Ein bisschen Moral kann ja nichts schaden ?

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Vorsicht !

Die richtige Interpretation biblischer Texte führt immer zur Freiheit: Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Steht fest in dieser Freiheit und lasst euch nicht wieder unter das Joch der Knechtschaft zwingen.” (Gal 5,1+2). Die Freiheit, die Christus seinen Jüngern schenkt, ist aber bedroht! Sie muss wachsam verteidigt werden! (Schutzmaßnahmen)

Werden Schutzmaßnahmen vernachlässigt, so kann der Bibelunterricht äußerst destruktiv (!) auf die Seele insbesondere von Kindern und Jugendlichen einwirken. Im Einzelfall können Menschen psychisch dauerhaft geschädigt werden, was haftungsrechtliche Fragen aufwirft. Über die Gefahren, die immer wieder einmal  in Gemeinden mit dem herkömmlich bibeltreuen Bibelverständnis sowie in katholischen Gemeinden anzutreffen sind (soweit dort der Katholische Katechismus als irrtumslose Norm präsentiert wird – „Entsolidarisierung„), informiert unser

30-Punkte-Check

Wie ist es in Deiner Gemeinde ? Ist dort bekannt, dass die im folgenden aufgelisteten Behauptungen destruktiv sind ?

Es ist unerheblich, ob viele oder nur ganz wenige dieser theologischen Aussagen in der Gemeinde vertreten werden. Auch eine einzelne Aussage kann unter ungünstigen Umständen sehr destruktive Folgen haben.

Dabei wird es nur in Einzelfällen zu einer sichtbaren Schädigung der Seele und zu klinischen Symptomen kommen. Die Dunkelziffer derer, die dank der Fahrlässigkeit ihrer Gemeindelehrer ein Leben lang bedrückt und deprimiert durchs Leben gehen und sich dieses Ergebnis selbst oft gar nicht eingestehen wollen, ist sehr viel höher.

Zu Unrecht verlassen sich viele Ärzte darauf, dass Theologen und Pastoren als “Fachleute” das Problem im Griff haben. (Blinder Fleck) Wie etliche Menschen aus leidvoller Erfahrung wissen, kann davon keine Rede sein. Erfahrungsgemäß sind Gemeindeleiter auf die emotionalen Bedürfnisse der Mitgliedermehrheit fixiert. Ein offener Austausch über diese Gefahren wird als nachteilig für die Mitgliederwerbung und für religiöses Erleben angesehen und ist deshalb in der Regel unerwünscht.

Dabei ist die destruktive Wirkung der zitierten Behauptungen absolut plausibel – auch ohne ärztliches Spezialwissen. Wer sie – dank einer kurzsichtigen und bevormundenden Theologie – für bewiesen ansieht und ihnen damit göttliche Autorität zuerkennt, sieht sich bald massiver seelischer Erpressung ausgesetzt.

Die Widerlegung dieser Behauptungen verwendet den Schlüssel der Heiligen Schrift, das höchstrangige biblische Ordnungskriterium, nämlich die Qualitätsmaßstäbe Christi.schluessel-300Es wird der Beweis geführt, dass die Behauptungen diesen Qualitätsmaßstäben widersprechen und deshalb eben nicht göttliche Autorität beanspruchen und das Gewissen belasten dürfen. Es wird bewiesen, dass diese Behauptungen nur unweise Fehlschlüsse sind, die gedankenlos weitergegeben werden, um den Gläubigen widerrechtlich zu verpflichten oder gar zu erpressen.

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30 destruktive Behauptungen

Wir unterscheiden 2 Arten:
I. Lehrsätze, die das Vertrauen in Gott als fairen “Bundespartner” untergraben …
II. Lehrsätze
, die den Gläubigen des Rechtes berauben, sich vor Machtmissbrauch zu schützen…

I.

(Lehrsätze, die das Vertrauen in Gott untergraben …)

1. Behauptung: “Sexuelle Verklemmtheit ist heilig – sexuelle Sünden verunreinigen am stärksten.”

2. Behauptung: “Je mehr du für Gott an Geld und Zeit opferst, desto mehr wirst du in diesem Leben an materiellem Wohlstand zurückbekommen.”

3. Behauptung: “Wer seiner Gemeinde nicht den Zehnten seines Einkommens spendet, ist verflucht und wird mit finanziellen Einbußen rechnen müssen.”

