Andachten (Juni)

1. Juni.

1. Sam. 6, 20: Wer kann stehen vor dem Herrn, solchem heiligen Gott?

Ist das nicht eine Frage, die der Erwägung wert wäre, wenn du dich aufmachst zum Gebet? Daß man keinen Zusammenhang zwischen ihr und der Gebetsbereitschaft kennt, mag bei manchen die Erklärung dafür sein, daß ihre Gebete in die leere Luft gehen und leere Luft kann nichts erhören. Denke nur nicht blitzschnell: Ach so, es ist die Rechtfertigung, die Gerechtmachung durch des Lammes Blut gemeint; die habe ich natürlich seit meiner Bekehrung. Wer gebadet ist, ceinst ganz, gereinigt wurde,
bedarf stets wieder, daß ihm die, Füße gewaschen werden,  d. h. daß er gereinigt werde von den Unreinigkeiten des
täglichen Wandels. Und wenn diese Reinigung auch wirklich durch Jesu Blut geschieht, so wird sie doch nicht ohne unser Wissen und Wollen, gleichsam hinter unserem Rücken, vollzogen. Es muß mir doch klar werden, daß ich an diesem oder jenem Punkte abgewichen bin, träge war, mich verunreinigt habe und ich muß um der Heiligkeit meines Herrn willen, vor dem ich stehen möchte (Luc. 1,19), bewußtermaßen von dieser Unreinigkeit  loskommen wollen, ja dazu aus Jesum gebückt und
mir von ihm in wirklichen Glauben Reinheit genommen haben. Das ist keine Irrlehre von der Sündlosigkeit, sondern die Wahrheit von dem sich täglich Reinigenlassen, damit an des Königs Kleidern, die wir tragen, kein Schmutzfleck  sich finde.

Herr Jesu, lieber Heiland, erlöse uns alle Tage aufs Neue von uns selbst und der Sünde, die immer wieder etwas gegen uns im Schilde führt. Sende uns Licht und Klarheit über uns selbst aus deinem Heiligtum und wasche uns von jeder Sündenbefleckung stets aufs Neue. Wir blicken auf dich, wir glauben an deine starke Hilfe; hilf uns, heilige uns, verkläre dein Bild in uns, damit wir stehen können vor deinem Vaterl Amen.

 

2. Juni

Daniel 10,19: . . . und als er mit mir redete, fühlte ich mich gestärkt. «

Brannte nicht unser Herz In uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? sprachen die Jünger von Emmaus zueinander und ähnlich ging es hier Daniel, da der Engel mit ihm sprach. Jst uns denn nicht etwas Ähnliches zu
erleben möglich? Gewiß, wenn wir wirklich hören, was der Herr in seinem Worte gerade jetzt, gerade uns, gerade zu diesem Zwecke sagt, dann wird es uns heute noch ebenso  gehen. Kalte Herzen fangen an zu brennen, schwache Kniee werden gestärkt, matte Streiter spüren unter ihrem Beten und Lesen, wie eine Kraft über sie kommt. Wenn es nichts dergleichen gäbe, wer wollte überhaupt noch Christ sein? Wer wollte ohne Erfahrungen der Stärkung von Oben in die Kämpfe und das Elend des Alltags hineingehen? Wie mich einst eine ungläubige, vornehme Dame fragte: ,,Woher nehmen Sie die Kraft, täglich das
Leben zu ertragen? Müssen wir, die wir mit Jesu umgehen, nicht anbetend niedersinken: und sagen: Als du mit mir redetest, fühlte ich mich jedesmal gestärkt und erquickt! Wenn! wir das doch schon so oft erfahren haben, wie unbegreiflich und unverzeihlich ist dann der Leichtsinn und die Trägheit von unserer Seite, jede Gelegenheit zu benutzen,  da Er mit uns reden möchte! Wollen wir doch für ihn da sein, damit er für uns da sei und wir ihn alle Tage erleben, wie er uns stärkt!

Ach, Herr Jesu, vergib die Trägheit und den Unverstand unseres Herzens! Nimm dich unser an und schenke uns den Antrieb deines Geistes, daß wir es spüren,wenn deine Stunden schlagen, Stunden, die mit deiner Nähe und deiner Kraft angefüllt sind für uns! Amen.

 

 

3. Juni.

2. Cor. 2, 12: Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott . . .

Das· Pfingsten der Welt und das Pfingsten Gottes! Wann erlebt man der Welt Pfingsten und erhält  ihren Geist? Wenn man sein Herz an die Welt hängt und mit allem Erkennen und Sehnen in diese Welt aufgeht, (den Geist einer Sache oder Person erhält man nur dadurch, daß man sie wirklich sucht und liebt!) – dann gibt’s eine Zeit, wo die Welt dem Menschen seine Ergebenheit auf ihre Weise lohnt. Gottes Wort spricht auch davon, daß »die Welt das Ihre lieb hat«. Erfolg und Anerkennung, Besessenheit von dem Geist der Zeit und Benommenheit gegen Gott und göttliche Dinge kommt dann wie ein Rausch über einen: Das Pfingsten der Welt! Haben wir alle das andere Pfingsten erlebt, daß sich Gottes Geist mit unserem Geist vermählen und verbinden konnte? Spürt man es uns an, daß geistliche Dinge uns stammverwandt und lieb sind, daß ungeistliches Wesen, alle Sünde und was zu ihr gehört uns ein Abscheu ward? Geist will genommen sein in Hingabe des Herzens, kann aber nur behalten werden unter Hingabe des Lebens in täglicher Zucht und täglichem Gehorsam. Nicht die Höhe unserer Begeisterung, die sehr oft ein ungeistlich-fleischlich Ding sein kann, nicht die Inbrunst unserer Gefühle, die oft ihre Feuerung vom Fleisch nehmen, sondern die Wahrheit unseres Umgangs mit dem Herrn, unserer Bruderliebe und die Wirklichkeit neuen Lebens wird die Quittung darstellen, ob wir den Geist aus Gott empfangen haben.

Nun bitten wir dich, Herr Jesu, gib uns immer mehr von deinem wahren, echten Gottesgeist, damit unser Leben wirklich als aus dem Geiste stammend und von ihm geleitet offenbar werde. Wir fühlen es ja oft nicht, wie wenn ein gesundes Glied sich nicht bemerkbar macht, weil es gesund ist, – aber das Leben soll es Andern offenbaren. Amen.

 

 

4. Juni

Joh 19,1: Pilatus spricht zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort.

