Andachten (August)

1. August.

Hosea 2, 1:   Saget euren Brüdern, sie sind mein Volk; und zu eurer Schwester, sie sei in Gnaden.

Durch Jesu Opfertod und Reichsgründung sind auch unsere Brüder und Schwestern nach dem Fleisch, die eben nichts von ihm wissen, wie die Heiden, oder die ihm nicht gehören und gehorchen wollen, wie die Ungläubigen in der Christenheit, doch schon erlöst und bestellt zu Erben seines Reichs. Man muß es ihnen sagen, und zwar brüderlich und schwesterlich, daß sie sein Volk und in Gnaden seien. Unsere Liebe, die wir in unser Zeugnis legen, unsere Liebe zum Heiland, aber auch zu ihnen, mit denen wir reden, soll das Mittelglied werden zwischen Jesu Tun und ihrem Glauben. Wie wichtig wird dann die Echtheit und Wärme unserer Hingabe  an solch ein Werk! Wie muß die Liebe die Verkündigung beseelen und erfüllen! Sauersehende, empfindliche, unfreundliche Gnadenprediger, die stets darüber zu klagen haben, daß sie im Irdischen zu kurz kommen, oder “zu viel zu tun”  haben (wobei oft nichts geschieht!), oder daß man sie nicht genug achte und ehre, werden wenig Andern die rechte Lust wecken, es mit diesem Jesus zu probieren. Wollt ihr Posaunen der Gnade sein, so räumt euch der Gnade selber ein und tragt den Herzton von Bruder und Schwester mit hinein in eure Verkündigung! Betet für sie, opfert euch für sie und ihr werdet eine Vollmacht aus der unsichtbaren Welt erhalten!

Jesu, salbe unsere Lippen, daß sie überfließen von deiner Liebe, damit dein Wort und deine Liebe durch uns recht verkündigt werde! Amen.

 

2. August.

Gal. 5, 25:   So wir im Geist leben, so lasset uns auch im Geist wandeln.

Man muß wirklich Ernst mit der Scheidung der Begriffe machen, um Klarheit zu haben. Geist im Sinn dieses Spruches ist nicht Reinigung oder Steigerung des Menschengeistes. Denn alles, was der Menschengeist von sich aus Großartiges oder Gutes hervorbringen mag, gehört immer nur zur Herrlichkeit des Fleisches. Geist ist das vom heiligen Geist gewirkte Neue im wiedergebornen Menschen; es ist meistens in seiner Richtung und seiner Art den Wünschen; und Trieben des natürlichen Menschen schnurstracks zuwider. Dabei ist es keine fremde, geschraubte, gezierte Politur, keine fromm klingende Schablone, sondern meistens macht es den allernatürlichsten,  wahrsten, originellsten Eindruck. Man denke an Jesu Art, den Spitzfindigkeiten seiner Feinde zu antworten.  Der Umgang mit dem König aller Könige schafft einen Takt, eine Höhe, die nichts für sich sucht, und darum ganz schlicht die Wahrheit treffen kann, während  die, die immer das Ihre suchen, von der Meinung und der Gunst der andern Leute abhängig bleiben. Haben wir Leben des Geistes in uns, leben wir in dieser neuen Luft von Oben, dann ist die Mahnung des Apostels ganz selbstverständlich, daß wir auch so wandeln sollen, wie wir sind, uns so geben sollen, wie wir sind.  Übereinstimmung  des Wesens mit dem Wandel In diesem Sinn kann man nicht nur mit der Schrift mahnen: Meidet allen bösen Schein! – sondern kann auch fortfahren: Meidet allen frommen Schein! –

Jesu, laß deinen Geist uns treiben, daß wir innerlich neu, auch äußerlich neu werden. Von innen heraus laß deine Kraft unser Wesen erneuern! Rette uns vom Schein und stärke unseren innern Besitz des Geistes! Amen.

 

3. August.

Sprüche 3, 11:  Mein Kind, verwirf die Zucht des Herrn nicht und sei nich- ungeduldig über feine Strafe.

Ist denn das denkbar, daß man als ein Gotteskind die Zucht des Herrn verwerfen will oder kann? Ach, wozu einen die Ungeduld über die heilsame Zucht des Herrn verleiten kann, habe ich mal an einem lieben Gotteskind sehen müssen, das vierzig Jahre lang geduldig seine Krankheit getragen hatte und dann anfing zu murren. Wer aus der Schule des Herrn laufen will, setzt sich entweder noch schwereren Strafen aus oder er kommt in die Gefahr, abgehauen und fortgeworfen zu werden. Sollte der Herr auch nur das Geringste versehen in seiner feinberechneten und Jedem ganz genau zugemessenen Last? Nimmermehr. Das Licht ist nicht dunkler geworden, nur unsere Augen werden durch Tränen trüber. Die Last ist nicht schwerer geworden, sondern die Lust am Herrn ist bedroht. Sollten wir nicht um unseres ewigen Gewinnes willen die Zucht geduldig tragen können, – nun dann sei es um Jesu willenl Was könntest du Unter seinem Beistand nicht für ihn tragen? Oder hat die strenge Erziehung, die wir eben erfahren, nicht auch einen Segen für Andere? Sollten wir nicht in gewissem Sinn für Andrer Seelenrettung Schmerz und Last und Trübsal tragen? Selig die Zucht, die wir willig tragen, denn darin sehen wir’s ja, daß er uns noch liebt und zu sich zieht!

Ob du uns schlägst mit der Hand oder beseligst mit dem Kuß deines Mundes, du bist und bleibst, Herr Jesu, unseres Herzens Lust! Lehre uns immer völliger in der Liebe zu dir werden, damit uns die Last leicht werde durch Liebe, denn was man gern
tut, fällt nicht schwer! Amen.

 

4. August. .

Offb. 2,4:  Aber ich habe wider dich, daß du die erste Liebe verlässest.

Das ist wieder mal so ein Spruch, der oft mißverstanden und mißbraucht wird. Es ist nicht gemeint jenes erste stürmische Gefühl des Frischbekehrten, das so brausend wie gährender Most oft die wunderlichsten AuSwüchse treibt. Wär’ das so viel wert, dann müßte ein Wachstum im rechten Christentum ganz von selbst auch diese oft an Schwärmerei grenzende Erregung immer noch steigern. Statt dessen wird die Liebe tiefer, stärker, treuer und reiner, ob auch diese Äußerungen fallen. Also nicht zurück zu jenem Schwung! Was das Wort straft, ist, daß man glaubt, Christ zu sein, ohne überhaupt Liebe zu Jesu und zu den Brüdern zu haben. Man hat sich gewöhnt an die Wahrheiten, ohne ihre Kraft zu brauchen. Man ist verstandesmäßig ein Christ, äußerlich in Sitte und Form ein Christ, nur 1.Kor 13 fehlt auf der ganzen Linie! Da kann es mit der Sündenvergebung auch nicht echt bestellt sein, denn wem viel vergeben ist,der liebt viel! Also hat der Herr die Abnahme des Lebenssaftes, der wachstümlichen Triebkraft, der Zusammengehörigkeit mit ihm dem laugewordenen Christen vorzuwerfen. Dann ist’s hohe Zeit, daß man gedenke, wovon man gefallen sei und Buße thue, damit man noch in die rechte Stellung zu ihm komme und die unfruchtbare Rede nicht abgeschnitten und weggeworfen werde, sondern frisch gereinigt Frucht bringe.