4. Behauptung: “Wer nicht fast alles opfert, um die Not der Menschen zu lindern, lebt in Sünde und unter dem Fluch Gottes.”

5. Behauptung: “Wer ohne schwerwiegenden Grund vom sonntäglichen Gottesdienst fernbleibt, begeht eine schwere Sünde und wird dafür angemessen von Gott bestraft.”

6. Behauptung: “Nur der Gläubige, der alle seine Sünden ausnahmslos nachträglich „wiedergutmacht“, darf mit Vergebung rechnen. Er muss also zu jedem Menschen, an dem er sich irgendwann einmal versündigt hat, hingehen und die Angelegenheit mit einem Schuldbekenntnis in Ordnung bringen: d.h. ausnahmslos jede Lüge, Halbwahrheit und Übertreibung richtigstellen, sich für jede abfällige Äußerung entschuldigen, alles Gestohlene zurückbringen usw….. Andernfalls kann ihm Gott nicht vergeben.”

7. Behauptung: “Kleine Sünden werden von Gott so negativ gesehen und bestraft wie schwerste Verbrechen, denn Jesus musste auch für kleine Sünden sterben.”

8. Behauptung: “Da der Gläubige die Kraft des Heiligen Geistes empfangen hat, ist er fähig, vollkommen sündlos zu leben. Umso strenger wird der Gläubige bestraft, wenn er sich dann noch kleine Sünden leistet. Er kann und darf sich nicht mehr auf menschliche Schwachheit berufen.”

9. Behauptung: “Wer nicht jede Gelegenheit nutzt, seine Mitmenschen zu missionieren, trägt Mitschuld daran, wenn sie in die Hölle kommen und wird dafür angemessen von Gott bestraft.”

10.Behauptung: “Man kann durch ein einziges unüberlegtes Wort in die Hölle kommen.”

11.Behauptung: “Wer eine schwerwiegende Sünde („Todsünde“) begangen hat und stirbt, ohne sie vorher in der Beichte bekannt zu haben, kommt direkt in die Hölle.”

12. Behauptung: “Ein Versprechen, das der Gläubige Gott gegeben hat, muss auf jeden Fall eingehalten werden, auch wenn es dumm und destruktiv war. Wenn der Gläubige es nicht einhält, dann muss er damit rechnen, dass Gott sein ganzes Leben ruiniert.”

13. Behauptung: “Wenn du noch nicht in „Engelssprache“ redest oder noch kein wunderbares Erleuchtungserlebnis empfangen hast, steht noch irgendeine Sünde zwischen dir und Gott. Dann hast du evt. den Heiligen Geist noch nicht empfangen und bist noch gar kein Christ und noch nicht gerettet.”

14. Behauptung: “Wenn dein Gebet nicht erhört wird, dann gibt es nur einen Grund dafür: eine Sünde steht zwischen dir und Gott.”

15. Behauptung: “Krankheit ist ein starkes Indiz für mangelnden Glauben oder heimliche Sünde.”

16. Behauptung: “Bei Krankheit den Arzt zu holen, ist ein Beweis mangelnden Gottvertrauens und daher Sünde.”

17. Behauptung: “Das Anhören nicht-christlicher Musik ist Sünde. Es ist wahrscheinlich, dass auf diesem Weg Besessenheit (Dämonen) übertragen wird, die man nur sehr schwer wieder los wird.”

18. Behauptung: “Zwanghafte Lästergedanken sind ein Beweis, dass der Gläubige vom Satan besessen ist. Er kann nur durch Exorzismus befreit werden.”

19.Behauptung: “Das Textverständnis, das sich am engsten an den Wortlaut der Bibel hält, ist das beste.”

20.Behauptung: “Die ethischen Aussagen des Neuen Testamentes haben alle die gleiche Autorität. Der Gläubige muss sie alle einhalten, wenn er nicht ungehorsam sein will.”

21.Behauptung: “Die strengere und härtere Interpretation eines Gebotes ist in jedem Fall die bessere.”

22. Behauptung: “Das Gewissen ist die unfehlbare Stimme Gottes.”

23. Behauptung: “Die Körperstrafe (Prügeln) ist ein unentbehrliches Erziehungsmittel des Christen.”

II.

(Lehrsätze, die den Gläubigen des Rechtes berauben,
sich vor Machtmissbrauch zu schützen…)

24.Behauptung: “Jeder Gläubige, der den Anweisungen des Gemeindeleiters nicht gehorcht, macht sich der Rebellion gegen Gott schuldig.”