Da war ein abergläubisches Grauen über den Ungläubigen gekommen, als er hört, daß dieser Jesus Gottes Sohn sein soll. In welchem Sinn Pilatus das immer sich gedacht haben mag, es verschärfte für ihn die schwierige Entscheidung. Ihn loszulassen wagte er nicht um der Juden willen, und ihn zu töten fürchtete er sich. Da er keine Entscheidung zu fällen wagt, fragt er: »Von wannen bist du«? Warum bekommt» er jetzt keine klare Antwort, die majestätisch alle Zweifel niederschmettert?  Pilatus hat keine Offenbarung verdient, weil er den Schuldlosen nicht freigelassen hatte, und jeder neue Strahl von Jesu Herrlichkeit hätte seine Schuld nur vermehrt. Ists nicht heute noch so, daß denjenigen Menschen, die sich Jesu gegenüber versündigten, die vielleicht ersehnte Offenbarung seiner Göttlichkeit nicht zu teil wird! War er ein Sittenlehrer, warum taten die Leute nicht, was er gesagt? War er ein edler Mensch, wie kein andrer, warum war man denn ihm nicht ähnlich geworden? War nichts Übernatürliches an ihm, warum folgten sie nicht seinem Beispiel? Ungehorsam gegen ihn, Gleichgültigkeit gegen ihn das bringt die Leute in solch einen sittlichen Zustand, dass sie auch keine Offenbarung für seine Gottheit erleben und vertragen können. Darum werde Jesu in deinem Leben gehorsam, damit er dir antworten könne mit seinem Leben und du seine Offenbarungen vertragen und wirklich erhalten kannst.

Ja, richte unsere Herzen, Herr Jesu, zu, dass sie dir willig nachgeben und wir uns nicht durch unsere Schuld um deine Antworten bringen. Mach uns zu solchen Leuten, die dein Reden wiedertönen mit ihrem Leben. Nimm uns, hier sind wir, — und halte uns fest in dieser Richtung auf dich hin! Amen.

 

 

5. Juni

Joh 21, 17 . . . Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, daß ich dich lieb habe.

Anbetungswerte Weisheit, barmherzige Liebe des hohen Herrn! Wo sein Jünger gefallen ist, gibt er ihm Gelegenheit, nicht Vorwürfe zu hören, nicht neue unsichere Versprechungen zu machen, sondern auf jenen Herzpunkt seiner Stellung sich zu besinnen, der Kern und Stern, Art und Wesen seines ganzen Verhältnisses zu Jesu bleibt: Die Liebe! Einst mit klopfendem Herz en und natürlichem seelischem Zuge beginnend, hat diese Liebe sich in· den drei Jahren »der Nachfolge zu einer starken Lebensader auswachsen können. Dann kam die gewaltige Erschütterung derselben auf kurze Stunden; jetzt ist sie wieder siegreich durchgedrungen und, wie es nach solchen Erfahrungen mit echter Liebe geht: jetzt ist sie stärker als je, bewußter als je, tragkräftiger als je. Jetzt kann Petrus den Herrn mit seinem Wissen zum Zeugen anrufen, daß diese Liebe da sei, daß sie echt sei, dass sie nicht mehr weichen werde. Ist das nicht ein Segen der Sünde, daß der Herr auch solchen tiefen Fall seiner Kinder ihnen zum inneren Umschmieden und Festwerden der Herzen ausschlagen läßt? Oder sagen wir besser, ist’s nicht ein herrlicher Sieg seiner Liebe, daß die Finsternis der Nacht der Verleugnung dem Morgenglanz der Wiederaufnahme hat weichen müssen!

O, Herr Jesu, wir sehen voll Staunen auf deine Liebe! Daß du aus uns Elenden Leute machst, die das Diadem der heiligen Liebe tragen dürfen, – daß wir dich lieben dürfen, das demütigt uns bis in den Staub! Drum still uns stets mit deiner Liebe?! Amen.

 

6. Juni

Micha 5,5: Er aber wird austreten und seine Herde weiden in der Kraft des Herrn.

Das ist erfüllt. Der gute Hirte kam und hat sich seiner Herde selbst angenommen. Anfangs war sein Auftreten in Niedrigkeit und Schwachheit der Knechtsgestalt so eigentümlich, daß viele sich an ihm ärgerten. Sie hatten sich unter den Worten ,,in der Kraft
des Herrn« ganz etwas anderes vorgestellt und dachten nicht was göttlich, sondern was menschlich war. Daß aber in der Selbsthingabe an den Vater, in dem Gehorsam seiner Pflichterfüllung, in dem Opfer auf Golgatha mehr Kraft des Herrn zur Ausübung und Entfaltung kam, als in allen irdisch glänzenden Siegen je hätte sein können, das ahnten sie nicht. Und das ahnen noch heute viele nicht und stoßen sich darum an Christo, seiner Art und seiner Gemeinde. Er führet seine Gemeinde auf dieselbe Weide, die ihm Kraft gegeben hat, wenn er sagt:Meine Speise ist, daß ich tue den Willen des, der mich gesandt hat und vollende sein Werk. Heute noch ist die Kraft des Herrn etwas anderes als rauschende Begeisterung und glänzender Erfolg vor der Welt: des ist die geheime Kraftquelle zum Überwinden der Sünde, es ist die Kraft eines neuen Lebens nicht in der Herrlichkeit des Fleisches, sondern in der reinigenden Art des heiligen Geistes. Wer’s recht glaubt und erlebt, der weiß, daß es seiner Herde an nichts fehlt, was eben ihr gebührt, und spürt es, was es heißt, stark zu sein in dem Herrn!

Ja, Herr Jesu, du bist unser starker und getreuer Hirt. Wir danken dir für dein Auftreten, Weiden und Siegen in der Kraft des Herrn. Mache uns dir ähnlich, daß der Sieg dieser Kraft in unserem Leben an den Tag komme! Amen.

 

 

7. Juni

1. Petri 1,13: Setzet eure Hoffnung ganz auf die Gnade.

Wir werden Gott gegenüber immer die Rechtlosen bleiben, die nicht auf ihr Verdienst und ihres Werke pochen können, die ihm so viel an Dank und Gehorsam schuldig sind, daß davon nicht die Rede sein kann, wir könnten’s jemals quitt machen. Nein
es ist uns gleichsam auf allen Seiten ein tiefer Graben gezogen, unsere Schuld, unsere Unart, unsere Sünde –.
und über diesen Graben führt eine einzige Zugbrücke; das ist die Gnade. Welch eine Wucht liegt da in der einen rechten Betonung: einzig! Oder, wie es in unserem Texte heißt: ganz. Also daneben gibt’s keine zweite Möglichkeit; — wenn diese Zugbriicke zerbrochen oder aufgezogen ist, – es gibt keine neue, andere, kein anderes Rettungsmittel. Das soll uns antreiben, mit der einen  vorhandenen auch vollen Ernst zu machen. Verlaßt euch voll und ganz auf die Gnade. »Auf Gnade kann man
trauen!« Denn sie ist durch Jesum Christum geworden, d. h. etwas WirkIiches, ein Ereignis, eine Realitat geworden.  Seither wird vom Himmel her stets nur darauf geachtet, ob wir uns ganz auf diese Brücke verlassen, ob wir nur darauf unsere Hoffnung setzen, oder ob wir uns durch den Schlammgraben der Sünde einen anderen Rettungsweg zu Gott hin zu bauen versuchen. Dieser letztere Versuch ist immer sündig, immer falsch, immer gottlos, immer ganz umsonst! Kommt und trauet ganz ohne Scheu und Reue der herrlichen Gnade in Christo.

Das soll ein Wort sein, mein Heiland! Ich will mich dran anklammern mit allen Fäden und Fasern meiner Seele! Amen.