Herr, wenn du siehst, daß ich auf bösem, verderblichen Stege, so leite mich heute noch herüber aufs ewigen Weg! Öffne mir die Augen, daß ich mich nicht über mich selber täusche und zu Grunde gehe! Herr hilf mir! Amen.

 

5. August

Gal. 5, 17:  Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist und den Geist wider das Fleisch.

In alter Zeit kämpften einst zwei Fürsten um die Herrschaft in einem Lande. Die Hauptfarbe in der Fahne des Einen war weiß, des Andern schwarz; daher sprach man im Volksmund nur von dem weißen und dem schwarzen Fürsten. Jeder Rekrut, der nun dem weißen Fürsten zuging, war dadurch dem schwarzen entzogen und, verstärkter die Macht des ersten. Jedes Dorf, das auf die Seite des Einen sich stellte, war dadurch Feind des Andern geworden. Niemand konnte schließlich neutral bleiben: einer von beiden Parteien gehörte jeder an und mußte tun, was seine Partei wollte. – Das ist nicht nur ein Bild des großen Kampfes zwischen Licht und Finsternis, zwischen Christus und Belial, der die Weltgeschichte erfüllt und erst mit dem endlichen völligen Siege Christi endigen wird, sondern auch ein Bild des Kampfes zwischen Fleisch und Geist im einzelnen Menschenherzen.  Diese beiden Strömungen sind widereinander, und streben alles im Menschen in ihren Dienst zu nehmen; kommt’s zu einem völligen Siege des Einen noch hier auf Erden, so kann man wohl von Knechten des Fleisches oder der Sünde auf der einen Seite reden und nennt die Sieger auf der andern vollkommene Geistesmenschen, in denen der Geist Jesu zum herrlichen Ausdruck und Abbild gereift ist. Nun, wo stehst du? Wie steht’s mit dir? Wie weit bist du gekommen?

Lieber Herr Jesu, hilf du deinem Geist zum Siege in meinem Leben und Wollen und Ringen und Sehnen, bis nichts mehr in mir sei, was nicht von deinem Geist durchleuchtet sei! Amen.

 

6. August.

Hebr. 10, 35:   Werfet euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.

Auf einem Bilde »die Heilung des Blinden« sah ich einen kleinen unvergeßlichen Zug. Der Mann soll zu Jesu geführt werden und ist so überzeugt, daß er bei Jesu geheilt werden wird, daß er seinen langjährigen Freund, den Stock, mit dem er tastend sich den Weg suchte, schon wegschleudert und beide Hände nach Jesu ausftreckt. Er hat den Stock nicht mehr nötig! Werfet euren Stock weg, ihr lieben Leute und nicht euer Vertrauen auf den lebendigen Heiland! Der Stock kann bei dem Einen sein Verlaß auf’s Geld, oder auf menschliche Stützen und Führer sein, bei Anderen ist es das Sichhalten an Theorieen, Systeme, Meinungen, Modegötzen auch im christlichen Gewande. Dagegen haltet euch unwandelbar an Jesum; vertraut ihm wirklich; erwartet im Gehorsam und der Treue sein Eingreifen. Die große Belohnung, die das Vertrauen hat, (oder daß man es unter keinen Umständen wegwirft!) läßt sich daraus erklären, daß unser festes Vertrauen unseren Herrn vor den Leuten mehr ehrt, als lange Reden oder frommes Geschwätz. Eine Tat des Vertrauens, ein Schritt wirklichen Glaubens zieht auch das wirkliche Erleben des Lebendigen in deine Erfahrung hinein. Hast du für Jesum nichts als Worte, – Verlaß dich darauf, es geht dir schlecht, wenn er dann für dich auch nichts weiter hat als Worte!

Lieber Heiland, der eine Brückenpfeiler ist gemauert: wir haben erfahren, daß du uns hörst und liebst und dich unser annimmst! – Hilf nun weiter, daß der Bogen des Vertrauens hinüber geschlagen werde zu dem andern unsichtbaren Pfeiler: Deiner VerheißungI Amen.

 

7. August

Kol. 2, 1: Seid ihr nun mit Christo auferstanden, so suchet, was« droben ist, da Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes.

Das ist die natürliche Vorfrage: Seid ihr wirklich mit Christo auferstanden? Steht ihr wirklich im neuen Lebenszusammenhang mit dem erhöhten Herrn?  Wenn das der Fall ist, so haben wir hier unten nichts verloren, was wir suchen müßten. Die Dinge und Genüsse und Ehren dieser Welt haben ihren Schein verloren; es ist schon für uns wahr geworden, daß Sonne, Mond und Sterne – Dinge, die der andern Leben erleuchten und bestimmen —- ihren Schein für uns verloren haben! Wir haben eine starke Sehnsucht, mit Christo völliger und lebenswahrer verbunden zu werden. Er ist Unser eigentliches Leben, unser schönster Genuß, unseres Sehnens Ziel, unserer Freuden Quell; in ihm finden wir uns selbst am liebsten wieder. Wir möchten nicht mehr ohne ihn sein, und wo er ist, sollten wir auch sein. Das ist keine schwächliche Gefühlsbewegung, keine kränkIiche Spielerei, sondern der stärkste, seIbstständigste Willenstrieb, der uns drängt und treibt, der in unserem Thun die Triebfeder, in unserem Wachstum die Kraft, in unserem Leiden der Trost ist; Soll man dazu jemand erst ermahnen müssen? Ich meine, es sollte ein natürlicher Trieb des Geistes werden, der uns mindestens ebenso ganz ohne Überlegung und Erwägung fortschnellt aus des Alltags kleinlichem Getriebe, wie die Zugvögel ziehen müssen, wenn ihre Zeit kommt. Auf nach dem goldnen Ufer der Heimat! » ,

Jesu, – schließe dein Leben mit unserem zusammen! Laß uns nicht hier unten uns verirren in allerlei Getue, damit wir doch unsere Seele nicht stillen können! Nein, nimm uns mit jetzt im Glauben und in der Liebe, einst im Schauen und in der Liebe.
Amen.

 

8. August.

Gal; 6, 7:  Denn, was der Mensch säet, das wird er ernten.

Das ist so eins von den Grundgesetzen des Reiches Gottes, wie des Menschenlebens überhaupt. Wer Gerste säet, kann keinen Weizen erwarten und wer Lieblosigkeit ausstreut, erntet keine herzliche erquickende Liebe. Ein furchtbar ernstes Gebiet ist das der Folgerichtigkeit,  der Vergeltung auch in unserem irdischen Leben. Wie vielmehr wird das im Geistlichen wahr werden! Wer auf das Fleisch säet, d. h. auf das Leben und Treiben des natürlichen, von Gott abgefallenen Menschenwesens seine Kraft und seine Liebe verwendet, – und wäre es sein eigenes Ich, dem er in Selbstsucht dient, – der wird vom Fleisch das Verderben ernten, d. h., er wird in den Fluch dieses sündlichen, vergänglichen Treibens mit hineingezogen  werden. Wer aber auf den Geist säet, d. h., wer sich.dem neuen Leben des Gotteskindes hingibt – und soweit er sich diesem Geistesleben wirklich ergibt,der wird vom Geist das ewige Leben ernten, d. h., der wird hier schon Wirkliches, Himmlisches erfahren in der  Fürsorge und der Kraftübertragung des nahen Heilandes und der wird einst die beste, herrlichste zweite Ernte, — die Nachernte der Einigkeit einheimsen, wo man staunend und jauchzend erkennt, dass kein Gebet, kein Opfer, keine Hingabe, keine Selbstverleugnung verloren ist, sondern hundertfache  Früchte getragen hat im Werden des neuen Gottesbildes zur Ehre Jesu Christi!