25. Behauptung: “Es ist Hochmut, die theologische Tradition der Gemeinde mit der Bibel zu prüfen.”

26.Behauptung: “Der Gläubige darf Unrecht in der Gemeinde nur dann beim Namen nennen, wenn bei ihm selbst keine Fehler oder Schwächen zu sehen sind.”

27. Behauptung: “Mit der Forderung, Schäden und Beschwerden in der Gemeinde zu dokumentieren, schadet man dem “Zeugnis” der Gemeinde.”

28. Behauptung: “Ein Christ darf sich nicht wehren, darf auch nicht Ersatz des Schadens fordern. Er muss Unrecht, das ihm zugefügt wird, hinnehmen, muss vergeben und vergessen. Andernfalls ist er ein “Schalksknecht” und wird von Gott mit der Hölle bestraft!”

29. Behauptung: “Ein Christ darf nicht vor Gericht gehen, wenn ihm ein anderer Gläubiger geschadet hat. Andernfalls begeht er eine schändliche Sünde und wird dafür von Gott bestraft.”

30. Behauptung: “Ein Christ darf in Notwehr niemand töten. Er ist verpflichtet, sich töten zu lassen, damit der Täter nicht in die Hölle kommt.”

 

Bibelgemäße Kritik der Behauptungen

1. Behauptung: “Sexuelle Verklemmtheit ist heilig – Sexuelle Sünden verunreinigen am stärksten”

(Dieser Beitrag ist auch als pdf-Broschüre zum Download verfügbar.)

Es gibt etliche Gläubige, die meinen, dass sexueller Verzicht der Schwerpunkt der christlichen Ethik sei. Daraus zieht mancher den Schluss, dass Gläubige, die sich besonders sexualfeindlich gebärden, besonders heilige Leute seien. Umgekehrt würde Fehlverhalten, das im Zusammenhang mit der Sexualität steht, von Gott viel negativer beurteilt und bestraft als andere Sünden.

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2. Behauptung: “Je mehr du für Gott an Geld und Zeit opferst, desto mehr wirst du in diesem Leben an materiellem Wohlstand zurückbekommen.”

Das ist doch der wortwörtliche Sinn des folgenden Bibelwortes ! “Bringt mir den Zehnten ganz in mein Kornhaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hierin, spricht der Herr Zebaoth, ob ich euch nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.” (Mal 3,10)

Mit Segen darf der Gläubige rechnen. Daran ist nicht zu zweifeln ! Doch wie sieht dieser Segen aus ? Wird er in klingender Münze ausgezahlt ?

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3. Behauptung: “Wer seiner Gemeinde nicht den Zehnten seines Einkommens spendet, ist verflucht und wird mit finanziellen Einbußen rechnen müssen.”

Steht das nicht wörtlich in der Bibel? “Ist’s recht, dass ein Mensch Gott täuscht, wie ihr mich täuscht? Ihr entgegnet: “Womit täuschen wir dich?” Ich sage euch: Am Zehnten und Hebopfer. Darum seid ihr auch verflucht, dass euch alles unter den Händen zerrinnt; denn ihr täuscht mich allesamt. Bringt mir den Zehnten ganz in mein Kornhaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hierin, spricht der Herr der Heerscharen, ob ich euch nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.” (Mal 3,10)

Und doch ist das wörtliche Verständnis kurzschlüssig und falsch.

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4. Behauptung: “Wer nicht fast alles opfert, um die Not der Menschen zu lindern, lebt in Sünde und unter dem Fluch Gottes.”

Wer etwas Gutes zu tun weiß und tut es nicht, für den ist es Sünde.” (Jak 4,17) Der Apostel ermahnt mit diesen Worten Gläubige, die sich aufs hohe Roß gesetzt haben, angemessen von sich zu denken. Doch ist dieser Satz nicht auch auf das Zurückhalten von Geld anwendbar? Zumal es soviel Not in der Welt gibt? Muss der Gläubige nicht notgedrungen fast alles abgeben, was er hat?

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5. Behauptung: “Wer ohne schwerwiegenden Grund vom Gottesdienst fernbleibt, begeht eine schwere Sünde und wird dafür angemessen von Gott bestraft.”