 

 

8. Juni 

Ps. 32,6: Dafür werden dich alle Heiligen bitten zur rechten Zeit

Wie verschieden stehen doch die Menschen zu ihrer Sünde! Die Einen müssen erst, wie es in dem dritten und vierten Vers von Ps. 32 heißt, durch erschütternde Folgen der Sünden zum Bekennen gebracht werden. Es werden ihnen gleichsam in der Folterkammer unter dem Druck der Schrauben Geständnisse abgepreßt. Anders die rechten, aufmerksamen Gotteskinder. Sie spüren den widrigen Wind jeder Veruntreuung sofort, wie empfindliche Hautnerven den Durchzug kalter Luft, oder wie die
Schmerzen von Splittern, die ins Fleisch gestoßen sind. Darum kommen sie so schnell als möglich und bekennen ihre Sünde, ja bitten auch sofort um Vergebung; Sie wollen den Schmutz nicht trocken werden lassen auf der Haut der Seele; sie wollen ihr Gewissen nicht erkalten im Zugwind; sie mögen es nicht abwarten, bis der eingedrungene Splitter eine Eiterung bewirkt. Darum reinigen sie sich täglich. Darum tauchen sie sofort unter in dem freien offenen Born, der durch Jesu Gnade gegeben ist
igegen alle Ungerechtigkeit Unreinigkeit dem Hause Davids und den Bürgern zu Jerusalem! Das ist die rechte Zeit, da ist der Herr zu, finden, wenn man gleich nach der Übereilung, nach der Unterlassung, nach der Untreue umbiegt zu dem hin, der helfen will und aufblickt auf Jesum, damit auf den Biß der feurigen Schlange so schnell als möglich die Heilung erfolgen kann. Das gibt eine heilige Gewohnheit, eine Gewöhnung der Heiligung!

O du treuer Hirte deiner Heiligen, salbe uns mit duftenden O! deiner klaren, wahren Gerechtigkeit, heile uns jeden Schaden, mach uns schnell hungrig nach Gnadeszund sättige uns mit den reichen Gütern deines Hauses, damit niemand unter uns sich auch nur eine Stunde wohl fühle in der Sünde! Amen.

 

 

 

9. Juni

Hebr. 3,6: . . . welches Haus find wir, so wir anders das Vertrauen und den Ruhm der Hoffnung bis an’s Ende festbehalten.

Wir sind Christi Haus, seit wir durch sein Blut .uns haben reinigen und gewinnen lassen zu seinem Eigentum. Jener Anfang muß wirklich und echt gewesen sein; — das wird sich zeigen im Fortgang; nämlich ob wir zwei Stücke unweigerlich bis an’s Ende festbehalten: Das Vertrauen und den Ruhm der Hoffnung. Das Vertrauen auf unseren Hohenpriester kann und darf nicht Wanken. Er wankt nicht, er wird nicht untreu; ob alles in dir und um dich her inschwankende Bewegung gerät, der Fels steht fest und dein Seil, das dein schaukelndes Boot an ihn festhält, ist dein Vertrauen. Vom Himmel her wird es nie abgeschnitten oder losgelöst werden. Nun kommt auf’s andere Ende, auf dich an, daß auch du nie dieses Seil lösen willst. Es ist geknüpft für die Ewigkeit und soll, ein Zeichen an dir fein, wie jenes rote Seil an Rahabs Haus (Josua 2,18)! Desgleichen unsere Hoffnung auf Jesu Zukunft ein Ruhm für unsern Herrn und ein Ruhm für uns. Wie stark muß diese Hoffnung sein, wenn man Jahrzehnte hindurch, bis in’s Sterben hinein, die Verheißung nicht tatsächlich erlangt, sondern hofft, wo nichts zu sehen ist! Das sind also beides nur Früchte des Glaubens, Erweise, daß das Glaubensleben gesund und echt ist. Wollen wir darum beim Herrn bleiben, sein Haus heißen, Teil haben an ihm, lasset uns leben und sterben im Glauben.

Jesu, du hast einst uns den Anfang zum Glauben geschenkt; jetzt bitten wir dich, stärke du uns solchen Glauben, mehre in uns solchen Glauben und segne unseren Glauben, daß er Früchte bringe, wie du sie suchst: festes Vertrauen und volle Hoffnung! Amen.

 

 

10. Juni.

Röm. 8,28: Wir wissen,daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.

Wenn da stünde, wir hoffen oder wir möchten es gern so haben, könnte man sich das Benehmen mancher Christen noch zur Not erklären. Denn sie tun oft genug, als könnte ihnen alles Unmögliche fürchterlichen Schaden tun, als wären sie gottverlassene Waisen, als läge das Schwert, das ihrer Seele schaden kann, in der Hand ihrer Feinde. Nun aber steht hier wie aus Erz gegossen: wir wissen; – ganz fest und ohne die leiseste Ausnahme soll die Regel gelten, daß alle Dinge unserer
Seligkeit dienen sollen. Wie kann man da noch so ungewiß, so furchtsam, so verzagt, so ungläubig sein? Furcht ist nicht in der Liebe. Offenbar legt dann diese Erwägung den ernsten Vorwurf nah: Du bist im Herzpunkt deiner Stellung zu Gott, deiner Liebe, gar nicht in Ordnung, sondern totkrank. Wenn du Gott wirklich liebst, mußt du ihm doch auch wirklich vertrauen und dann schwindet alle Angst, wie Nebel vor der Sonne. Wie kann man mehr Liebe bekommen, damit die Angst weiche? Wem viel vergeben ist, der liebt viel. Laß dir doch heute noch recht viel, ja Alles vergeben, dann zieht eine neue Lebensluft statt der alten Stickluft des Unglaubens durch deine Seele und du kannst von Angst errettet, ganz fröhlich rühmen: ,,Alles zum Besten«

O du. heiliger, gtitiger Gott, vergieb uns all unseren Unglauben und entzünde die Liebe in unseren Herzen, die dir alles glaubt, die von dir alles hofft, alles verträgt und sich nie ungebärdig stellt! Wir wollen dein werden, werde du unser! Amen.

 

 

11 Juni.

Psalm 86, 7: In der Not rufe ich dich an; du wollest mich erhören.