Tröste, Heiland, deine Saatleute, die in den kalten Stürmen des rauhen Vorfrühlings hingehen und weinend edlen Samen streuen auf das kalte, nasse Land! Tröste sie im Voraus damit, daß man sich vor dir freuen wird, wie man sich freuet in der Ernte. Amen.

 

9. August.

Kol. 3,3: . . . euer Leben ist verborgen mit Christo in Gott.

Was Gott verborgen hat, das soll und kann der Mensch nicht an den Tag bringen und umgekehrt, was Gott offenbart haben will, das kann der Mensch nicht verstecken. Es ist eine Seite am Christentum,  wenigstens am lebendigen, die gleicht dem Licht; die kann nicht versteckt und verborgen sein, die wird sich kund tun auch ohne Worte. Aber es gibt auch eine Seite unseres neuen Zustandes, die ist und bleibt verborgen, wie alles Leben in der Natur sich nur in seinen Wirkungen äußert;. was eigentlich Leben ist, wie es entsteht und worin diese geheimnisvolle Kraft besteht, das findet kein Vergrößerungsglas und kein 5eziermesser. So ist der eigentliche Lebensquell, aus dem unser Tun vor den Leuten abfließt, verborgen. Wir können auch nichts thun, um diesen innersten Lebensnerv zu offenbaren. Unser Leben ist eben nicht selbständig, sondern hat seine Herkunft und Ursache, seine stete Erneuerung und Erfrischung verborgen mit Christo in Gott. Wie Christus eben unsichtbar im Vater ist, und nur einige seiner Wirkungen an den Tag kommen, so ist unser Bestes, unser Ruhm, unsere Blüte, oder unsere Wurzel mit Christo in Gott. Man möchte es dem unsichtbar fallenden Tau vergleichen.
Es soll erst einst in der Ewigkeit offenbar werden, was das für ein herrliches, seliges Leben,, was das für ein Nehmen und Geben, was das für ein Werden und Wachsen war!

Bist du, Herr Jesu in Schmach, will ich’s auch sein! Bist du verborgen, will ich’s auch sein! Aber bist du in Herrlichkeit, so will ich’s auch sein! Du bist mein Leben und mein Alles! Amen.

 

10. August

Joh. 1, 14:  Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns . . .

Worüber soll man mehr staunen, daß das Wort Fleisch ward, oder daß es unter uns wohnte? Das Wort, das uns geschaffen hatte, hätte können zornig werden über uns, hätte allenfalls können Mitleid haben mit uns, aber daß es, selbst Fleisch ward, das können wir nicht begreifen. Unsere Natur und Art in allen Beziehungen, – ausgenommen die Sünde, hat es nicht nur äußerlich wie einen Mantel angenommen, sondern es ging eine so innige Verbindung damit ein, daß man sagen muß: es ward wie wir. Seither ist das Menschenwesen wieder etwas wert geworden; der Stand ist zu Ehren gebracht; die Art kann von der Sonne der Ewigkeit durchleuchtet werden; das Fleisch kann gerettet und entsündigt bei Gott ewig selig sein! Und nun zeltete er unter uns! In der nächsten Gemeinschaft des täglichen Zusammenseins mit elenden Sündern gab dieses Fleisch gewordene Wort seine Gottes- und Lichtkräfte an die armen, finster und kalt gewordenien Sternlein ab und erzog sie zu der ewigen Gemeinschaft mit Gott. Daß wir dieses ganze Geheimnis jetzt nicht ergründen können, nimmt der Tatsache nichts von ihrer Kraft; wie auch das unverständliche Gesundwerden des von den Ärzten Aufgegebenen von ihm selbst darum nicht weniger köstlich empfunden und durchlebt wird, weil niemand den Vorgang verstandesmäßig begreift. Man wird da an das Wort erinnert: Meine Seele ruht in solchem Geheimnis, wie mein Leib im Schlaf!

Das danken wir dir, Herr Jesus! Deine Liebe ward unser Leben, und seither ist unser Leben deiner Liebe geweiht und übergeben! Mach aus uns etwas Wirkliches zu deines Namens Preis! Amen.

 

11. August

Kol 3,4:  Wenn aber Christus, euer Leben, sich offenbaren wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in der Herrlichkeit.

Was für herrliche Dinge in der Verborgenheit des Christenlebens fertig gestellt werden, ahnt die Welt eben nicht, die nur auf das sieht, was vor Augen ist, ahnen aber auch vielfach die lieben Christen selbst eben kaum. Sie gehen hin und weinen und tragen edlen Samen, — was aber an ihnen und in ihnen für Werke des auferstandenen Heilands einst in seiner Wiederkunft plötzlich in hellem Glanz erleuchtet dastehen werden, das ahnen sie nicht (Matth. 25,37 ff) Sie arbeiten eben wie Fabrikarbeiter in der raucherfüllten dumpfen Fabrik an den strahlendsten Schmucksachen, die im Schaufenster der Ewigkeit einst glänzen werden. Was wird das für Wonne sein, wenn man dort wird mit Staunen erkennen können, wie keine Träne, keine heimliche Selbstüberwindung, keine Demütigung umsonst gewesen ist. Die schmerzhaften Verletzungen der Perlauster verwandeln sich in die schönsten, wertvollsten Perlen, die später Königskronen zieren. Darum wollen wir unser verborgenes Leben mit Christo in Gott jetzt lieb haben und uns hüten, darauf aus zu sein, daß wir unsern Lohn dahin haben, daß in diesem Erdenleben schon alle Früchte reif werden nnd alle Arbeit gleich mit Segenserfolg begleitet sei. Nein, stille schweigen, unerkannt warten auf die Herrlichkeit, die mit Jesu Wiederkunft offenbar werden wird!

Verschiebe uns nur das Bild der Zeit, Herr Jesu! Es braucht nicht in dieser Zeit alles zu werden. Wir wollen unsere Zeit einst mit dir in der Ewigkeit haben und genießen! Amen.

12. August.

Marc. 11, 25: Und wenn ihr stehet und betet, so vergebet, wo ihr etwas wider jemand habet, auf daß auch euer Vater im Himmel euch vergebe eure Fehler.

