissheit oder bei Anweisungen, die gegen wichtigere Anweisungen verstoßen, ist Willkür destruktiv. Hier muss man sich für das konstruktive und gegen das Destruktive entscheiden dürfen, da das Gewissen niemals zwei Herren dienen kann. Das beinhaltet aber auch ein Bekenntnis zur unterschiedlichen Qualität von Bibeltexten und einen Abschied vom Wahn, alle Bibeltexte hätten das gleiche hohe Niveau.

Es hilft wenig, wenn eine Beurteilung unter dem Verdacht der Willkür steht. Sie muss deshalb mit göttlicher Autorität, eben mit Mt 23,23 gerechtfertigt werden. Ein jeder sei seiner Sache gewiss. Wenn ich die Varianten giftiger Theologie einer nach der anderen enttarne, die im Widerspruch zu den Zusagen Gottes stehen und im Widerspruch zu Mt 23,23, hat das automatisch mit Hochmut und Besserwisserei zu tun? Da ich die nötige Einsicht habe, bin ich es allen geschundenen Seelen schuldig, die man mit fahrlässiger und dilettantischer Bibellehre verwundet hat und für die bisher kaum jemand eingetreten ist.

Artikel aktualisiert am 10.02.2022

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