Die sonntägliche Eucharistie legt den Grund zum ganzen christlichen Leben und bestätigt es. Deshalb sind die Gläubigen verpflichtet, an den gebotenen Feiertagen an der Eucharistiefeier teilzunehmen, sofern sie nicht durch einen gewichtigen Grund (z. B. wegen Krankheit, Betreuung von Säuglingen) entschuldigt oder durch ihren Pfarrer dispensiert sind. Wer diese Pflicht absichtlich versäumt, begeht eine schwere Sünde.” (Katechiskus der katholischen Kirche [KKK], Nr. 2181)

Wer eine schwere Sünde wissentlich und willentlich begeht, begeht nach offizieller katholischer Definition eine Todsünde. (Katechismus der katholischen Kirche [=KKK], Nr. 1857)

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6. Behauptung: “Nur der Gläubige, der alle seine Sünden ausnahmslos nachträglich „wiedergutmacht“, darf mit Vergebung rechnen. Er muss also zu jedem Menschen, an dem er sich irgendwann einmal versündigt hat, hingehen und die Angelegenheit mit einem Schuldbekenntnis in Ordnung bringen: d.h. ausnahmslos jede Lüge, Halbwahrheit und Übertreibung richtigstellen, sich für jede abfällige Äußerung entschuldigen, alles Gestohlene zurückbringen usw….. Andernfalls kann ihm Gott nicht vergeben.”

Das alles klingt sehr fromm ! Was kann man gegen das Maximum an möglicher Hingabe und Reue sagen, wenn jemand nicht nur nach den Geboten Gottes lebt, sondern sich außerdem darum bemüht, seine Vergangenheit zu reparieren, um Gott ein nahezu vollkommenes Leben präsentieren zu können ? Kann man dem heiligen Gott mehr Respekt erweisen ? Sagt Jesus nicht selbst, dass seine Jünger „vollkommen sein sollen“ ? (Mt 5,48)

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7. Behauptung: “Kleine Sünden werden von Gott so negativ gesehen und bestraft wie schwerste Verbrechen, denn Jesus musste auch für kleine Sünden sterben.”

O wie fromm wirkt doch auch dieser Satz ! Kann die Reue perfekter sein, wenn schon kleinste Fehler zu größter Zerknirschung führen ? Wird es Jesus nicht erfreuen, wenn der Gläubige sich deswegen die schwersten Selbstvorwürfe macht ? Wird dadurch nicht die Bedeutung seines Opfers noch viel mehr betont ? Oh wie entschieden und wie fromm ! Diese Lehre kann doch nur von Gott kommen.

Tatsächlich ? Sehen wir einmal genau hin!

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8. Behauptung: “Da der Gläubige die Kraft des Heiligen Geistes empfangen hat, ist er fähig, vollkommen sündlos zu leben. Umso strenger wird der Gläubige bestraft, wenn er sich dann noch kleine Sünden leistet. Er kann und darf sich nicht mehr auf menschliche Schwachheit berufen.”

Da steht es zweifellos geschrieben: “seine Gebote sind nicht schwer, denn alles, was von Gott geboren worden ist, überwindet die Welt” (1.Joh 5,3-4)

Ist es nicht der Ausdruck tiefsten Gottvertrauens, wenn Gemeindelehrer aus dieser Verheißung ein strenges Verbot ableiten und dem Gläubigen auch über der kleinsten Unvollkommenheit ein schlechtes Gewissen machen ? Es ist doch „ganz logisch“: wenn der Heilige Geist dem Gläubigen ermöglicht, alle Gebote zu halten, weil “die Gebote nicht schwer sind“, dann kann der Gläubige nicht nur alle Gebote einhalten, sondern muss es auch.

Tatsächlich?

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9. Behauptung: “Wer nicht jede Gelegenheit nutzt, seine Mitmenschen zu missionieren, trägt Mitschuld daran, wenn sie in die Hölle kommen und wird dafür angemessen von Gott bestraft.”

Diese Sichtweise beruft sich auf Hes 33,8-9: “Wenn ich nun zu dem gottlos lebenden Menschen sage: Du wirst dafür mit dem Tod bestraft werden! und du sagst ihm solches nicht, sodass der Gottlose nicht gewarnt wird, so wird zwar der Gottlose für seine Gottlosigkeit mit dem Tode bestraft; aber ich werde dich dafür zur Rechenschaft ziehen. Warnst du aber den Gottlosen, damit er sich ändern kann, und er hört nicht auf dich, so wird er mit dem Tode bestraft. Du aber hast dein Leben gerettet.”