Es ist nicht so zu verstehen, als ob man durch Vergehen von Beleidigungen von Menschen sich selbst die Gnade Gottes verdienen könnte. Nein, die Vergebung vom Vater im Himmel bekommt man frei aus Gnaden durch den Glauben an Jesum geschenkt. Aber man kann dieser unverdienten Gnadenstellung, dieses Vorrechts wieder verlustig gehen, sobald man nicht selbst vergibt, was andere gegen uns gesündigt haben. Unser Beten ist sofort vergiftet, der Flug der Glaubenskraft gelähmt, sobald wir zürnen und hHadern und hassen. Gotteskinder sind wir einst geworden allein aus Glauben; Gotteskinder bleiben können wir aber,nicht, wenn wir es nicht sein wollen in der Liebe, die alles duldet, trägt, hoffet und endlose Geduld hat mit dem Beleidiger. Wir sind gar nicht mehr wir selbst! Uns trifft gar keine Beleidigung! Wie ich nichts von Gekränktsein zu spüren brauche, wenn jemand meine an der Wand hängenden Kleider mit dem Stocke ausklopft, so soll es mich gar nicht angehen, wenn jemand mich kränken und beleidigen will. Mein Herz soll ja gar nicht hier sein, sondern beim Heiland und dieses Herz in Jesu Hand kann niemand kränken! Darum lasset uns lieben nicht mit der Zunge allein, sondern mit der Tat Und dem geduldigen vergebenden Leiden!

Jesu, verkläre dein Bild, als des geduldigen leidenden Lammes an der Schlachtbank in all deinen ungeduldigen selbstwilligen Kindern! Amen.

 

13. August

Gal. 6,2: Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.

Eine überschwängliche Betrachtungs des wirklichen Zustandes der Kinder Gottes auf Erden kann leicht in die verhängnisvolle Unwahrheit führen, sie alle für Engel, für Vollkommene zu halten; Das gehört zu den Kinderkrankheiten des neuen Menschen bald nach seiner Bekehrung. In unserem Text wird ganz gelassen der Wahrheit die Ehre gegeben, daß jeder durch seine Eigenart, seine Schwäche und sein Schweres eine Last hat und für die Brüder eitle Last bildet. – Da soll man nicht meinen, man könne durch gesteigerte geistliche Anstrengung all dergleichen beseitigen. Nein, hier steht kein Worts vom Beseitigen und Abwerfen der Last – Lasten sind dazu da, daß man sie trägt! – sondern wir sollen uns nur mit unter des Andern Last stellen, als wäre es unsere eigene. Das gilt natürlich nicht nur von Krankheit und Armut des Bruders, sondern auch von seinem Temperament, seiner Anlage, seinen Schwächen und inneren Nöten. Nur so können wir das Gesetz Christi, die, völlige Bruderliebe, erfüllen, daß wir nicht selbstsüchtig nur an den Gaben und dem Licht des Andern teilnehmen (,,ihr wolltet eine kleine Zeit fröhlich sein in seinem Schein«), sondern, daß wir selbstverleugnend sprechen: Alles, was dein ist, sei mein! Auch deine Trübsal, deine unliebenswürdige Art, deine Gebrechen — alles will ich mittragenl

Liebe, hast du es geboten, daß man Liebe üben soll,
O so mache doch die toten, trägen Geister lebensvoll!
Zünde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen kann,
Wir als die von einem Stamme, stehen auch für einen Mann.
Amen.

 

14. August

Phil. 1, 2:   Und Appia, der Lieben und Archippo, unserm Streitgenossen und der Gemeine in deinem Hause

Da ist ist nun nichts zu machen! Auch in der gläubigsten Gemeinschaft kann keinerlei Uniform und Einerleiheit sein. Es wird immer Unterschiede der Liebe, der Hingabe, der Heilandsnähe, aber auch der Gaben und der Stellung innerhalb des Brüderkreises geben. Der bekehrte Ochsentreiber wird etwas ganz anderes sein nach seiner Bekehrung als vorher, aber er braucht deshalb nicht Missionar oder Stundenhalter oder Vorbeter zu werden. Appia bekommt den Beinamenen die Liebe, Archippus nicht; — dafür ehrt ihn der Apostel mit dem» Wort ,,unser Streitgenosse« und für all die anderen, gewiss: auch lieben und streitbaren Knechte und Mägde Jesu Christi in dem Hause des Philemon fällt nichts weiter ab, als daß sie sich mit einrechnen dürfen zur Gemeine in diesem gesegneten Hause. Ist dir das Letzte zu wenig? Acht·est du deine neue Stellung als gerettetes Gotteskind im Hause Gottes für geringer, als die jetzt auf Erden eine Zeitlang geltenden Ämtchen und Pöstchen? Wachen wir doch recht auf unser Herz, daß es den alten Rangstreit und die Scheelsucht bei Anderer Erfolgen nicht mithiniiber nehme in das neue Leben. Wie könnt ihr glauben, (oder gläubig bleiben) wenn ihr Ehre von einander nehmet? Oder gekränkt seid, wenn man euch nicht extra ehrt?

Lehr uns, Jesu, groß werden wollen für die Ewigkeit durch Treue und Demut im kleinsten und geringsten Dienste. Du bist mit uns eins geworden um Gnade! O so hilf uns, daß wir uns an deiner Gnade genügen lassen und nicht jagen nach Beliebtheit. Amen.

 

15. August

Gal. 6, 1: . . . Siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest.

Wenn Andere sündigen, vielleicht in unserer Gegenwart, oder gar gegen uns selbst sich von ihren Temperamentssünden fortreißen lassen, so soll nicht Empfindlichkeit, Gereiztheit, Entrüstung uns überfallen, – – (wir sollen es nicht gleich ,,heiligen« Zorn nennen, was fleischliches Gekränktsein ist) sondern wir sollen Mitleid mit dem Andern haben. Leidenschaft schafft eben ihm Leiden. Damit wir das besser können, wird uns geraten, schnell draus uns selbst zu sehen. Wie nah ist uns die gleiche Sünde! Das ist Fleisch von unserem Fleisch und Bein von unserem Bein! Außerdem, wie traurig sind wir nachher, wenn wir uns so haben fortreißen lassen. Wie bald wirds diesem Bruder auch weh tun, daß er eben seinem Fleisch den Willen ließ. Ärgert sich auch ein Arzt, der es mit Fieberkranken oder Irren zu tun that? Wir wollen uns die nötige heilige Sammlung durch den Ernst wahren, mit dem wir uns schnell vorstellen: gerade so könntest du jetzt aufbrausen und Andere kränken! Dann spielen wir nicht die Gekränkten, was nicht bloß dem Wortsinn nach, sondern dem Wesen nach mit »krank« zusammenhängt, nein, wir suchen sofort Hilfe bei dem Oberarzt. Was gilts, leises, starkes Gebet bei ernster Stille und Gefaßtheit entwaffnet den Andern am schnellsten!

Ach, du stiller, demütiger Heiland, der du solchsinnloses Widersprechen nicht von deinesgleichen, wie wir es erleben, sondern von Sündern erduldet hast, – wir bitten dich, hauche uns an mit deinem Geist und präge uns deine Art auf! Amen.

 

16. August.

Phil. 4, 13:    Ich vermag Alles durch den, der mich mächtig macht, Christus.