Die Stellung der Welt oder der Kinder Gottes zur Not ist sehr verschieden. Die Welt will die Not so schnell.als möglich los sein und wenn der Herr sieht, daß die Plage solchen Leuten doch nichts nutzt zur Besserung, kann er sie ihnen wieder abnehmen. Daher mag es vorkommen, daß mancher Weltmenschen Leben so glatt verläuft, wie Bäume ohne das Gartenmesser gesehen
zu haben, stolz im Walde wachsen – zu Brennholz! Gottes Kinder aber erkennen in der Not einen Sendboten des Herrn und dürfen den nicht durch Gebet schnell wieder fortschicken wollen, bevor sie ihn gefragt haben, was er an ihnen auszurichten hatte. Gott aber schickt keinen Boten ohne Sinn und Verstand. Irgend einen Auftrag hat die Not an dich. Sieh zu, daß du das lernst. Von Herzen, das heißt, ohne besondere Absicht, plagt der Herr die Menschenkinder nicht. Bisweilen sollst du dadurch
aufmerken auf einen Ungehorsam oder eine Unterlassung oder eine versteckte Krankheit oder eine Gefahr deiner Seele. Der Gottesbote aber trägt nur in der rechten Hand die strafende Ruthe; – wenn die hat wirken können, nimmt er von seinem Herzen her mit der Linken, was ihm der Vater im Himmel mitgegeben hat an Segen für dich und wenn du für beides, für Liebeszucht und Liebkosung den rechten Sinn gehabt, kann der Bote wieder gehn; du aber blickst ihm sinnend nach und sprichst dankbar:
der Herr hat mich gesegnet durch deinen Fuß! –

Lieber Herr, erhöre uns, wenn wir armen Sünder und schwachen Kinder bitten in der Not.. Zeige uns beides klar und hell: wozu der Schmerz und was für Segen er mit bringt, damit wir dir einst auch für alle Not danken lernen, die du uns schicktest! Amen.

 

 

12. Juni.

Haggai 2, 6: Mein Geist soll unter euch bleiben. Fürchtet euch nicht.

Ruhige, stille Gewißheit in Jesu Hand zu sein, gläubige Gelassenheit, eine starke Uberzeugung, auch ohne alles Fühlen von seiner Nähe doch sich eins mit Ihm zu wissen, das ist ein so hohes kostbares Gut hinieden, daß der Teufel es schier nicht ertragen kann. Solche Christen sind ihm ein Greuel und er wird sicherlich versuchen, sie zu beunruhigen, denn sein Glaube
an Gott ist die Quelle seiner Unruhe und seiner Angst. Das ist’s; wichtig, daß wir uns alle solche Stellen der heiligen Schrift recht aufschließen lassen, aus denen es uns heimatlich und himmlisch entgegenweht: Fürchtet euch nicht! Nun ist in unserer Stelle noch ein starker Trostgrund hinzugesetzt: Mein Geist soll unter euch bleiben! Ja, wenn der Geist des Herrn in unserer Mitte bleibt, wovor sollte uns grauen! Kommt, laßt uns getrost unseren Stab weiter setzen, -der Geist unseres Herrn ist in unserer Mitte und müssen all die andern kleinen Geister des Unglaubens und der Unruhe, der Verzagtheit und der Verstimmung
weichen! Such’ nur in deiner jeweiligen Tage herauszubekommen, ob dieser Geist dich ruhen, schweigen, warten heißt, oder ob er ausbrechen will, dich mit sich ziehen will zur Arbeit und zum Kampf, zur Selbstverleugnung und zum Selbstgericht! Sieh zu, daß du mit dem Geiste Gottes bist, – das ist die Majorität und der Sieg, die Kraft und die Ruhe!

Jesu, stärke deine Kinder und mache die zu ÜberwindIern, die du erkauft mit deinem Blut! Wir wollen gewiß und stille, froh und gehorsam sein und du laß deinen Geist unter uns wohnen! Amen.

 

 

13. Juni.

Sacharja 8,23: wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, daß Gott mit euch ist.

Das ist die einzige Partei, die es geben sollte! Wo Gott mit dabei ist, wo es an den Tag kommt im Leben und Benehmen, daß der lebendige Gott mit uns zieht und bei uns bleibt, da lohnt sichs den Anschluß an uns. Da brauchen wir gar nicht viel Beteuerungen zu machen, da wirds offenbar; ein so mächtiger Bundesgenosse, ein so reicher Mitbewohner unseres Hauses,
ein so strahlendes Licht, eine solche Kraft der Wahrheit und Wirklichkeit, das läßt sich gewiß nicht lange verbergen.  Das kommt an den Tag. Laßt uns diesen Beweis der Wahrheit unseres Glaubens getrost antreten; es ist der Einzige, gegen den nichts einzuwenden ist. Gegen die Offenbarung des Lebendigen, des Heiligen, des Wahrhaftigen läßt sich keine menschliche Ausflucht anbringen. Da müssen die Leute uns entweder bedingungslos zufallen, oder sie spüren es heimlich: jetzt verstecken wir uns gegen unser Gewissen! Zu solcher klarer Scheidung kommts überall da, wo Jesus nicht in Worten, sondern in der Kraft und
Wucht der Wirklichkeit offenbar wird. Was soll nun der heutige Tag von solchem Sieg Jesu in deinem und meinem Leben offenbaren? Dem denke mit Gebet nach.

Ja, wir bitten dich, bereite dir zum Ruhm deine Kinder! Brings an den Tag, daß du mit uns bist. Dann kommen »die Andern von selbst. Ach Herr, laß uns nicht eine Stunde leben ohne dich! Du heißt Immanuel, Gott mit uns! Laß das wahr werden! Amen.

 

 

14. Juni

Marc. 11, 22: Jesus antwortete und sprach zu ihm: Habt Glauben an Gott.

Die Mahnung ist so einfach ausgedrückt und ich möchte viel drum geben, wenn ich Jesu Gesichtsausdruck und den Ton der Stimme bei diesem Wort hätte mitempfinden dürfen! Denn ich bin überzeugt, es muß etwas Überwältigendes dringelegen haben. Wie natürlich, wie selbstverständlich war ihm dieser völlige Glauben; wie fremd, unmöglich, unnatürlich das leiseste Mißtrauen gegen Gott. Sollten wir nicht immer mehr dahin kommen, daß wir uns kindlich, völlig vertrauend an den Gott ausliefern, der des unbegrenzten Vertrauens wert ist! Das ist keine sittliche Anstrengung, kein wunderbares Steigern unseres Gefühls, sondern bloß ein Nachgeben. Er zieht uns mit dem Erweisen seiner Liebe in solch eine Stellung hinein, daß alle andern Stützpunkte für uns unmöglich werden. Wir müssen so hoch kommen auf dem Berg des innern Erlebens, daß»wir uns auf kein Geländer und keine Mauer und keinen Baum des Tals da unten mehr stützen können; sie sind viel zu tief. Es ist nur noch eine Hand da; eine einzige Möglichkeit kommt in Frage: sollen wir uns ganz auf ihn stützen oder auf der andern Seite in den Abgrund stürzen? Und das Einfachste, Sicherste ist auch das Leichteste und Seligste: ganz ihm zu trauen.

Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben! Ja, treibe ihn aus, überwinde ihn, mach ihn mir unmöglich und dafür stärke mich, daß ich mich dir ganz hingebe und für immer! Amen!

 

 

15. Juni.

Micha 5, 6: Es werden die Übrigen aus Jakob unter vielen Völkern sein, wie ein Tau vom Herrn und wie die Tröpflein auf’s Gras.