Gläubige mit seelischer Erpressung zum Missionieren motivieren: ein verheerender Irrweg!

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10. Behauptung: “Man kann durch ein einziges unüberlegtes Wort in die Hölle kommen.”

Diese schreckliche Behauptung findet sich leider auch in der beliebten McArthur Studienbibel, die ansonsten mit Gewinn zu lesen ist. (e-Book 2013 oder 6.Auflage 2009). In der Anmerkung zu Mt 12,36 heißt es ausdrücklich, dass bereits ein “Ausrutscher” der Zunge genügt, um mit der ewigen Höllenqual bestraft zu werden.

Tatsächlich?

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11. Behauptung: “Wer eine schwerwiegende Sünde (Todsünde) begangen hat und stirbt, ohne sie vorher in der Beichte bekannt zu haben, kommt direkt in die Hölle.”

Die offizielle katholische Lehre unterscheidet zwischen “läßlichen Sünden” und “Todsünden”. Eine Todsünde liegt vor, wenn der Verstoß eine schwerwiegende Sache betrifft, und wenn er freiwillig und mit voller Erkennntnis begangen wurde (Katechismus der katholischen Kirche [=KKK], Nr. 1857)

Was sind nun Beispiele für Todsünden ? Erstaunt erfährt man folgendes: Eine Todsünde ist bereits das Fernbleiben vom sonntäglichen Gottesdienst ohne wichtigen Grund. Weiter gilt auch die Empfängnisverhütung z.B. durch Kondom oder Sterilisation als “schwerer Verstoß gegen die Sittlichkeit” und damit als schwerwiegende Sache, als Todsünde. (KKK, Nr. 2370)

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12. Behauptung: “Ein Versprechen, das der Gläubige Gott gegeben hat, muss auf jeden Fall eingehalten werden, auch wenn es dumm und destruktiv war. Wenn der Gläubige es nicht einhält, muss er damit rechnen, dass Gott sein ganzes Leben ruiniert.”

Hier beruft man sich auf 5.Mo 23,21: “Wenn du dem Herrn etwas gelobst, so sollst du nicht zögern, dein Versprechen zu halten ; denn der Herr, dein Gott, wird’s von dir fordern, und es wird dir Sünde sein.” sowie auf Pred 5,3-5. “Wenn du Gott etwas versprichst, so zögere nicht, es zu halten; denn er hat kein Gefallen an den Narren. Was du gelobst, das halte. Es ist besser, du gelobst nichts, als dass du nicht hältst, was du gelobst. Erlaube deinem Mund nicht, dich zu verführen; und sprich vor dem Engel nicht: Es war ein Versehen. Gott könnte zornig über dich werden und alle Werke deiner Hände verderben.”

Ein schauderhaftes Beispiel für die Pflicht, auch unbarmherzige Versprechen einhalten zu müssen, liefert die Jephta-Geschichte.

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13. Behauptung: “Wenn du noch nicht in “Engelssprache” redest oder noch kein wunderbares Erleuchtungserlebnis empfangen hast, steht noch irgendeine Sünde zwischen dir und Gott. Dann hast du evt. den Heiligen Geist noch nicht empfangen und bist noch gar kein Christ und noch nicht gerettet.”

In der Bibel gibt es für diese Behauptung keinen Beleg. Der Behauptung, dass der Gläubige bei einer echten Bekehrung die Fähigkeit erhalten haben muss, in unverständlicher Sprache zu reden (“Zungenrede”) ist die Frage des Paulus entgegenzuhalten: “Reden sie alle in Zungen?” (1.Kor 12,30) Offensichtlich gab es auch Gläubige ohne Zungenrede.

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14. Behauptung:“Wenn dein Gebet nicht erhört wird, dann gibt es nur einen Grund dafür: eine Sünde steht zwischen dir und Gott.”

Wahrhaftig: die Hand des Herrn ist nicht kürzer geworden, dass er nicht helfen könnte, auch ist sein Ohr nicht taub geworden, dass er nicht hören könnte, sondern eure Gemeinheiten haben einen Graben zwischen euch und Gott aufgerissen. Eure Sünde ist es, die euch hindert auf Gott zu blicken. Eure Sünde ist daran schuld,dass ihr nicht mehr angehört werdet.” (Jes 59,1+2)

Wer Gott und seine Weisungen verachtet, der kann nicht erwarten, dass Gott auf seine Bitten achtet. Jeder vernünftige Erzieher wird genauso handeln.