Hinter dem Apostel Paulus stand unsichtbar eine hohe Gestalt, die ihm die Vollmacht erteilte, sei es zum andringenden Reden, dadurch andere Menschen überzeugt wurden, sei es zum Beherrschen von Naturkräften (siehe seinen 5chiffbruch und die Otter! Apostelgeschichte 27 und 28), sei es zum Überwinden der Schwachheit seines Leibes oder unsichtbarer Feinde der Geisterwelt. Darum, weil Jesus so in ihm und durch ihn wirkte, kann er sagen: Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht, Christus. Wo steht es nun geschrieben, daß wir nichts vermögen sollen durch den, der uns schwach macht, Christus? Nirgends. Das ist eine Lästerung, zu glauben,  Christus könne heute nichts Wirkliches von Sieg über Menschen, Sachen, Geld, Naturvorgänge an und durch seine Jünger zu Stande bringen. Er kann viel, er kann alles, wie einst! Nur wir sind nicht so in seiner Hand, wie Paulus. Soweit wir selbstlos, – los von unserem Vorteil, unserer Ehre, unserer Bequemlichkeit sind, aber auch los von unserer eingebildeten Bedeutung, unserer falschen Meinung, unserem Eigensinnl – uns ihm demütig, klein und ergeben zu Füssen gelegt haben, so weit kann er uns brauchen und auf dem Trümmerfeld unseres eigenen Wesens und Willens seinen herrlichen Bau vollführen.

Herr, lehre uns, wie und wo und wann du uns haben willst, damit deine Kraft in uns offenbar werde! Amen.

 

17. August

Mark. 11,10:  Gelobt sei das Reich unseres Vaters David, das da kommt in dem Namen des Herrn.

So riefen die Juden damals, da Jesus einzog in Jerusalem, weil es aussah, als ob irdische Macht und Herrlichkeit damit verbunden sei: zogen doch große Scharen jubelnd und Palmzweige schwingend mit Jesus daher. Wie aber wenige Tage später der Rausch der Begeisterung umgeschlagen war in Verzagtheit, die Obersten in ihrem Haß Jesus fangen ließen und zu Pilatus schleppten, da konnte dasselbe Volk schreien: Kreuzige! Kreuzige! d. h. Verflucht sei das Reich unseres Vaters David! Gerade so geht es heute noch. Wenn das Christentum gerade einen Aufschwung nimmt in der Gesellschaft, Mode wird in einer Stadt, wenn ein begabter Pastor Scharen von Anhängern unter seine Kanzel zieht, dann gibts leicht so eine Luft von Begeisterung,. die ansteckt und mit fortzieht, daß man mitläuft und mitlobt. Schade nur, daß das nicht lange bleibt! Die erste kleine Enttäuschung, ein äußerlicher Umschwung der Verhältnisse und Stimmungen, ein Zerwürfnis unter den Führern der Bewegung und man ruft nicht: Kreuzige! aber man schämt sich und zieht sich zurück. Ja, man sucht durch doppelte Weltförmigkeit wieder gut zu machen, was man da  in flüchtiger Begeisterung für das Reich Gottes gesagt und getan. Nur, wer solche beschämende Erfahrungen hinter sich hat, der wird gebeten, sich dem Reich. anzuschließen, das im Namen des Gekreuzigten kommt, und nicht in menschlicher Begeisterungl

Dein ist das Reich, Herr Jesu, und darum will ich und muß ich auch dein sein und bleiben. Denn wo du bist, da ziehts mich auch und wo du nicht bist, da stößt es mich ab. Offenbare mir stets, lieber Herr, ob du kommst! Amen.

 

18. August.

2. Thess. 3,1: . .. betet für uns, daß das Wort des Herrn laufe und gepriesen werde wie bei euch.

In Thessalonich war der Apostel nur etwa drei Wochen gewesen und das Wort hatte ,,laufen«, d. h. schnell vorwärts dringen können in überraschenden Erfolgen, so daß anderswo gepriesen wurde, was das Evangelium dort ausgerichtet habe. Nun bittet der Apostel um die Fürbitte der Gläubigen, damit solche Wirkung auch anderswo an den Tag komme. Heutzutage müssen wir auch staunen über den schnellen, Fortschritt des lebendigen Christentums, wie Z. B. des Gemeinschaftslebens der Gläubigen an manchen Orten. Mahnt das nicht sofort zur Fürbitte für die Verkündigung, desselben teuren Wortes an andern Orten? Wir Gläubigen sind doch darin einig, daß das Gebet zuerst in der unsichtbaren Welt die Siege erfechten muß, die später bei der Wortverkündigung an den Tag kommen sollen. Wie wichtig ist dann diese Art Kriegsführung in unseren Tagen! Kannst du und sollst du vielleicht gar nicht als Evangelist durch dein Zeugnis Großes anrichten, dann hat der Herr dir den Auftrag gegeben, der hier über dieser Betrachtung steht! Bete alle Tage so inbrünstig und treu, wie du kannst, um Geistesausgießung auf die Verkündiger des Wortes, bete die Bollwerke des Satans hinweg und ziehe Wolken des geistlichen Segens über deinem Wohnort oder andern Orten zusammen: Dein Lohn wird offenbar werden an dem Tage der Herrlichkeit Jesu Christi, und der Anteil derer, die beim Gerät blieben, soll nicht kleiner sein als derer, die in die Schlacht zogen .(1. Sam. 30, 2-4).

Herr, erinnere deine Kinder durch deinen Geist täglich, daß sie beten, damit aus dem Heiligtum Kraft und Leben fließe auf die Verkündigung deines Wortes! Amen.

 

19. August

Offenb. 2, 2:  Ich weiß deine Werke . . .

Dann bedarf es keiner weiteren Verhandlung, keiner Ausreden und Entschuldigungen! Dann sind wir vor diesem Richter, der alles weiß, rettungslos verloren! Nein, Jesus ist dieser Richter und er weiß noch mehr als unsere Werke, er weiss auch unsere Tränen und unsern Schmerz über unsere Werke, er auch, daß wir an seine Hilfe und sein Heil geglaubt haben und sehnsüchtig ihn um Erbarmen angefleht haben. Weiß er alle Dinge, dann weiß er auch, wie es damit bei jedem unter uns steht. Fehlt aber solches sehnsüchtige Bitten, fehlt der Glaube an Jesu Heil, — dann sind unsere Werke Manns genug, um uns in’s ewige Verderben« zu ziehen! Jesus hat ein ganzes Heil auch für die Gottlosen und Ungerechten beschafft. Es muß nur von unserer Seite auch in Anspruch genommen und wirklich angeeignet werden. Da ist nur ein Rat, daß man sich endlich diesemr Jesus voll und ganz übergehe und von ganzem Herzen also bete:

Lieber Heiland! Du weißt meine Werke, und dann weiß ich, daß ich verloren bin! Aber ich weiß noch etwas daß du für mich am Kreuze starbst, um mich durch dein Werk von all’ meinen Werken zu erlösen. Darum flüchte ich mich zu dir und bitte dich, reinige mich von aller meiner Sünde! Schaffe in mir ein neues Herz, daß ich bald dir mit Jauchzen sagen kann: Herr, du weißt alle Dinge, aber du weißt auch, daß ich dich lieb habe! Amen.

 

20. August

Gal. 5, 15:  So ihr euch untereinander beißet und fresset, so sehet zu, daß ihr nicht untereinander verzehret werdet. 

