Die Glaubwürdigkeit einer Glaubensauffassung oder Religion spiegelt sich wieder in ihrer Fähigkeit, Fragen ehrlich zu beantworten und offengelegte Mängel nachzubessern.

Hatte Jesus vor irgendeiner Frage Angst?  –   ….

Ziel und Leitlinien dieser Webseite:

1. Religion kann die stärksten Kräfte in der menschlichen Seele entfesseln, sowohl positive wie negative. Wir beobachten und beschreiben die seelischen Vorgänge, die  durch die Interpretation von Aussagen in der Bibel initiiert oder verstärkt werden und erkunden in einer Qualitätsdiskussion, ob sie förderlich für den Glauben und für die seelische Gesundheit sind.

Nach dem Selbstzeugnis der Bibel ist es das Merkmal einer guten Glaubenslehre, dass sie für den einzelnen Menschen und die Menschen  in seiner Umgebung heilsam und wohltuend (!) ist. (1.Tim 1,10 / Phil 4,7-8).

Nach dem Selbstzeugnis der Bibel können Bibelworte aber auch in destruktiver Weise missverstanden werden: „Der Buchstabe tötet.“ (2.Kor 3,17) Die Erfahrung hat gezeigt, dass Interpretationen der Heiligen Schrift möglich sind, die einzelne Menschen unangemessen belasten oder gar schädigen können. Insbesondere der perfektionistische Missbrauch biblischer Aussagen kann zu schweren seelischen Erkrankungen (chronische Depressionen, Zwänge und Verdammungsängste) führen.

Deshalb sollte einer gewissenhaften Vermittung religiöser  Inhalte grundsätzlich eine gründliche seelenkundliche Reflexion vorangehen.

Leider gibt es immer wieder Gemeindelehrer, die sich die Mühe einer selbstkritischen Reflexion nicht machen und ihre theologische Biografie, ihre Prägung durch die Tradition, ihre persönliche Gewichtung von Bibelworten für irrtumslos und über jeder Korrektur stehend ansehen, und folglich für destruktive Wirkungen nur den Betroffenen verantwortlich machen werden.

Die komplizierte „religiöse Frage“ beschäftigt fast jeden Menschen. Es ist schwerlich damit zu rechnen, in jeder Hinsicht befriedigende Antworten zu finden. Was aber getan werden kann und muss, ist eine ehrliche, widerspruchsfreie Bearbeitung dieser Frage, durch die das scheinbar Verlässliche der theologischen „Konditionierung“ ausgeschieden wird. Auf der Grundlage dieser Vorarbeit kann der Glaube seine Kraft optimal entfalten, wenn die Sicherheit, die das Materielle bietet, durch Schicksalsschläge, durch Krankheit oder in fortschreitendem Alter als Illusion offenbar wird.

2. Infolge der Kräfte, die Religion auslöst, ist sie das ideale Instrument für Machtmenschen. Ohne Transparenz und Offenheit ist die Gefahr des gewissenlosen Machtmissbrauchs in religiösen Systemen sehr hoch. Insbesondere junge Menschen sind unfairen Manipulationen besonders ausgesetzt.

Deshalb ist es uns wichtig, rechtzeitig auf Gefahrenquellen hinzuweisen. Dabei nehmen wir den Schutz des Einzelnen stets wichtiger als das Interesse von „Schriftgelehrten“, die sich um eine fleckenlose Fassade des Christentums bemühen („Blinder Fleck„), die möglichst werbewirksam ist.

Alle Fragen, Probleme und Nöte mit dem christlichen Glauben können offen angesprochen werden.  Jeder Kommentar wird veröffentlicht.

3. Bei der Beantwortung haben die Grundlagen der Liebe zu Gott und den Menschen, die Qualitätsstandards Jesu – Barmherzigkeit, Liebe zur Gerechtigkeit, Verlässlichkeit und Ehrlichkeit (Matth 23,23) den Rang, der ihnen von Jesus selbst zugewiesen worden ist: d.h. oberste Priorität.

Liegt der Fokus auf diesen Maßstäben, kann der Glaube seine ganze (Überzeugungs-)Kraft entfalten und Menschen zum Segen werden.

Werden die Maßstäbe Jesu hinter anderes, hinter Dogmen, Traditionen, Bedürfnissen zurückgestellt, entsteht scheinbarer Glaube mit allen Nebenwirkungen des Selbstbetrugs.

4. Für die Sorgfalt bei der Beantwortung einer Frage ist es unerheblich, ob sie von vielen oder nur von wenigen Menschen als seelisch belastend wahrgenommen wird – so wie  auch Jesus dem einzelnen Menschen seine volle Aufmerksamkeit geschenkt hat.

5. Für die Sorgfalt bei der Beantwortung einer Frage ist es unerheblich, ob etablierte religiöse Institutionen oder der Mainstream der Gläubigen eine Bearbeitung wünschen oder nicht – so wie auch Jesus gegenüber religiösen Institutionen oder gegenüber allgemein akzeptierten Ansichten seine Unabhängigkeit gewahrt hat.

6. In der Erkenntnis, dass Ehrlichkeit und Offenheit langfristig viel mehr zur Einheit der Gläubigen beiträgt als Dogmatismus, beschränken wir uns dogmatisch auf die eiserne Reserve der fünf fundamentalen Heilstatsachen des christlichen Glaubens.

Im Notwendigen Einheit, im Nicht-Notwendigen Freiheit, in allem aber die Liebe! (Rupertus Meldenius)

Statt Gläubigen vorzuschreiben, was sie alles  glauben sollen, erscheint es uns sinnvoller, Mitchristen zu ermutigen, ihr  Urteilsvermögen durch Beachtung der Qualitätsstandards Jesu zu üben.

7. Wir legen Wert auf freundlichen Umgang mit Gesprächspartnern und Kommentatoren, umso mehr als eine religiöse Sichtweise sehr häufig dem Schutz vor seelischen Verletzungen dient. Deshalb beachten wir die  fünf Regeln des freundlichen Umgangs mit Andersdenkenden.

Wir sind uns bewusst, dass eine abweichende Sichtweise uns die Möglichkeit gibt, eigene Motive und eigene Sorgfalt zu überprüfen.

Dem freundlichen Umgang dient auch, dass wir uns grundsätzlich der Alltagssprache befleißigen, so wie es Jesus getan hat, da die übliche theologische Spezialistensprache sehr oft zur Vortäuschung von Einsicht und Gewissheit verwendet wird.

Namensnennung wird möglichst vermieden, sofern nicht Quellen zitiert werden müssen. Kommentare können auf Wunsch auch anonym mit einem Decknamen eingestellt werden.