Fatal wird die Bibelauslegung, wenn sie Gebetserhörung mit dem Anspruch verknüpft, dass der Gläubige seine Unvollkommenheit überwindet.

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15. Behauptung: “Krankheit ist ein starkes Indiz für mangelnden Glauben oder heimliche Sünde.”

Krankheit kann die Folge von Fehlverhalten sein: ein sexuell zügellos lebender Mensch kann sich AIDS einhandeln, ein rücksichtloser Fahrer im Verkehr kann verunglücken, ein Drogenkonsument kann abhängig und gesundheitlich ruiniert werden, ein “Workoholic” kann an seinem Herzinfarkt selbst schuld sein.

Doch viel häufiger ist die unverschuldete, schicksalhafte Krankheit. Sie wird auch heute noch immer wieder von gewissen frommen Leuten als Strafe Gottes gedeutet. Wie blind muss man da sein! Was lässt nur Gläubige an solchen erbarmungslosen Ansichten festhalten?

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16. Behauptung: “Bei Krankheit den Arzt zu holen, ist ein Beweis mangelnden Gottvertrauens und daher Sünde.”

Und Asa wurde krank an seinen Füßen … und seine Krankheit nahm sehr zu; und er suchte auch in seiner Krankheit nicht den HERRN, sondern die Ärzte.” (2.Chr 16,12). Muss sich der Gläubige entscheiden: Entweder den Herrn bitten oder die Ärzte? “Verflucht sei, der sich auf Menschen verlässt”? (Jer 17,5) In einer kleinen Gemeinde in Indiana liegen schon über 50 Opfer dieser Bibelauslegung auf dem Friedhof (vgl. Philipp Yancey, Von Gott enttäuscht, Metzingen/Württ., S.16-17). Hat sich nicht Gott verpflichtet zu helfen ? Hatte Jesus nicht versprochen: “alle Dinge sind möglich, dem der da glaubt?” (Mk 9,23).

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17. Behauptung: “Das Anhören nicht-christlicher Musik ist Sünde. Es ist wahrscheinlich, dass auf diesem Weg Besessenheit (Dämonen) übertragen wird,  die man nur sehr schwer wieder los wird.”

Fromme Gruppen, die solche Sonderlehren pflegen, begründen ihre rigorosen Verbote gerne mit der Angst vor dämo­nischen Einflüssen. Sie warnten, dass der Gläubige keine Musik hören dürfe, in denen der Rhythmus dominiere oder schräge Tonfolgen vorkämen. Insbesondere durch Rhythmus, der aus afrikanischen Kulten stammt, könne “Besessenheit” automatisch übertragen. Verständlicherweise wird das Gewissen in der Folge jedes Mal heftig Alarm schlagen, wenn „afrikanische“ Musik gespielt wird.

Ja, es kann noch schlimmer kommen: die Gewissensnöte entstehen möglicherweise auch bei nicht-afrikanischer Musik, da sich die Musikstile vielfältig beeinflussen und ihre Herkunft oft nicht einfach festzustellen ist.

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18. Behauptung: “Zwanghafte Lästergedanken sind ein Beweis, dass der Gläubige vom Satan besessen ist. Er kann nur durch Exorzismus befreit werden.”

Es ist doch sonnenklar. Lästerung ist eine Entwürdigung Gottes und wer anderes als der Satan könnte dahinter stecken? Und wenn der Gläubige diese Gedanken nicht will, aber dennoch aussprechen muss, so kann doch nur eine viel stärkere Macht als er selbst in ihm wirksam sein und diese Macht ist nicht gut, sondern böse!

Tatsächlich?

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19. Behauptung: “Das Textverständnis, das sich am engsten an den Wortlaut der Bibel hält, ist das beste.”

Selbstredend ist die Grundlage des seriösen Bibelstudiums das sorgfältige Lesen des Urtextes oder von Übersetzungen, die sich eng am Urtext orientieren.

Doch das reicht für eine Interpretation nicht immer aus. Denn biblische Aussagen sind nicht gleichwertig. Sie stehen in einer Rangfolge. Aussagen mit geringerem Rang sind im Lichte höherwertiger Aussagen zu deuten. Höchste Autorität haben die Qualitätsmaßstäbe Jesu Christi: “Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Verlässlichkeit” (Mt 23,23). Man kann keinen biblischen Satz richtig einordnen, wenn man dabei diese Maßstäbe nicht berücksichtigt.