Tief traurig macht es, demütigend und beschämend wirkt es, wenn man es immer wieder erleben muß, wie unter bekehrten Gotteskindern das fleischliche Rechthabenwollen und Empfindlichsein, das hochmütige Herrschen- und Tonangebenwollen Parteiungen schafft, die an Schärfe denen unter Weltleuten nichts nachgeben. Die schreckliche Vermutung regt sichs da so leicht, daß diese streitenden Parteien entweder gar nicht recht bekehrt sein müssen, oder aber, daß sie aus der Zucht des heiligen Geistes herausgefallen sind. Kein guter Kutscher läßt seine Pferde, wenn er auf dem Bock sitzt und die Zügel hält, sich beißen und schlagen. Geschieht es doch, dann ist er nicht da, oder er hat die Lenkung verloren. Derselbe Geist kann nicht, so widersprechende Überzeugungen hervorbringen: ein Teil oder vielleicht oft alle beide, berufen sich ganz mit Unrecht auf den heiligen Geist, der ihnen dies und das gesagt haben soll. Die Weisheit von Oben her ist und macht ihre Leute demütig, gelinde, gewiß, und dabei so, daß sie sich etwas sagen lassen können, ohne einen Groll gegen, diejenigen zu fassen, die mit Recht oder Unrecht einem wehgetan haben. Unsere Feinde sollen wir lieben und für sie beten; aber unsere unfreundlichen oder unverständigen Brüder sollten wir nicht ertragen können?

Jesu, erbarme dich über uns! Reinige uns, dass wir stille und demütig werden! Herr, mache deine Kinder schön! Amen.

 

21. August.

Joh. 8,55: Ich kenne ihn.

Ob er ihn kennt! Wer kann von uns, deren Wissen und Erkennen Stuckwerk ist, wer kann überhaupt von eigentlichem Rennen und Erkennen reden! Ein großer Gelehrter pflegte seinen vorsichtig ausgesprochenen Lehren noch anzuhängen: Nisi fallor! d. h. wenn ich mich nicht täusche. Aber Jesus kennt den Vater. Jesus ist in des Vater Schoß gewesen, ehe der Welt Grund gelegt war; Jesus blieb im Zusammenhang mit ihm, als er auf Erden lebte. Jesus ist die klarste, zutreffendste Enthüllung des göttlichen Wesens, so daß er sagen konnte: Philippe, wer mich siehet, der siehet den Vater; ich Und der Vater sind eins. Er kennt ihn und darum brennt’s ihm auf der Seele, daß ihn die Menschen, die Jesus doch liebt, nicht nur nicht kennen, sondern ihn hassen oder lästern. Und er muß sich sagen: Wie glücklich würden sie alle werden, wenn sie dieses Vaterherz kennen lernen würden und sich ihnen ähnlich wie mir austäten die unergründlichen Schätze seiner Gnade und Wahrheit, seiner Herrlichkeit und Liebe! Das lag wie ein schweres Weh auf Jesu Herzen, daß die Menschen seinen Vater nicht kannten, darum opfert er sich selbst ganz auf, damit in solcher Liebe der Weg geöffnet werde zur ahnenden, seligen Erkenntnis Gottes des Vaters!

Wir danken dir, Herr Jesu, daß du deine Liebeskenntnis des Vaters nicht für dich behalten hast, sondern uns allen aufgeschlossen hast, die wir durch dich zum Vater kommen dürfen! Herr hilf uns immer näher kommen, daß wir dich und ihn besser erkennen! Amen.

 

22. August

1. Joh. 2,17:    Und die Welt vergeht mit ihrer Lust, wer aber den Willen Gottes tut, der bleibet in Ewigkeit.

Seit dem Sündenfall liegt der Fluch über aller Art des Irdischen: Was von der Erde genommen ist, soll wieder zur Erde werden. Daher klebt schon irgendwo an jeder Erdenlust heimlich oder offenbar die Marke drauf: Du vergehst! Unter den Händen zerrinnt einem die Lust und im Genuß verschmachten die Armen nach Begierde. Einst wird aber noch ein anderes völligeres Vergehen der Welt mit ihrer Lust stattfinden, wie es im Sterben der Einzelne für fein Teil schon erfährt: Die Welt ist dem Untergang geweiht und wird vergehen.  Aus dem ganzen abwärts rauschende Strom des Vergehen hebt sich ein Fels von Urgestein, der bleibt stehen: Jesus Christ! Der hat den Willen Gottes wirklich getan, der bleibet in Ewigkeit und nur, wenn wir auf diesem Punkt uns von der Art Jesu gewinnen lassen, bei ihm bleiben, dann könne auch wir bleiben in Ewigkeit. Denn das ist die Hauptsache des Willens Gottes für uns, daß wir an den Sohn recht glauben und uns auf’s Unlöslichste mit ihm verbinden. Nur der Sohn bleibt ewiglich im Hause und nur, welche der Sohn frei macht, die sind recht frei, — die bleiben bei ihm in Ewigkeit. Wenn wir unser Himmelreich wirklich wollen, dann müssen wir uns mit Jesu zusammenschließen: in ihm ist Himmelreich!

Hier sind wir, Herr Jesu, und möchten unsern Bund mit dir erneuern! Gib uns Gotteskräfte, damit wir den Willen unseres Vaters tun und in dir alles finden und von dir alles nehmen können, was den Seelen nottut für die Erfüllung dieses Willens. Amen.

 

23. August.

Luk 8,5:    Es ging ein Sämann aus zu säen seinen Samen

Es ist mir als sah Ich ihn noch dahinschreiten durch das weite Gefilde der Weltgeschichte, wie er  mit breitem Wurfe seinen Samen, den köstlichen Lebenssamen des Wortes, ausstreut. Das Wort ist bestimmt, im keimkräftigen Erdboden des Menschenherzens auszugehen, und dann wird es auf der Menschen Stellung und Haltung zu dieser Pflanze ankommen, was draus wird. Von Gott her werden dies guten Bedingungen fürs rechte Wachstum gegeben; vom Menschen rührt der Widerstand und damit das Verderben der Gottessaat her. Darum muß immer wieder die Verantwortlichkeit des Hörers betont werden. Ist niemand schuld daran, daß er in den Himmel kommt, so ist auf der anderen Seite jeder schuld daran, wenn er verloren geht. Darum achte, wie du hörest! Noch geht der Sämann aus, noch gibt’s Gelegenheiten zum Gläubigwerden, noch ist Gnadenzeit mitten in der schon anbrechenden Gerichtszeit für die, welche noch hören und sich bekehren wollen, – heute, so ihr seine Stimme höret, verstocket eure Herzen nicht! Jst Jesus bereit zu säen, – dann frag’ dich nur bei jeder Gelegenheit: bist du bereit zu hören? Willst du ein neues Herz haben, ein neues Leben anfangen, dann gib dich heute ihm hin!

O du Sämann von! Gottes Gnaden, Herr Jesu Christ, geh nicht fort, geh nicht vorbei, ohne auf meine Seele gesäet zu haben, was sie gerade braucht! Herr, zieh mich und bekehre mich! Amen.

