Authorisierung des Gläubigen

Gläubige Christen freuen sich auf ein Leben nach dem Tode und auf das Geschenk der Auferstehung. Ihnen ist ein Anrecht auf eine herrliche Zukunft in der (noch) unsichtbaren Welt Gottes zugesagt (Eph 1,14). Alle Gläubigen erhalten sie dort als „Erbe“, d.h. als ein unverdienbares  und unverdientes Geschenk, das das Neue Testament mit der Königswürde vergleicht. Jesus hat sie “geliebt und reingewaschen von den Sünden mit seinem Blut und hat uns zu Königen und Priestern gemacht” (Offb 1,5-6) Auch wenn der Apostel Johannes hier in der Gegenwartsform spricht und das Versprochene als bereits geschenkt betrachtet, wird das Versprechen erst beim Kommen Jesu erfüllt.

Christen haben eine Anwartschaft auf das “Königtum”: man kann sie mit Königskindern, mit Kronprinzen und Kronprinzessinnen vergleichen. Nichtchristen sind eingeladen, Christen zu werden und sich die Anwartschaft schenken zu lassen.

Was ist unter dem “Königtum” zu verstehen? Sicher nicht weniger als die “vollkommene Freude“, die Jesus seinen Jüngern verheißen hat (Joh 16,24), die jedermann auf diese Erde durch Erfüllung seiner Wünsche erstrebt und doch nie erreicht.

Je enger gläubige Menschen ihr Denken an Jesus Christus und seinen Qualitätsmaßstäben ausrichten, desto mehr wird schon in diesem Leben von der göttlichen Kraft Jesu in ihnen sichtbar. Sie kennen bereits eine Freude, von der die Welt nichts weiß (Joh 4,34 / Kol 3,3), wodurch die Versuchungen zum Bösen und die alte Natur viel von ihrer Macht verlieren. (Rö 6,18 / Eph 6,12 ff) Sie können schon jetzt in priesterlicher Fürbitte für andere Menschen eintreten und erfahren, dass Gott ihre Bitte hört. (1.Tim 2,1) Sie können schon jetzt Weisheit und Vollmacht Gottes in Anspruch nehmen (Jak 1,5), um zum Frieden untereinander beizutragen und um Konflikte in ihrem Lebensbereich zu lösen, die nach menschlichem Ermessen kaum lösbar sind. In ihrem Leben kann soviel von der Kraft Gottes sichtbar werden, dass man schon jetzt von ihnen sagt: “sie herrschen bereits in diesem Leben durch Jesus Christus” (Rö 5,17). Christen sollen wahrhaft freie Leute sein.

Die Bibel selbst fordert jeden Christen auf: Erkenne, wozu du berufen bist ! (Eph 1,18)

Da Christen de facto Königskinder sind, sollen sie “ihrer hohen Berufung entsprechend leben” (1.Thes 3,12), d.h. sich in ehrenhafter Weise verhalten. Insbesondere sollen sie jeden Menschen, insbesondere den, der unansehnlich und unbedeutend erscheint, “höher achten als sich selbst“. (Phil 2,3) Denn Gott erwählt gerade das Unansehnliche und Niedrige, “um das zu beschämen, was stark ist“. (1.Kor 1,28) Je schwächer ein Mensch ist, desto weniger vertraut er auf sich selbst und desto herrlicher kann das sein, was Gott in ihm und durch ihn tut. (2.Kor 1,8-10)

Wer den unbedeutenden Bruder und dessen zukünftige Königswürde nicht achtet, der achtet auch seine eigene Würde gering und verlässt sich ganz auf das, was er hier in diesem kurzen Leben hat.

Deswegen rät der Apostel Jakobus Gläubigen, die in diesem Leben eine hohe Position haben, “sich ihrer Niedrigkeit zu rühmen” (Jak 1,10) und sich nicht auf vergängliche Ehre zu verlassen. Denn “Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.” (Jak 4,6). Das was er hat , soll er “haben, als hätte er es nicht“. (1.Kor 8,29-30) Umgekehrt ruft Jakobus den Gläubigen, der in diesem Leben nur eine unbedeutende Position hat, auf, sich “seiner Höhe zu rühmen.” (Jak 1,9)

Die Versammlung der Gläubigen ist mit entsprechender Autorität ausgestattet.

Artikel aktualisiert am 25.04.2018

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.