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20. Behauptung: “Die ethischen Aussagen des Neuen Testamentes haben alle die gleiche Autorität. Der Gläubige muss sie alle einhalten, wenn er nicht ungehorsam sein will.”

Unterschiedliches Gewicht von Aussagen ist im biblischen Text selbst festzustellen: Paulus differenziert zwischen einem ausdrücklichen Auftrag, den ihm der Herr gegeben hat, und seiner eigenen Meinung, die er gut begründet hat (1.Kor 7,12). Während auf dem Apostelkonvent noch der Verzehr von Götzenopferfleisch ausnahmlos verboten war (Apg 15), erlaubte ihn Paulus später unter der Bedingung, dass das Gewissen des schwächeren Bruders nicht überfordert wird. (1.Ko 11,29-30)

Auch in bibeltreuen Gemeinden werden manche biblischen Aussagen nicht beachtet. Also wird ihnen keine Bedeutung zugemessen.

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21. Behauptung: “Die strengere und härtere Interpretation eines Gebotes ist in jedem Fall die bessere.”

(siehe hierzu Gegenbeispiele: “In Ordnung bringen“, “Mission“, “kleine Sünde“, “Lohn“, “Gelübde“, “Prügeln“)

Für Jesus war eine möglichst strenge Auslegung nicht automatisch die bessere Auslegung. Er legte das Alte Testament so aus, dass der lebensfördernde Sinn (Mt 4,4) aufgeschlossen wurde: “Der Mensch ist nicht gemacht um des Sabbats willen, sondern der Sabbat um des Menschen willen.”(Mk 3,27)

Die Pharisäer und Schriftgelehrten bevorzugten eine perfektionistische Auslegung.

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22. Behauptung: “Das Gewissen ist die unfehlbare Stimme Gottes”

Die These, dass das Gewissen die „Stimme Gottes“ repräsentiere und „objektiver Maßstab“ sei, geistert immer noch in etlichen Köpfen herum. Sie lässt sowohl durch die Bibel selbst als auch durch einfachste Erfahrung widerlegen.

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23. Behauptung: “Die Körperstrafe (Prügeln) ist ein unentbehrliches Erziehungsmittel des Christen.”

Wer seine Rute schont, der hasst seinen Sohn; wer ihn aber liebhat, der züchtigt ihn bald.” (Spr 13,24). Da steht es ja! Man soll die Rute nicht “schonen“. Wer drauflos prügelt und dabei mehrere Ruten verbraucht, der hat am besten verstanden, was Gott mit “Liebe” meint? Tatsächlich?

Wer die Bibel wörtlich verstehen will, der sollte auch andernorts genau lesen.

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II.

(Lehrsätze, die den Gläubigen des Rechtes berauben,
sich vor Machtmissbrauch zu schützen…)


24.Behauptung: “Jeder Gläubige, der den Anweisungen des Gemeindeleiters nicht gehorcht, macht sich der Rebellion gegen Gott schuldig.”

Hier beruft man sich auf Hebr 13,17: “Gehorcht euren Lehrern und folget ihnen…

Der Vers geht aber folgendermaßen weiter: “…denn sie wachen über eure Seelen im Wissen, dass sie dereinst dafür Rechenschaft geben sollen…” Gemeindeleitern und Ältesten ist das Hirtenamt anvertraut. “Gebt Acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in die euch der Heilige Geist als Aufseher eingesetzt hat, damit ihr treue Hirten der Gemeinde Gottes seid. … Ich weiß, dass nach meinem Abschied gefährliche Wölfe bei euch eindringen und erbarmungslos unter der Herde wüten werden. Selbst aus euren eigenen Reihen werden Männer auftreten und die Wahrheit verdrehen, um die Jünger des Herrn zu ihren eigenen Nachfolgern zu machen. Seid also wachsam … ” (Apg 20,28-31) Die Bibel sagt also auch etwas über schlechte Hirten, die keine Autorität haben.

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25. Behauptung: “Es ist Hochmut, die theologische Tradition der Gemeinde / Kirche mit der Bibel zu prüfen.”