 

24. August.

Psalm 118, 26: Wir segnen euch,die ihr vom Hause des Herrn seid.

Zuerst mach dir klar, ob du zum Hause des Herrn gehörst. Gottes Hausgenossen müssen durch die Tür, das ist Christus, eingegangen sein; nur wer Vergebung seiner Sünden durch des Lammes Blut empfangen hat, der ist vom Hause des Herrn. Zweitens frage dich, ob du in Treue und Gehorsam geblieben bist im Hause des Herrn, oder ob du als ein ungehorsames Kind beim hellen Tagesschein weggelaufen bist und immer erst dann wieder kamst, wenn die Nacht der Not kam. Die aber nach ihrer innersten Lebensrichtung nicht mehr von Jesu, dem Mann der Schmerzen lassen können, die sein Eigentum geworden sind, sollen es denn auch wissen, daß für sie ein Segen da ist. Wir segnen euch, wenn wir das Wort, das euch reinigt, auf eure Seelen wirken lassen; wir segnen euch, wenn wir, euch Gelegenheit geben zum Lieben und Wohltun; wir segnen euch in der Fürbitte; aber wir segnen euch auch, wenn wir den Namen des Herrn, eine wirkliche Erfahrung seiner Nähe, ein Aufleuchten seines Antlitzes beim Segnen auf euch legen. Es ist ein wesenhafter Segen, eine Fülle seines Friedens da; wer ihn nahm und verspürte, der geht heim mit dem seligen Bekenntnis: Meine Seele hat den Herrn gesehen und ist genesen!

Der Herr segne dich und behüte dichl Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig! Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden! Amen.

 

23. August

Psalm 55, 25: Wirf dein Anliegen auf den Herrn; der wird dich versorgen.

Wer sein Anliegen (die Sorgen, die auf seiner Seele liegen) festhält, weiter trägt, sich damit stets zu tun macht, der wird sich zu Grunde sorgen. Krank, elend, verzweifelt kann er drüber werden; nur wird die Sorge dadurch nicht überwunden, und die Not, um derentwillen die Sorge kam, ist ungestillt. Dagegen rät unser Text, wir sollen unsere Angelegenheiten, unsere Sorgen, von uns los machen: fertig zum Wegwerfen! Und dann wirft man sie mit dein Schwung des Glaubens auf den Herrn. Als Antwort auf diese Tat des Glaubens wird er euch etwas zurückwerfen: das, was dich bekümmert hatte, nahm er, daß du seine Stätte nicht mehr kanntest, oder was dir fehlte, schenkte er dir, oder das, vor dem du dich fürchtetest, traf gar nicht ein. Kurz, selige Lebenserfahrjungen von dem nahen, treuen Herrn, der für seine Kinder sorgt, müssen wir uns erkaufen um den Preis des völligen Vertrauens, der völligen,
gewissen Hingabe an ihn. Je kindlicher, selbstverständlicher wir uns ihm überlassen, desto unmittelbarer kann die eintretende Hilfe Leibes und der Seele, Gutes und der Ehre uns erfreuen und die früher seufzende Zunge lösen zum lauten Loblied seiner Liebe!

Wir danken dir, Herr unser Gott, daß wir deine Adresse haben! Daß wir dir alle unsere Sorgenpäckchen und Notbündel schicken können und du uns versorgen willst. Am liebsten kämen wir heute noch selbst statt unseres Gebetes persönlich zu dir, um
dein zu bleiben ewiglich! Amen.

 

26. August.

Mark. 12,16: wes ist das Bild und die überschrift?

Laß die Frage nicht nur der Zinsmünze gelten, sondern auch jedem deiner Tage oder immer deinem Herzen. Trägt jeder Tag das Gepräge des himmlischen Prägstockes? Daß jeder Tag seine eigene Plage habe, sagt der Herr; – sollte es nicht bei wirklichen Christen auch noch dazu kommen, daß jeder Tag Jesu Bild und Überschrift trage? Dazu ist’s meiner Meinung nach nötig, daß man an jedem Tage Gottes Wort lese und bete, Hausandacht und Tischgebet habe, aber hinreichend ist das nicht. Der Herr muß das Herz haben oder anders ausgedrückt, es muß Jesu Bild und Überschrift auf’s Herz gedrückt sein, so daß wir, wo wir seien, nie ohne Jesum zu finden sind. Ob du arbeitest in der Fabrik oder spazieren gehst durch blühende Flur, — ob du lachst oder weinst, Jesum mußt du im Herzen haben, sodaß man in deinen innigsten und wichtigsten AugenbIicken, wie in den nebensächlichsten keinen Augenblick findet, in dem nicht Jesus bei dir sein und in dir glänzen oder in dir sich verbergen könnte. In Wort und Werk und allem Wesen, sei Jesus und sonst nichts zu lesen. Ist das Herz so eine Werkstatt, eine Wohnstatt, eine Bildstatt Jesu, dann wird’s der Tag, ob er will oder nicht, in Sonnenschein oder Regen nicht hindern können, daß auch er für dich dasselbe Gepräge trage!

Weil unser Herz doch dich liebt, Herr Jesu, bitten wir dich, neige dich zu uns und frische alle Tage dein Bild und deine Überschrift in uns auf! Wir möchten so dein sein, daß du ganz unser sein kannst? Amen.

 

27. August

Mark. 15, 12:  Was wollt ihr denn, das ich tue mit dem, den ihr schuldiget, er sei ein König der Juden?

Ja, wenn man immererst die Andern fragen sollte, was man mit Jesu tun solltet Das würde eine schöne Geschichte geben! Die Einen wollen, wir sollen ihn verlassen und vergessen, die andern möchten, wir sollen ihn für einen liebenswürdigen Menschen halten, dem man versuchen soll ein bischen nachzueifern, und Viele haben garS nichts übrig für ihn und hassen ihn. Wir wissen aber aus klarer Lebenserfahrung, daß wir die Unseligsten, Unglücklichstens auf dem Erdboden sind, wenn wir ihn nicht haben oder nur ferne von ihm sind. Darum wollen wir uns an ihn anklammern; fest wie die Klette am Kleid wollen wir uns an den lebendigen Umgang mit ihm anheften. In allem Tun wollen wir die Augen richten auf ihn und Kraft suchen bei ihm, in allem Leiden Trost nehmen von ihm und solches Zusammensein mit ihm pflegen, wie der Dichter es andeutet: Unsere Seele soll sich immer schicken, aus Not und Liebe nach ihm zu blicken ohn Unterlaß! Dann wird er kanns nahe sein im Leben mit seinem Sterben, das alle unsere Sünden tilgt, und einst in unserem Sterben wird er uns halten mit seinem Leben, das in der Liebe ewig währet!

Amen, Amen, das heißt, ja, ja, es soll also geschehen; Herr Jesu! Gib selbst zum heißen Sehnen deiner·Kinder das Gelingen und stille unser Verlangen durch deine selige Nähe hier zeitlich und dort ewiglich! Amen.

 

28. August.

Mark. 12, 34:   Du bist nicht fern vom Reiche Gottes.