Die Übrigen aus Jakob – die kleinere Auslese aus der Menschheit, die jetzt sehen sieh mit ihrem Leben in das Leben ihres Heilands hineingestellt weiß, hat eine große Aufgabe. In diesen Herzen allein ist’s jetzt hell, wie in den Häusern der Kinder Israels während der ägyptischen Finsternis, – in diesen Händen ist der Schlüssel der Erkenntnis, – in diesen Menschen ist der Segen für ihre Umgebung. Sie sollen sein wie ein Tau vom Herrn und wie die Tröpflein auf’s Gras, die ohne Menschen Zutun nieder fallen. Rings um sie her Dürre, versengende Lüfte der Lieblosigkeit und Selbstsucht; das Leben der Herzen kann aber nicht wachsen ohne Himmelstau. Was ist einer Familie Glück wert, wo niemand drin lebt, der da weiß: meine Aufgabe und Betimmung ist’s Tau für die Andern zu sein! Ach, daß wir alle zu der klaren Überzeugung kämen und unser Leben darnach richteten: wir müssen, weil wir selbst wiedergeboren sind, wie der Tau aus der Morgenröte, nun unserer Umgebung wie ein Lebenstau sein! Es wächst der Mensch mit seinen höhern Zwecken, – wollen wir nicht endlich anfangen in diese heilige Bestimmung hineinzuwachsen, daß wir ein Tau vom Herrn werden und erfrischend und erquickend wirken, wie die Tröpflein auf’s Gras!

Hier sind wir heute, Herr unser Goit, und bitten dich, nimm uns als ein williges Opfer an, das du brauchen kannst. Mach uns um, daß wir von aller Selbstsucht und Selbstgefälligkeit geheilt, unsern Nächsten sein können, was sie brauchen und wozu du auf uns schon so lange gewartet hast! Nimm uns und brauche uns! Amen.

 

 

16. Juni

Matth. 6,9: Unser Vater in dem Himmel.

Die liebliche Anrede des Vaterunsers ist ein Akkord, darin das Wort ,,Vater«» den Grundton angibt. Es mahnt nicht nur an all das väterliche Tun Gottes, von der irdischen Fürsorge bis zum Opfer auf Golgatha, sondern auch an unsern Kindesstand ihm gegenüber. Welche Liebe hat Gott uns erwiesen, daß wir durch Christum seine Kinder geworden sind! Nicht Feinde und Fremdlinge, nicht Bettler und Waisen, sondern Kinder, liebe,- begnadigte Kindert- Sollte uns der bloße Gedanke nicht Trost genug sein, daß wir so zum Vater stehen, solch ein Gebetsleben führen dürfen, wo es heißt: als die lieben Kinder ihren lieben Vater bitten! Steht aber dabei ,,in dem Himmel«, so will diese Adresse uns an seine Macht erinnern, daß er auch geben kann, was wir bitten, ja noch unendlich viel mehr, als was wir bitten und verstehen. Man trägt deine Erdensorgen im Himmel und
ist dort ganz ruhig über deine Zukunft: solltest du nicht von dieser himmlischen Ruhe auch endlich angesteckt werden?
Und das Wörtchen »Unser« faßt dich mit den Deinen auf Erden mit all den Seinen auf Erden zusammen; du brauchst über sie nichts zu fürchten; du darfst dich um sie auch nicht sorgen; du darfst dich von ihnen durchs nichts trennen lassen, denn dass Gebet der Kinder Gottes schließt dich mit ihnen allen zusammen.

Vater, ich danke dir, daß du mich so liebst! Lobe den Herrn, meine Seele, daß du dich mir so gibst, daß ich deine Liebe stets klarer erkenne und dich immer mehr lieben kann. Schütte deine Gnadengaben über uns alle aus, die wir dein sind! Amen.

 

 

17. Juni

Matth. 6, 9: Geheiliget werde dein Name

Der Name ist die Offenbarung des Wesens. Nun, iwelche Offenbarung des Wesens Gottes wäre klarer und herrlicher, als die in Jesu Christo? Wie kann manaber sagen: Jesus soll geheiligt werden? Heiligen heißt doch nach der Schrift, etwas dem Bereich
des Alltags entnehmen und absondern für Gott, in den Dienst und den Gebrauch Gottes, stellen. Nun ist das Gottes Absicht und sein eigener Wunsch, daß Jesus überall in den Dienst Gottes gestellt werde, seine Heilandsarbeit tun zu können, den Vater den Menschen zu offenbaren. Man könnte also sagen: daß Jesus die rechte Stellung. eingeräumt werde, daß man ihn überall als den Heiland    erkenne, daß das erste neutestamentliche Gebot erfüllt werde: Du sollft seinen Namen Jesus (Heiland) heißen!
– ist der Sinn der Bitte. Gewiß ist das für Gott die erste und oberste Bitte, denn ehe die Menschen das einsehen, darum bitten und sich selbst darnach strecken, kann nichts anderes von, den Wirkungen des Reichs offenbar werden, kann nichts anderes vom heiligen Gottes Willen geschehen. Aber wer kann diese Bitte in diesem Sinn beten, wenn er nicht selbst des Heilands Art und Hilfe an sich erfahren hat? Also gib dich ihm selbst hin und öffne dein Herz und Leben für ihn, – dann gehe hin und opfere diese deine Gebetsgabe, daß du um ähnliche Erfahrungen für alle Menschen betest!

Unser Vater in dem Himmel, wir bitten dich, erleuchte uns das Bild deines Sohnes! Zieh uns, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn uns wieder zieht zu dir! Öffne die; Pforten aller Welt, damit Jesus überall seine rechte Stellung an den Herzen bekomme! Amen.

 

 

18. Juni.

Matth. 6,10: Dein Reich komme.

Für jeden gläubigen Christen steht es doch fest, daß der Herr Jesus das Reich Gottes mit seiner Person gebracht und durch seinen Tod und seinen Geist in der Menfchenwelt begonnen hat. Weiter hat man die Uberzeugung, daß schließlich dieses Reirch überall zum Siege kommen werde. Aber eben ist es doch nicht so, wie es sein sollte. Hebr 2,8 bemerkt sehr nüchtern: jetzt aber sehen wir noch nicht, daß ihm alles untertan sei. Wir, stehen heute immer noch im selben Zeichen: Noch nicht! Die Königsherrschaft unseres Gottes ist nicht bei allen seinen Untertanen anerkannt und in die Wirklichkeit eingetreten. Bei vielen steht sie nur auf dem Papier, d. h. in der Bibel ist’s unfraglich sicher vorausgesagt, daß noch einst alle sich ihm beugen werden. Da bitten wir nun um das Eintreten der offenbaren, allgemeinen Anerkennung Jesu und Gottes. Wenn aber dieses Gebet um
Kommen seiner Königsherrschaft echt sein soll, dann müssen wir uns dazu hingeben, ihm nach Kräften und in täglicher Treue die Wege zu bahnen. Da ist die Missionsarbeit in aller Welt, das tägliche Bekennen Jesu in Wort und Werk und Wandel, da ist die Gebetsarbeit und die Lebenshingabe der Christen, um Jesu Anerkennung in aller Welt zu fördern. Ist aber die Zeit der Predigt in der Welt, — was kann ich heute an meinem bescheidenen Teile dazu tun, »daß das Wort laufe und gepriesen
werde«, wie bei uns?

Antworte, Herr Jesu, jedem, der diese Frage wirklich ehrlich und sehnsüchtig thut, nach deiner Kenntnis seines Herzens und Lebens, damit die Hindernisse hinweggetan werden und dein Reich bald komme! Amen.