Am weitgehendsten hat sich die katholische Kirche ein Auslegungsmonopol vorbehalten. Nach § 1371, 1° des Codex iuris canonici [CIC] macht sich jeder Gläubige strafbar, der eine vom Papst oder von einem Ökumenischen Konzil verworfene Lehre vertritt oder eine Lehre, gleichgültig ob sie den Status einer endgültigen Entscheidung erlangt hat oder nicht, hartnäckig ablehnt und nach Verwarnung nicht widerruft.

Wenn das gelten soll, dann wird der Papst Herr über den Verstand und das Gewissen der Gläubigen. Wie viel bleibt dann noch von ihrem Recht, “ALLES zu prüfen” (1.Thess 5,2) übrig ?

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26.Behauptung: “Der Gläubige darf Unrecht in der Gemeinde nur dann beim Namen nennen, wenn bei ihm selbst keine Fehler zu sehen sind.”

Diese Behauptung ist bei Gemeindeleitungen mit gewissenloser Amtführung sehr beliebt. So kann man sich ganz selbstverständlich Korruption, Lüge, Übervorteilung und Verleumdung leisten und braucht keine Angst zu haben, dass irgendjemand das Thema anspricht. Falls es jemand doch versucht, richtet man das Vergrößerungsglas auf ihn und sein Verhalten, ob da nicht doch etwas Unvollkommenheit zu sehen ist. Was für ein Glück, wenn man etwas findet…

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27. Behauptung: “Mit der Forderung, Schäden und Beschwerden in der Gemeinde zu dokumentieren, schadet man dem “Zeugnis” der Gemeinde.”

Hätten Jesus oder Paulus tatsächlich so geredet ? Was soll denn ein “Zeugnis” wert sein, wenn es ohne das übliche Vertuschen und Beschönigen kein “Zeugnis” mehr ist ? Man müsste es ehrlicherweise “Propaganda” nennen, einen von oben verordneten Jubel, wie ihn sich Diktatoren bestellen. Jeder weiß, dass es nicht stimmt, aber alle müssen mitmachen.

Wenn “Lügen für Gott” keine schwere Sünde mehr ist, sondern etwas, was man in der Gemeinde für notwendig hält, dann vergiftet der Krebsschaden der Unglaubwürdigkeit am Ende auch all das, was dort noch heilig, gut und richtig ist.

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28. Behauptung: “Ein Christ darf sich nicht wehren, darf auch nicht Ersatz des Schadens fordern. Er muss Unrecht, das ihm zugefügt wird, hinnehmen, muss vergeben und vergessen. Andernfalls ist er ein “Schalksknecht” (Mt 18,32 ff) und wird von Gott mit der Hölle bestraft!”

Sich alles gefallen lassen müssen, um nicht von Gott bestraft zu werden… ? Was wird bei dieser deprimierenden Einstellung anderes herauskommen als erlernte Hilflosigkeit und Anfälligkeit für Depression ? Der Geschädigte wird ja doppelt geschlagen und erniedrigt, einmal durch den Übeltater, dann aber auch durch Gott selbst, der sich durch Missachtung des Rechtes auf die Seite des Täters stellen und dem Starken gegen den Schwachen beistehen würde.

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29. Behauptung: “Ein Christ darf nicht vor Gericht gehen, wenn ihm ein anderer Gläubiger geschadet hat. Andernfalls sündigt er und wird dafür von Gott bestraft.”

In der Tat sagte Paulus: „Wenn jemand von euch mit einem Gläubigen Streit hat, wie bringt er es dann fertig, vor das Gericht der Ungläubigen zu gehen, anstatt sich von den Heiligen Recht sprechen zu lassen?“ (1.Kor 1,6 / NeÜ) Dennoch ist obige Behauptung ein grober Fehlschluss, der durch oberflächliche, am Buchstaben festhängende Interpretation zustandekommt.

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30. Behauptung: “Ein Christ darf in Notwehr niemand töten. Er ist verpflichtet, sich töten zu lassen, damit der Täter nicht in die Hölle kommt.”

Was kann man mit einer solchen Lehre, die man Jugendlichen vorsetzt, hervorrufen ? Eine wahrhaft ausweglose Situation: die junge Seele eingesperrt zwischen der Aussicht der physischen Selbstauslöschung und der grauenhaften Aussicht, für den Rest des Lebens mit einem aufs Äußerste beschwerten Gewissen leben zu müssen. Was soll die Frucht einer solchen Belehrung sein? Tiefere Liebe für die Mitmenschen?

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