Wir wollen uns im Hinblick aus manche sogenannte Ungläubige (denn in Wirklichkeit glauben alle, – nur nicht alle das Richtige) gern mit diesem Wort trösten lassen. Wer aus der Wahrheit ist und wandelt aufrichtig, so gut wie er’s versteht rund kann, der ist dem Reiche Gottes näher als ein heuchlerischer 5chwätzer, der die Sprache Kanaans im Munde und schnöde Selbstsucht im Herzen hat. Aber wir wollen und dürfen sie, die UngIäubigen, nicht mit solchem Urteil über ihre Stellung trösten. Erstlich wissen wir nicht so wie der Herzenskündiger, ob der Betreffende wirklich so steht, wie des uns scheint, und zweitens ist ,,nicht fern« doch noch immer draußen und nicht drinnen. Wer sein Leben lang nicht fern bleibt und kommt, nicht näher und kommt nicht herein, der bleibt schIießlich doch für immer draußen. Ob eine kleine Entfernung, oder eine große, ob viel oder wenig dich vom Leben trennt, — eine einzige dünne Brettertür scheidet in drinnen und draußen. Darum soll man Ernst und Mut zum Vorwärtsdringen aus solchem Worte schöpfen, aber nicht ein Faulpolster für schlaffes, unentschiedenes Stehenbleiben draus machen. Den Aufrichtigen läßt es der Herr gelingen.

Herr Jesu, der du uns aus Gnaden in dein Reich versetzt hast, wir bitten dich, nimm unser Leben und Zeugnis zum Werkzeug an, dadurch andere, die nicht ferne sind, ganz nah machen kannst, ganz hineinbringen kannst in dein Reich! Amen.

 

29. August

Daniel 2, 22:    Er offenbaret, was tief und verborgen ist.

Der Eingang in den Schacht mag sehr verschieden sein; – das Ergebnis der Arbeit in ihm ist in diesem Punkt das Gleiche: es kommt an den Tag was für Gestein in seiner Tiefe schlief. Der Umgang mit Jesu, die Annäherung an ihn bringts an den Tag, was vorher schon im Menschen lag. War es heimliches Sehnen nach Reinheit und Frieden, oder war es heimliche Lust am Bösen und Gemeinen, – Jesus bringt es an den Tag. Er hebt aus dem innersten Grunde der Seele die tiefsten und verborgensten Schätze, – oder den tiefsten und verborgensten Schlamm. In ihm werden der Menschen Gedanken offenbar und die Art der Herzen gerichtet. Darum können ihm diese Leute nicht still halten, weil seine Art sie straft und schnell huschen sie wie Nachteulen aus dem Lichtbereich Iesu in die Finsternis zurück. Darum werden Andere so schnell Und stark an seine Art herangezogen, daß sie diesem magnetischen Zuge nicht widerstehen können. Es bleibt aber dieser Zug oder diese Abstoßung auch für später noch (auch nach der Bekehrung) als ein Urteil über den jeweiligen Herzenszustand bestehen. Ist dir Jesus nicht lieb und wert und wichtig, dann bist du krank, dann ist dein Herz nicht in Ordnung. Er bringts an den Tag, was drin tief und verborgen ist!

O, lieber Heiland, laß uns nicht allein das erkennen, was in uns tief und verborgen ist! Nein, bring auch an den Tag, was in deinem. Herzen tief und verborgen war: Die ganze Größe und Macht deiner Liebe! Laß sie uns erfüllen und verklären in dein Bild! Amen.

 

 

30. August.

2. Kor. 13, 5:    Versuchet euch selbst, ob ihr im Glauben seid. Prüfet euch selbst.

Ja, das ist sehr wichtig, daß wir nicht warten, bis der Herr uns in allerlei schwere Glaubensproben hineinwerfen muß, sondern daß wir selbst uns prüfen, ob wir im Glauben sind. Darüber darf doch kein Christ im Unklaren bleiben, ob dieses oder jenes Tun im Glauben oder ohne Glauben, im Zusammenhang mit Jesu oder ohne ihn geschieht. Wenn wir uns da ehrlich selbst prüfen, werden wir finden, daß wir mancherlei wunderliche Stützen angebracht haben, um nur nicht glauben zu müssen. Der Radfahrer, -der sich mit einem oder mehr Stöcken stützen will, damit er nicht fällt, oder der immer einen andern als wirkliche Stütze muß neben sich haben, wird nicht weit kommen. Kein Mensch, keine 5ache, kein Erdenmittel, keine Erdenhilfe darf unser Zutrauen zu Jesu lähmen und hindern. Erst ganz klar werden, – und dazu brauch du deinen Verstand, – was es heißt, in diesem Fall wirklich glauben und dann zweitens klar werden; ob du um die volle, echte Hilfe Jesu jetzt beten darfst und sollst, dazu brauch schon dein Gebet und Gottes Winke in seinem Wort, — und dann erst wirf dich ganz in die starken Arme Jesu! Er hat Hilfe, er ist Hilfe und er kann mehr als nur in irdischen Notlagen seine Schatzkammern für dich öffnen. Er ist reich über alle, die ihn mit Ernst anrufen.

Hier sind wir, lieber Herr, erforsche und erfahre uns! Laß es uns auch spüren, wie du uns beurteilst, damit niemand in Verblendung verbleibe über sich selbst und dann hilf uns weiter! Amen.

 

31. August 

Offenb. 22, 13:  Ich bin . . der Anfang und das Ende . …

Der Anfang unseres persönlichen Leben, wie der der ganzen Schöpfung ist Jesus. Durch ihn, für ihn, auf ihn sind wir geschaffen. Nichts ist geschaffen worden, ohne durch ihn. (Joh. 1, 3.) Wenn wir uns nun im Lauf des Erdenlebens, das zwischen jenem Anfang, den er setzte, und jenem Ende liegt, das er wieder selbst sein will, von ihm entfernen, ihm nicht gehorchen, oder gar ihm feindlich werden, – was für eine Erfahrung wird uns das Ende bringen? Von seiner Macht könnte uns seine Schöpfertat überzeugen, wenn wir wirklich auf Erden so verblendet sein sollten, seine starke Hand eben nicht zu sehen. Wie, wenn er am Ende wieder seine Macht gegen uns wenden wird, weil wir den seligen Zügen seiner Liebe zu folgen nicht willens waren? Was und wie soll dein Ende, deine Ewigkeit sein, wenn du nicht mit Jesu vereinigt und in Frieden bist? Preisgegeben dem mächtigsten, Wesen, dem zu entfliehen du nur jetzt scheinbar im Standes bist, so lange du nicht an ihn denkst, wirst du erfahren wollen, wie er seine Feinde zerschmettern muß nach seiner Gerechtigkeit? (Luc. 19, 27.) Oder soll dein Ende, deine Ewigkeit sein, wie dein Anfang: In Jesu Hand? Da ist keine Wahl, wir in ihm und er in uns! Unser Ende ist Jesus und dieses Ende ist gut und unser Gut hat kein Ende!

.Ach, Herr Jesu, segne und stärke alle Arbeit deiner Kinder in der Welt, die darauf aus ist, Andrer Seelen zu dir zu ziehen! Wir können die Gedanken nicht zu Ende denken, daß unsre Lieben nicht auch deine Lieben sein oder werden sollten. Herr erbarme dich! Amen.