 

19. Juni

Matth 6,10 Dein Wille geschehe auf Erde wie im Himmel.

Unser Wille scheint uns im Augenblick das Richtigste und Wichtigste zu sein; um ihn durchzusetzen wenden wir oft alles auf: Kraft, Arbeit, Opfer und – Gebet. Dabei vergessen wir unsere Kurzsichtigkeit und Blindheit, unser Gefangensein in Fleisch und
Lust. Wie klar muß der Blick sein, der in die Zukunft reicht, der das Wesen der Dinge im voraus durchschaut? Solche Blickes kann nur der Herr tun und nur der Herr. Aber er hat auch die rechte, beste Liebe gegen uns und darum ist sein Wille über uns in jedem Augenblick der beste. Sollen wir etwas Schlechteres uns erbitten wollen, wenn wir das Beste haben könnten? Nun, dann wollen wir darum beten, daß er uns auftue seine Geheimnisse und er uns seinen Plan und Willen mit uns erkennen lasse, damit jedenfalls unser Wille ihm nicht im Wege stehe. Er hat noch genug andere Hindernisse zur Erreichung seines Willens zu überwinden, – in den sichtbaren wie in den unsichtbaren Feinden, – wollen wir jedenfalls unseres Herzens Gehorsam, unseres Willens Beugung ihm in jedem Fall anbieten, damit er uns nicht erst zu zerschlagen braucht, wenn er die dritte Bitte bei uns selbst soll wirklich erhörent Dann erst sind wir gehorsame Soldaten, die er weiter brauchen kann zur Erhörung und Ausrichtung dieser Bitte in aller Welt!

Herr, hier sind wir!s Mach’ mit uns, was du willst! Aber laß es uns erkennen, was du willst, damit wir gehorsam und freudig dir folgen! Gib, was du befiehlst und befiehl, was du willst. Amen.

 

 

20. Juni

Matth. 6,11: Unser täglich Brot gib uns heute

Für den Gläubigen, der auch die Erschaffung alles Irdischen durch seinen Gott gläubig umfaßt. Versteht es sich von selbst, daß alle diese Erdendinge Offenbarungsstätten des lebendigen Gottes sein und noch immer niehr werden müssen. Der Welt Mensch spürt bloß die Wichtigkeit der natürlichen Dinge und lebt von der Beziehung zu dieser seiner irdischen Umgebung. Da kann es bei ihm dazu kommen, daß er in die Knechtschaft, die Abhängigkeit von diesen Dingen kommt, dass er in Selbstsucht sie braucht, im Genuß sie vergöttert, und wenn er sie entbehren muß, verzweifelt. Der Christ, der aber in allen diesen Verhältnissen die höchste Bestimmung derselben, was sie vor Gott sein sollen, aufsucht, wird frei von Sorge wie von Sinnensklaverei. Er fragt bei allem: was will hier mein Gott von mir? Dann wird er dem Schöpfer die Ehre geben, nicht dem Geschöpf; dann wird er suchen mit seinem Geist und Glauben alle diese Dinge zu erfassen und zu brauchen, bis er nichts tut, genießt, entbehrt ohne seinen  Gott in diesen Dingen zu Wort kommen zu lassen. Das bedeutet jene Mahnung: Was nicht aus dem Glauben kommt ist Sünde. Dann kann er Gottes Gaben mit Danksagung genießen oder in der Entbehrung sich des höchsten Genusses freuen, daß er seinen Herrn spürt und erlebt und spricht: Wenn ich nur dich habe, frage nichts nach Himmel und Erde!

Ja, du treuer Heiland, wir danken dir für alle deine Liebe und bitten dich, offenbare du uns auch im irdischen Erleben die Spuren der Treue und Freundlichkeit deines himmlischen Vaters. Amen.

 

 

21. Juni

Matth 6,12: Und Vergib uns unsere Schulden,   wie wir vergeben unsern Schuldigern.

Jesus kannte das Menschenherz gründlich, sonst hätte er nicht nach Schluß des Vaterunsers bloß diese eine Bitte noch ein Mal besonders erklärt, betont und beleuchtet. Denn auch im bekehrten Menschen tauchen die alten Unholde wieder auf, die alle erfahrene Gnade wieder wegreißen können: Unversöhnlichkeit und EmpfindIichkeit. Du sollst ja Gott ähnlich werden, – was wäre
denn mit dir geworden, wenn in Gottes-Wesen Unversöhnlichkeit läge? Nein, Gott selbst gab und schenkte die Versöhnung durch Christum; Gott trug die frechsten Kränkungen mit beispielloser Geduld. Nun kannst du aber kein Gebetsleben, keine Gemeinschaft mit Gott haben, ohne daß du Gottes Art annimmst. Wie er mit dir umging, als er dich annahm, so stelle dich gegen deinen Nächsten. Die Liebe «vergibt, trägt, hofft alles«! Also gleiche nie auch nur in minutenlangemi Fühlen und heimlichem Festhalten der Kränkung in Gedanken dem Schalksknecht, der die erfahrene Gnade durch Unversöhnlichkeit
verlor. Kannst du Wasser in der hohlen Hand einen Berg hinauftragen? Kannst du Sonnenlicht mit der Hand fassen und bewahren? Ebensowenig darfst du den Versuch machen Kränkungen festzuhalten.

Vergib mir darum, lieber Heiland, daß ich dich so oft mit meinem empfindlichen hochmütigen Wesen gegen meinen Bruder gekränkt habe und gib mir solche Liebesmacht, daß ich jede Kränkung gern und schnell überwinde durch Liebe! Amen.

 

 

22. Juni

Matth. 6,13: Und führe uns nicht in Versuchung.

Wie vertragt sich diese Bitte mit Jak 1, 2, nach welcher Stelle wir es für Freude achten sollen, wenn wir in mancherlei Versuchungen fallen? Es gibt eben Erprobungen und seelengefåhrliche Versuchungen. Die erste Art hat unser Christenleben oft genug nötig; wie beim Turnen und Rechnen lauter Erprobungen das Kind weiter führen, muß der Herr uns auch durch solche Gelegenheiten, wo wir etwas zu überwinden besonnen, die geistliche Muskelkraft stählen, den geistlichen Scharfsinn entwickeln. Anders ist es mit Versuchungen, wie sie Hiob oder Petrus (Luc. 22, 31) erlebten. Da ist wirklich dem Satan etwas gestattet worden an die Herzen heranzubringen, was ihr Fall und Verderben hätte werden können. So verstehen wir unsere Bitte: erziehe uns und erprobe uns, ohne daß du deinen schlimmsten Gerichtsdiener, den Teufel, brauchst herbeizurufen, ohne daß wir
um unserer Verblendung und Verhärtung willen in das Gericht einer satanischen Versuchung hineingegeben werden
müssen.

Leite uns mit deinen Augen, Herr Jesu, und erziehe uns zu sogehorsamen Kindern, daß die schwersten Versuchungen uns erspart bleiben. Und wenn du was ersehen, was uns doch soll angetan werden, dann bete für uns, wie du für Petrus gebetet hast, daß wir unter deinem Schirmen frei und getrost im Glauben und der Liebe bleiben, als dein ewiges Eigentum. Amen.

