Prüfe Dich selbst …,
bevor Du andere prüfst!

Erlaube anderen, Dich auf Fehlverhalten hinzuweisen! Bleibe selbst korrigierbar!

Die Fähigkeit der Selbsterkenntnis ist eine wertvolle Eigenschaft – unverzichtbar für tiefe Freundschaft und echte Brüderlichkeit.

Barm­herzig­keit, Liebe zum Recht, Verlässlichkeit und Ehrlichkeit

sind notwendig , damit Liebe und gegenseitige Achtung das Klima in der christlichen Gemeinde prägen.

Glaubst Du Jesus Christus, wenn Er sagt, dass dies die wichtigsten Maßstäbe (Mt 23,23) sind ? Ist es Dir wichtig, dass sie in Deinem Leben praktische Bedeutung erlangen ?

1. Barmherzigkeit

– prüfst Du Dich, weil Du Dir wünscht, der Persönlichkeit Jesu Christi ähnlicher zu werden und Deines Bruders Hüter zu sein ?
– prüfst du Dich und andere, weil Du die schlimmen Folgen des frommen Selbstbetrugs kennst und Menschen davor bewahren willst ?
– zeigst Du Geduld mit Geschwistern, die im Irrtum befangen sind und hilfst ihnen „mit sanftmütigem Geist“ (Gal 6,1) zurecht ? (Siehe dazu die Hilfe zum richtigen Umgang…)
– Achtest du den anderen trotz seines Irrtums höher als dich selbst ? (Phil 2,3)

oder …

– prüfst Du in erster Linie jemand anderen, weil du rechthaberisch, schadenfroh und streitsüchtig bist, weil Du deinerseits gerne Macht ausübst, weil Du über den anderen triumphieren willst, weil Du Antipathie gegen ihn empfindest ?

2. Liebe zum Recht, Fairness

– wendest Du deine Maßstäbe auf Dich selbst an?
– möchtest Du grundsätzlich fair mit deinen Mitmenschen umgehen, selbst wenn Du dadurch vielleicht Nachteile hast?
– gibst Du dem, den du korrigierst, ausreichend Gelegenheit, entlastende Argumente vorzubringen ?
– bist Du bereit, einen Menschen, den Du mutwillig geschädigt hast und der unter Deinem Verhalten leidet, wieder aufzuhelfen und ihm das Vergeben zu erleichtern?

oder

– verlangst Du von anderen mehr als von Dir selbst?
– bist Du nur fair, solange es nichts kostet?
– weist Du nur Menschen auf Fehlverhalten hin, die schwächer sind als Du selbst ?
– redest Du negativ über jemanden und trägst weiter, was andere über ihn sagen, bevor Du mit ihm selbst gesprochen hast ?
– hältst Du an einer einmal gefassten Meinung über jemanden fest, sodass man Dich nicht mehr auf Fehleinschätzungen hinweisen kann?
– gibt es jemanden, dem Du das Vergeben erleichtern solltest ?

 

3. Treue, Vertrauenswürdigkeit, Ehrlichkeit

– stehst Du selbst ehrlich Rede und Antwort für das, was Du vertrittst und glaubst?
– bemühst Du Dich um klares, nachvollziehbares und widerspruchsfreies Denken?
– kannst Du Dir vorstellen, dass in dem, was Dir ein unsympathischer Gesprächsgegner sagen will, eine Wahrheit enthalten könnte, die Du unbedingt anhören und beachten solltest,
– bist Du bereit, die Wahrheit auch dann anzuerkennen, wenn sie Dir von einem unbedeutenden, wenig attraktiven, ja unwürdigen Menschen gesagt wird?

oder

– lässt Du den anderen nicht ausreden, weil Du fürchtest, mit einer wahren Aussage konfrontiert zu werden,
– beschönigst, verharmlost, übertreibst, manipulierst oder lügst Du im Gespräch, um deine Interessen zu wahren?
– stört es Dich nicht, wenn Du Dir selbst widersprichst?
– stört es Dich nicht, wenn Du freundlich mit jemand redest, aber lieblos gegen ihn handelst?
– lässt Du wahre Aussagen nicht gelten, weil Du die Person, die sie mitteilte, nicht respektierst?

Das Entscheidende ist

das Motiv,

das immer wieder mit Gebet überprüft werden sollte.

Das Recht des Gläubigen zu prüfen, wird gerne bestritten.

Falsch ist z.B. die Behauptung: Wer andere prüft, muss nahezu perfekt sein oder ein „besonderes moralisches Niveau“ erreicht haben. (Wie sollte man das auch messen und beurteilen?)

Jeder kann und musss im Rahmen seiner Möglichkeiten prüfen und tut es auch ganz selbstverständlich im täglichen Leben, um sich vor Schaden zu schützen.

Ich bin doch kein Dr IngUnd ausgerechnet dann, wenn es um Dinge von ewiger Bedeutung geht, soll Prüfung überflüssig oder anstößig sein?

Das soll man glauben?

Die Wahrheit hat eine innewohnende, natürliche Autorität. Was wahr ist, bleibt wahr, selbst wenn es von einem Kind, einem geistig Behinderten oder einem wenig attraktiven Menschen gesagt wird.

Deswegen sagt die Bibel auch ganz lapidar ALLEN Gläubigen:

Prüfet alles !

(1.Thess 5,21)