 

 

23. Juni.

Matth 6,13: : Sondern erlöse uns von dem Übel

Ob man von dem Bösen oder von dem Ubel sagt, macht keinen großen Unterschied, denn kann der Böse uns doch nur an dem einem Punkt treffen,seit wir durch Christum erlöst sind und das ist das Übel, das Echo der Sünde! Aber auch da kann er nichts, was ihm nicht aus dem Himmel zugelassen wird.  Und wenn er seine dämonische Freude daran hat, Gottes Kinder nach Leib und Seele zu plagen, weiß er nicht, daß  ihnen das alles nur zu ihrer Förderung dient. Er muß  die schmutzige Arbeit des Himmelreichs tun und uns  sei’s auch unter tausend Schmerzen, sei’s auch durch andere  Menschen die häßlichsten Schmutzflecke abwaschen! Das ist  das Ziel und der Zweck der Übel. Angenehm sind sie  darum nicht und es kann Zeiten geben, wo wir mit vollem  Recht bitten dürfen: Herr, jetzt nimm mir das! Freilich wollen·wir nicht vergessen, daß Paulus» in solchem Fall nach dreimaligem Gebet die Antwort bekam: Du weißt nicht, was du bittest! Das ist ja gerade dein Glück, denn
in deiner Schwachheit wird meine Kraft offenbar. Deine Schwachheit und deine Schmerzen sind deine Simsonslocken, das äußere Zeichen meiner Kraft!

Aber, du erlaubst es uns, Herr Jesu, der du Mitleid hast mit unserer Schwachheit, daß wir in allem Ubel uns betend dir nahen dürfen und sprechen Herr, erlöse mich! Ich hoffe auf dicht! Amen.

 

 

24. Juni

Matth. 6, 13: Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit ins Ewigkeit. Amen.

Auf den inneren Zustand des Beters wird es wohl ankommen, ob er bei diesem Schluß mehr den Trostton oder mehr den Bußton heraushören wird. Der Trost ist bekanntlich der, daß der Herr, zu dem wir gebetet haben, das Alles in Händen hat: Reich, Kraft, Herrlichkeit ohne Ende, oder mit anderen .Worten ausgedrückt: Recht, Möglichkeit und Großartigkeit zum Erhören und Helfen. Je nachdem wird der einzelne Ausdruck mehr in den Vordergrund treten, der für unsere augenblickliche Lage von besonderer Bedeutung ist. Aber wir wollen auch den Bußton nicht vergessen. Wenn der Herr so alles hat, was uns fehlt, wenn es doch kein Zweifel sein kann, daß er uns liebt, – warum bekommen wir so wenig? Also muß es an unserer Stellung zu ihm
oder zu der Welt liegen, daß wir nicht mehr Erhörung und Erleben von Oben vertragen können. Darum wird uns das demütigen und zum Hauptgebet aller Gläubigen treiben: um Jesum selbst zu bitten, daß er uns innerlich gesunder und wahrer, treuer und tiichtiger mache. Dann wird bald der Bußton verklingen und sich wandeln in den Trost: Siehe ich mache alles neu, denn mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden!

Herr, der du alles in Händen hast und trägst nicht schwer daran, nimm auch mich in deine Hände und gestalte mich um zu deiner Ähnlichkeit, damit was dein sei, auch mein sei, so wahr alles, was mein ist, dein geworden ist! Amen.

 

 

25. Juni.

Habakuk 2, 4: Der Gerechte lebt seines Glaubens.

Helle Lichter haben mehr als einen starken Strahl. Wenn dieser berühmte Spruch (bei Luthers Bekehrung!)  nach der einen Seite einen hellen Schein auf die Kämpfe eines beunruhigten Gewissens warf, so daß die Glaubensgerechtigkeit deutlich erkannt wurde, so ist damit seine Leuchtkraft und seine Bestimmung noch nicht erschöpft. Wer sich durch Glauben die Gerechtigkeit vor Gott schenken ließ, der wird auch weiter ,,leben” wollen in und durch seinen Glauben. Leben wir, die wir
dem Herrn angehören, nicht auch im Irdischen, im Geldpunkt, ganz im Glauben? Giebt es einen anderen Haken, an den man seine Zukunft hängen kann, als die Glaubenszuversicht? Weiter sind wir bei der Erhörung auch anderer Gebete, bei unserer Heiligung, beim seligen Sterben immer wieder auf Glauben gestellt. Unser neues Leben ist täigliches, wirkliches Glauben. Gott sei Dank, der uns dieses Leben gegeben hat; sollte er uns mit ihm nicht alles schenken! O ihr Kleingläubigen, warum wollt ihr
so wenig Leben haben? Warum wollt ihr mit den Zinsen vorlieb nehmen, wenn euch das ganze Kapital doch zur Verfügung steht? Nehmet hin Glauben und Geist, Segen und Leben!

Jesu, wir danken dir, daß du uns schon soviel Glauben gabst! Nun bitten wir dich, du wollest uns mehr bescheren, damit wird alles, was wir hier leben, leben im Glauben! Amen.

 

 

26. Juni

Micha 7,8: . . . und so ich im Finstern sitze; so ist doch der Herr mein Licht.

Erst, wenn es dunkel genug geworden ist, kann man das Licht der Sterne sehen Sie sind auch am Tage da, aber man steht sie nicht. Außer wenn man in einen sehr tiefen Brunnen herabgestiegen ist, wo es unten ganz finster ist — dann sieht man hoch über sich auch am Tage die Sterne leuchten. Ist es nun seines Herzens Freude, daß du dich mit deinem Herrn erbaust, daß du dich des Lichtes tröstest, das von ihm ausgeht, — was wunderst du dich, wenn ers deines Herzens Liebe dadurch entgegenkommt, daß er dich in große, finstre Tiefen sinken läßt? Dort siehst du ja gerade sein Licht leuchten. Wär’ es hell vom Schein des Weltlichts um dich her, würde dein Auge sein Licht nicht sehen, könnte er dir nicht Leuchten. Haben wir das nicht alle mannigfach erfahren? In leichten Zeiten ward einem das Herz, schwer, weil es die Gefahr soürte, den Herrn zu vergessen; in finsteren Stunden, wo er allein unser Licht ist, merkten wir, wie alles Interesse sich sammelte auf den Herrn. Darum waren  das meist unsere gesegnetsten Stunden, wo die Lichtlein der Weltfreude eins nach dem Andern erloschen, und er uns anfing immer heller zu leuchten und immer wichtiger zu werden. So lehrte uns Not, was wir sonst bei niemand gelernt hätten!

Du bist unser Licht allein, Herr Jesu! Mach unsere Augen so sonnenhaft und lichtverwandt, dass wir dich schauen in deiner Schöne. Wenn’s dann auch Finsternis werden sollte um uns her, wollen wir’s zufrieden sein; bleib du nur unser Licht bis ins
Ewigkeit! Amen.

 

 

27. Juni.

Sprüche 3, 12: Denn welchen der Herr liebt, den straft er und hat Wohlgefallen an ihm, wie ein.Vater am Sohne.

Das Merkwürdigste und Tröstlichste erscheint mir das ,,Und«. Also wenn Er uns aus Liebe straft, hat er Wohlgefallen an uns, wie ein Vater sich freut über und an seinem Sohn! Keine Spur von Zorn in seiner väterlichen Heimsuchung. Nein, unser elterliches Aufwallen und im Augenblick der Züchtigung, heftiges Erregen kennt Er nicht. Gerade, daß er, uns noch zieht und züchtigt, ist »ein Erweise, seines Wohlgefallens. Wie ist uns das oft so fern! Wie leicht erschrecken wir und meinen, jetzt wäre es aus mit der Gnade, weil Er uns scharf anpackte. Man hört da oft die Frage: ,,Meinen Sie nicht, daß ich aus der Gnade gefallen bin?«
Und im selben Augenblick hat man nur aus Liebe die Strafe verhängt; nur weil man noch hofft,aus uns etwas zu machen, weil wir so wert geachtet sind in seinen Augen, weil sein BIick Mit Wohlgefallen auf uns ruht darum schickte er die ganze Heimsuchung. Wirklich böse auf uns sodaß ein Riß zwischen ihn und uns gekommen wäre, war er keinen Augenblick. Erst, wenn wir die Zucht verwerfen wollten und aus unseres Gottes Schule austreten wollten, damit uns der Teufel Privatstunden im
Eigensinn und in der Fleischesfreiheit geben soll, dann kann ein wirkliches Gericht anfangen! Sonst bleibts bei seiner Liebe und seinem Wohlgefallen mitten in der Zucht!

O Herr, unser Gott, lehr uns das fest glauben, daß deine Liebe beständig sei und, deine Güte, ewiglich währet! Dann lassen wir uns gern strafen und erziehen! Amen.

 

 

28. Juni.

Maleachi 3, 16: . . . ein Gedenkbuch ward vor ihm geschrieben für die, welche den Herrn fürchten.

Stehst du in keines Menschen Gedächtnis oder Gedenkbuch angeschrieben, daß er deiner gedenke? Das wäre schmerzlich, denn es tht uns wohl, wenn die, welche wir lieben, auch unserer gedenken und uns gewisse Tage und besondere Zeiten durch ihr Gedenken erhellen. Nun, auf alle Fälle kannst du dafür sorgen, daß du in das -Gedenkbuch vor dem Angesicht deines Gottes
eingetragen werdest! Und das ist unendlich viel mehr, wenn der Herr deiner gedenkt in Treue und Barmherzigkeit. Daß das aber geschieht, dafür kannst du selbst sorgen, indem du dich wirklich zu denen gesellst, die den Herrn fürchten. Fürchten, das meint natürlich nicht jene knechtische Furcht eines bösen Gewissens, — sondern die Furcht der Liebe, ihn zu kränken und etwas zwischen ihn und uns zu schieben. Je treuer und gehorsamer wir auf seinen Wegen wandeln, desto kräftiger wird sein  Gedenken an uns offenbar werden. Denn, wenn er an uns gedenkt, dann spüren -wir es in unserem Erleben. Wie du für’s
jüngste Gericht sorgen mußt, daß dein Name geschrieben sei im Buche des Lebens, – so mußt du eben für dein Erdenleben sorgen, daß dein Name geschrieben sei im Gedenkbuch der Gottesfürchtigen.

Jesus, durfte jener Schächer bitten: Herr gedenke meiner, wenn du in deinem Reiche wiederkommst, wieviel mehr dürfen wir, die wir schon so viel erlebt s haben von deiner Liebe, immer wieder flehen: Herr gedenke an mich! Amen.

 

 

29. Juni

1.Mos. 2, 16: Du sollst essen . . .

Was für ein Wunder kann doch In den alltäglichsten Vorgängen liegen! Durchs Essen und Trinken,  das zum Munde eingehet, nimmt der Mensch die ihn umgebende Natur in sich auf und geht eine Verbindung mit ihr ein; er, der Geist, nimmt Teile des
Stoffes auf und an und hat sie nötig, damit er hier weiter bestehen und sich entwickeln, ja dieselbe Natur beherrschen kann! Daß er diese Natur wirklich innerlich überwunden und verklärt hat in sein Bild, das kann derselbe Mund nachher durch seine Worte zeigen. Gedanken, die sich zu Worten formen, sind die Antwort aufs Essen und Trinken! Wie verschieden geht da der Mensch mit den natürlichen Gottesgaben um. Der eine missbraucht sie zu seinem und der anderen Schaden und zur Lästerung des Schöpfers! Sein Essen und Trinken ist für ihn und die Ewigkeit verloren, — gleichsam ein Diebstahl an Gottes Eigentum, eine Versündigung an der Natur! Der Andere bekommt durch denselben Vorgang Kraft und Antrieb, Gutes zu sinnen und zu sagen, Liebe zu erweisen und im Gebet den Schöpfer zu preisen: die einzig richtige Antwort auf Gottes Güte in der Natur. Es erinnert an ein Gartenbeet, wo im selben Erdreich unter der gleichen Sonne dicht nebeneinander zwei Pflanzen wachsen: eine schädliche Giftpf!anze und ein herrlicher Fruchtbaum! Wohin gehört dein Essen und Trinken?

Jesu, hilf mir durch dein Blut, daß ich lebe in dir und durch dich, und alles Tun und Treiben dir diene und ausschlage zur Ehre deines heiligen Namens. Amen.

 

 

30. Juni

Haggai 1, 5: Richtet euer Herz auf eure·Wege

Wofür man ein Herz hat, was man mit dem Herzen tut, darauf achtet man auch sorgfältig; idas strebt man nicht nur immer besser zu erkennen, man wird es auch immer besser verstehen nach der alten Wahrheit: Wer will haben, der muß graben. Was wäre nun näherliegender, als daß man seine eigenen Wege, seine Entscheidungen, seinen Lebenswandel ganz genau und von ganzem Herzen erkennte? Nicht zu wissen, was man tut, ist kindisch nicht zu, überlegen, ehe man etwas tut, ist töricht. Und nun sollten wir so wichtige folgenschwere Dinge, wie unsere Lebenswege (der Wandel der Christen ist die Bibel der Welt) gleichgültig gehen, ohne sie zu erkennen? Das kann Gottes Wille nicht sein, lass auch du es nie, an keinem Tage, dein Wille oder deiner Sünde sein! Nein, wir beten mit dem Psalmisten: Behüte mich vor bösem, betrüglichem Wege, leite mich deine Wege! Und was wir mit ernstem Gebet überlegen und woriiber wir uns vor dem Angesicht des Herrn klar zu werden suchten, nicht wahr, das kann und wird auch von ihm gesegnet sein! So richten wir unser Herz auf unsere Stege und tun gewisse Schritte, als die der Herr selbst innerlich gewiß gemacht hat seines Wohlgefallens!

Herr, nimm uns das Steuer aus der Hand und lenke du unseres Lebens Schifflein dahin und in der Weise, daß dein Wille und dein Segen dabei sein kann. Denn du mußt unserer Wege Licht und Kraft und Ziel sein! Amen.